Griechenland – Griechenland gehört nach einem internationalen Vergleich zu den zehn attraktivsten Ländern für den Ruhestand im Ausland. Im Retirement Index von Global Citizen Solutions belegt das Land weltweit Platz zehn. Besonders gut schneidet es bei Mobilität und Staatsbürgerschaft ab. Bei Steuern und den finanziellen Voraussetzungen für einen Aufenthalt zeigt die Bewertung dagegen deutliche Unterschiede.
Insgesamt finden sich sechs europäische Länder unter den ersten zehn Plätzen. Europa profitiert in der Untersuchung vor allem von hoher Lebensqualität, Reisefreiheit und Möglichkeiten zum Erwerb der Staatsbürgerschaft. Höhere Steuerbelastungen wirken sich allerdings auf die Ergebnisse einzelner Länder aus.
Die zehn bestplatzierten Länder für den Ruhestand
An der Spitze des Index steht Uruguay, das in mehreren Bewertungskategorien hohe Punktzahlen erzielt. Auf Platz drei folgt Spanien als bestplatziertes europäisches Land, Portugal liegt auf Rang fünf. Die ersten zehn Positionen verteilen sich wie folgt:
- Uruguay
- Mauritius
- Spanien
- Costa Rica
- Portugal
- Paraguay
- Lettland
- Andorra
- Italien
- Griechenland
Die Spitzengruppe liegt eng beieinander: Weniger als vier Punkte trennen Platz eins und Platz zehn. Die Rangfolge ist deshalb nicht mit einem großen Qualitätsabstand zwischen den Ländern gleichzusetzen. Welche Destination sich tatsächlich eignet, hängt stark davon ab, welche Kriterien eine Person für ihren Ruhestand priorisiert.
Warum Griechenland bei Mobilität und Staatsbürgerschaft punktet
Sein stärkstes Einzelergebnis erreicht Griechenland laut der Auswertung in der Kategorie Mobilität und Staatsbürgerschaft: 100 Punkte und Platz eins. Der Index verweist dabei auf die Stärke eines EU-Reisepasses, die Möglichkeit einer Einbürgerung nach sieben Jahren und die Anerkennung doppelter Staatsangehörigkeit. Die genannte Aufenthaltsdauer ist dabei keine automatische Zusage einer Einbürgerung.
Deutlich anders sieht die Bewertung von Kosten und Investitionsanforderungen aus. Hier erhält Griechenland 87 Punkte und Platz 38. Als einen wesentlichen Faktor nennt die Untersuchung die hohen finanziellen Anforderungen für bestimmte Aufenthaltsregelungen.
Unter Verweis auf das griechische Gesetz 5038/2023 führt die Auswertung einen erforderlichen monatlichen Finanzmittelnachweis von 3.500 Euro an. Dieser Betrag erhöht sich demnach um 20 Prozent für den Ehepartner und um 15 Prozent je unterhaltsberechtigtem Kind. Familienmitglieder können laut den angegebenen Verfahrensinformationen ihre Anträge gleichzeitig einreichen.
Für die Bearbeitung nennt der Index eine Spanne von zwei bis sechs Monaten, für die Gesamtkosten 2.000 bis 5.000 Euro. Die Angaben betreffen die in der Untersuchung berücksichtigten Aufenthaltsbedingungen; sie sind nicht als pauschale Voraussetzungen für jeden Rentner oder jede Art der Einreise zu verstehen.
7-Prozent-Regel macht die Steuerbewertung erklärungsbedürftig
Bei der Lebensqualität erzielt Griechenland nach dem Index 84 Punkte. In der Kategorie Besteuerung landet das Land dagegen nur auf Platz 66. Die Auswertung berücksichtigt dabei die regulären Steuersätze auf weltweites Einkommen, die sie mit 9 bis 44 Prozent angibt, sowie die Erbschaftsteuer von 10 bis 40 Prozent. Für nahe Familienangehörige nennt sie einen Freibetrag von 150.000 Euro und verweist darauf, dass keine allgemeine Vermögenssteuer erhoben werde.
Für bestimmte Personen, die ihren steuerlichen Wohnsitz nach Griechenland verlegen, kann die Belastung jedoch anders aussehen: Die Untersuchung hebt eine pauschale Besteuerung von 7 Prozent auf Einkünfte aus dem Ausland, einschließlich Renten, für bis zu 15 Jahre hervor. Das ist ein besonderes Steuerregime und kein automatisch für alle Rentner geltender Satz.
Für Personen mit sehr hohem Nettovermögen nennt die Auswertung außerdem eine gesonderte Regelung mit einer jährlichen Pauschalzahlung von 100.000 Euro. Aus Sicht des Index können solche Sonderregelungen die Attraktivität Griechenlands und Italiens für bestimmte Ruheständler erhöhen, obwohl beide Länder bei der allgemeinen Besteuerung weniger gut abschneiden.
Was der Index bei der Wahl des Landes bewertet
Das größte Gewicht in der Gesamtwertung hat die Lebensqualität. Danach folgen Mobilität, Staatsbürgerschaft, Steuern, Antragsverfahren und Kosten. Europäische Länder sind vor allem bei Lebensqualität und Mobilität stark, während in Nord-, Mittel- und Südamerika die Bezahlbarkeit und steuerliche Bedingungen als Vorteile hervorgehoben werden.
Im Nahen Osten und insbesondere in den Golfstaaten schneiden niedrige Steuern und vergleichsweise schnelle Verfahren gut ab. Bei den Golfstaaten fehlt den untersuchten Ruhestandsprogrammen jedoch ein regulärer Weg zur Staatsbürgerschaft. Klare Einbürgerungsregeln und starke Reisepässe begünstigen wiederum europäische sowie zahlreiche lateinamerikanische Angebote.
Für Griechenland zeigt der Vergleich damit zwei unterschiedliche Seiten: eine hohe Bewertung der Mobilitätsmöglichkeiten und attraktive steuerliche Sonderregeln für bestimmte Gruppen, zugleich aber beträchtliche finanzielle Anforderungen. Wer einen Umzug plant, muss deshalb die für den eigenen Fall geltenden Aufenthalts- und Steuerbedingungen gesondert prüfen.
Mit Informationen von: Global Citizen Solutions.