Griechenland – Ein erfahrener griechischer Fischer hat mit einem gezielten Experiment die extreme Aggressivität des invasiven Hasenkopf-Kugelfisches im Mittelmeer dokumentiert. Aufnahmen zeigen, wie eine Gruppe dieser hochgiftigen Raubfische einen toten Artgenossen, der als Köder diente, innerhalb weniger Sekunden bis auf die Knochen abnagt. Dieser Vorfall untermauert langjährige Berichte lokaler Küstenfischer über die zerstörerische Natur dieser Spezies, die das marine Ökosystem und die Fischerei in den griechischen Gewässern zunehmend belastet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Invasiver Räuber: Der Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich rasant aus und gilt als extrem aggressiv.
- Bestätigter Kannibalismus: Schwache oder am Haken hängende Artgenossen werden laut Fachberichten gezielt von der eigenen Gruppe attackiert.
- Tödliches Nervengift: Der Verzehr des Fisches ist aufgrund der enthaltenen Tetrodotoxine lebensgefährlich.
Experiment bestätigt Beobachtungen der Küstenfischer
Das nun veröffentlichte Videomaterial bringt Gewissheit über ein Verhaltensmuster, das in den maritimen Kreisen des Landes bereits seit geraumer Zeit intensiv diskutiert wird. Um die Gerüchte über die kannibalistischen Neigungen der Spezies auf die Probe zu stellen, befestigte der Fischer einen ausgewachsenen Hasenkopf-Kugelfisch an seiner Leine. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Ein ganzer Schwarm stürzte sich umgehend auf den Kadaver.
Das Fachmagazin „Boat & Fishing“ hatte bereits in der Vergangenheit auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht. Entsprechende Berichte legten dar, dass die Tiere ein stark ausgeprägtes kannibalistisches Verhalten an den Tag legen. Besonders in Situationen, in denen ein Artgenosse durch Verletzungen geschwächt sei oder an einem Angelhaken festhänge, werde er schonungslos attackiert. Die enorme Schnelligkeit und Präzision des koordinierten Angriffs verdeutlichen die Gefahr, die von diesem Eindringling ausgeht.
Massive Schäden für Fischerei und Ökosystem
Berufsfischer warnen in diesem Zusammenhang vor einer gängigen, aber folgenschweren Praxis auf See. Das achtlose Zurückwerfen verendeter Exemplare in das Meer diene den Schwärmen lediglich als zusätzliche Nahrungsquelle. Diese unbeabsichtigte Fütterung fördere die Konzentration der Tiere an bestimmten Küstenabschnitten und verschärfe die ohnehin angespannte Lage in den Fischereigebieten weiter.
Die Ausbreitung des Raubfisches, der zu den gefährlichsten invasiven Arten im Mittelmeerraum zählt, hat fatale wirtschaftliche Konsequenzen für die lokalen Betriebe. Mit seinem extrem kräftigen Gebiss zerschneidet er mühelos Fischernetze, durchtrennt Langleinen und zerstört teure Ausrüstung. Erschwerend kommt hinzu, dass der Fang kommerziell völlig wertlos ist. Das Gewebe des Tieres ist stark mit Tetrodotoxin durchsetzt. Dieses hochwirksame Nervengift macht jeglichen Verzehr strengstens untersagt und stellt bei unsachgemäßer Handhabung eine direkte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar.
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