Thessaloniki – Der Weiße Turm, das bekannteste Wahrzeichen der nordgriechischen Stadt, hat eine neue architektonische Beleuchtung erhalten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis stellte die fertiggestellte Lichtgestaltung offiziell vor. Sie soll die Form und die historische Bausubstanz des Turms am Meer besser sichtbar machen. Weitere Befestigungsanlagen Thessalonikis sollen bis Januar 2027 folgen.
Bei der Veranstaltung waren Staatspräsident Konstantinos Tasoulas, Kulturministerin Lina Mendoni, Thessalonikis Bürgermeister Stelios Angeloudis sowie Vertreter aus Politik und Kommunalverwaltung anwesend.
2,5 Millionen Euro für den Weißen Turm und die Stadtmauern
Die neue Beleuchtung ist Teil einer von METLEN finanzierten Maßnahme im Umfang von 2,5 Millionen Euro. Die Spende deckt nach Angaben von Kulturministerin Mendoni das gesamte Beleuchtungsvorhaben für den Weißen Turm und ausgewählte byzantinische Befestigungen ab: von den Planungsstudien über Leuchten und Elektroinstallationen bis zum Steuerungssystem.
Zum selben Vorhaben gehören das Heptapyrgion, Abschnitte der nordwestlichen und östlichen byzantinischen Stadtmauern sowie eine Verbindungsmauer der Akropolis. Die Arbeiten an diesen weiteren Anlagen sollen im Januar 2027 abgeschlossen werden. Sie ergänzen Restaurierungsmaßnahmen, die das griechische Kulturministerium an Thessalonikis historischen Mauern umsetzt.
Mendoni bezeichnete den Weißen Turm als festen Bestandteil der Erinnerung und des Alltags der Einwohner. Die neue Beleuchtung solle das Denkmal am Ufer deutlicher hervortreten lassen, ohne seinen Charakter zu verändern. Der übergreifende Ansatz ziele darauf, die Zusammenhänge zwischen den erhaltenen Befestigungen und ihre historische Funktion sichtbarer zu machen.
Gezieltes Licht soll Mauerwerk und Architektur hervorheben
Die Lichtplanung stammt aus dem Büro von Eleftheria Deko. Sie setzt auf eine differenzierte Ausleuchtung, um Volumen, Geometrie und architektonische Details des Turms herauszuarbeiten. Besonders die dreidimensionale Struktur des steinernen Mauerwerks soll dadurch aus verschiedenen Entfernungen und Blickrichtungen besser erkennbar werden.
Gerichtete Lichtkegel sollen zugleich verhindern, dass unnötig viel Licht in die Umgebung gelangt, und die Lichtverschmutzung begrenzen. Für den oberen Teil des Turms sind unterschiedliche dynamische Lichtszenarien für besondere Anlässe vorgesehen. Nach der Konzeption sollen auch diese den historischen und ästhetischen Charakter des Bauwerks respektieren.
Weitere Denkmäler entlang der Egnatia werden beleuchtet
Unabhängig von der METLEN-Spende läuft in Thessaloniki ein weiteres Beleuchtungsprojekt. Es begann am 15. Oktober 2026 und betrifft historische Bauwerke im Umfeld der Egnatia-Straße. Finanziert wird es über das Programm „Zentralmakedonien 2021–2027“ im Rahmen des griechischen Förderprogramms ESPA. Die Stadt Thessaloniki finanzierte die zugehörige Planungsstudie.
Vorgesehen sind Lichtinstallationen an der Rotunde, am Galeriusbogen, am Bey Hamam, an der Kirche Panagia Chalkeon, an der Kirche der Heiligen Apostel sowie an einem Abschnitt der östlichen Stadtmauer. Als Termin für den Abschluss ist der 6. März 2028 genannt. Damit betrifft das Programm nicht nur den Weißen Turm an der Promenade, sondern mehrere historische Bereiche der Stadt.
Regierung verweist auf Kulturinvestitionen seit 2019
Ministerpräsident Mitsotakis stellte den neuen Turm-Fokus in den Zusammenhang der staatlichen Kulturpolitik. Seit 2019 sei bewusst in die Darstellung der vielschichtigen Geschichte Thessalonikis investiert worden. Die entsprechenden Maßnahmen in der Stadt überstiegen nach seinen Angaben 100 Millionen Euro aus nationalen und europäischen Mitteln. Diese Summe bezog er auf die breiteren Kulturmaßnahmen und nicht allein auf die Beleuchtung des Turms.
Als Beispiel für die Verbindung moderner Infrastruktur und archäologischen Erbes nannte Mitsotakis die Metro Thessaloniki, insbesondere die Stationen Agia Sofia und Venizelos. Der Weiße Turm werde nach seiner Darstellung künftig auch nachts jene städtebauliche und symbolische Präsenz erhalten, die er tagsüber bereits habe.
METLEN-Executive-Chairman Evangelos Mytilineos begründete das Engagement mit der gesellschaftlichen Verantwortung großer Unternehmen. Ihr Beitrag bemesse sich nicht allein an Investitionen oder wirtschaftlichen Ergebnissen, sondern auch am langfristigen Nutzen für die Gesellschaft. Er dankte dem Kulturministerium und Ministerin Mendoni für die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft beim Schutz des kulturellen Erbes.
Mit Informationen von: Griechisches Kulturministerium, METLEN.