Griechenland – Zum Gedenktag am 28. Oktober setzen mehrere Orte in Griechenland auf besondere Rituale: Auf Chios leuchtet das griechische Wort „ΟΧΙ“ („Nein“) an einem Berghang, in Thesprotien entsteht der Schriftzug aus Feuer. Im kretischen Chania steht dagegen eine feierliche Flaggenzeremonie an einer geschichtsträchtigen Festung im Mittelpunkt.
Die Bräuche erinnern an den 28. Oktober 1940 und halten die Erinnerung an Widerstand und Freiheit wach. Dabei verbinden sich öffentliche Gedenkfeiern mit lokalen Traditionen, an denen besonders in den Fackelzügen auch junge Menschen teilnehmen.
Chios: Ein leuchtendes „Nein“ über Kardamyla
In Kardamyla auf der Insel Chios wird der Schriftzug „ΟΧΙ“ seit 1948 zum Jahrestag zum Leuchten gebracht. Am Vorabend des 28. Oktober entzünden Einwohner und Jugendliche die beleuchteten Buchstaben am Hang. Das Zeichen ist aus großer Entfernung zu erkennen.
Zum Brauch gehört außerdem ein Fackelzug durch die Straßen des Ortes. Kinder und Jugendliche ziehen mit brennenden Fackeln umher und rufen dabei „Ochi“ – das griechische Wort für „Nein“. So wird die historische Botschaft des Gedenktages zu einem gemeinsamen Ereignis im Dorf.
Thesprotien: Feuerzeichen auf dem Berg Granitsa
Eine ähnliche Tradition gibt es in Perdika in der Region Thesprotien. Sie besteht seit ungefähr sechs Jahrzehnten. Junge Menschen steigen mit Fackeln auf den Berg Granitsa und entzünden dort einzelne Feuer, die zusammen das Wort „ΟΧΙ“ bilden.
Der brennende Schriftzug lässt sich auch aus größerer Entfernung erkennen. Wie auf Chios steht damit nicht nur eine offizielle Zeremonie im Vordergrund: Die Bewohner gestalten das Gedenken selbst und machen die Botschaft weithin sichtbar.
Chania: Die Fahne am historischen Fort Firkas
In Chania auf Kreta hat das Gedenken einen anderen Schwerpunkt. Dort wird die griechische Nationalflagge am historischen Fort Firkas feierlich gehisst. Der Ort ist eng mit der Vereinigung Kretas mit Griechenland verbunden.
Am 1. Dezember 1913 wurde an dieser Festung die griechische Flagge gehisst. Deshalb hat die Zeremonie zum 28. Oktober in Chania eine zusätzliche historische Bedeutung: Sie verbindet die Erinnerung an die Ereignisse von 1940 mit einem früheren Meilenstein der kretischen Geschichte und dem Gedanken nationaler Einheit.