Griechenland – Mehr als 1.200 zusätzliche Beschäftigte sollen bis zum Monatsende in öffentlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren eingestellt werden. Gleichzeitig laufen mehrere staatliche Programme für Vorsorgeuntersuchungen nach einer Unterbrechung wieder an. Das kündigte der griechische Vizegesundheitsminister Marios Themistokleous im Gespräch mit ERTnews an. Angesichts zunehmender saisonaler Virusinfektionen warb er zudem für Impfungen bei besonders gefährdeten Menschen.
Über 1.200 Neueinstellungen im öffentlichen Gesundheitswesen
Die geplanten Einstellungen betreffen zusätzliches Personal in Kliniken und Gesundheitszentren des nationalen Gesundheitssystems ESY. Die Zahl werde bis Ende des Monats 1.200 übersteigen, erklärte Themistokleous. Es handelt sich damit um eine Ankündigung; die Neueinstellungen sind nach seinen Angaben noch nicht abgeschlossen.
Parallel dazu werde die Personalplanung für 2027 vorbereitet. Themistokleous rechnet damit, dass die Personalsituation im kommenden Jahr besser sein wird als 2026. Auch bei den Anästhesisten habe die Regierung Anreize geschaffen. Die Krankenhäuser verfügten inzwischen, so seine Einschätzung, über eine der höchsten Zahlen an Anästhesisten im Land.
Brustkrebs-Vorsorge seit 14. Oktober wieder angelaufen
Nach einer kurzen Unterbrechung wurde das Programm zur Brustkrebsfrüherkennung „Fofi Gennimata“ am 14. Oktober wieder aufgenommen. Die übrigen Vorsorgeprogramme sollen nach Angaben des Vizegesundheitsministers bis Ende November erneut starten. Er betonte, die Untersuchungsangebote würden fortgesetzt.
Nach den von Themistokleous genannten Zahlen haben bereits sieben Millionen Bürgerinnen und Bürger an mindestens einem staatlichen Vorsorgeprogramm teilgenommen. Bei den Mammografien verwies er auf einen Anstieg von etwa 50.000 im Jahr 2022 auf inzwischen mehr als 350.000. Er nannte in dem Gespräch keinen näheren Erfassungszeitraum für die aktuelle Zahl.
Zur Bedeutung der Brustkrebsfrüherkennung sagte Themistokleous, etwa jede achte Frau werde im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. Bei einer Entdeckung im frühen Stadium sei die Erkrankung behandelbar. Er erklärte zudem, die Vorsorgeprogramme seien in den Haushalt des nationalen Gesundheitssystems aufgenommen worden, damit sie jedes Jahr fortgeführt werden könnten.
Das Gesundheitsministerium müsse sich auf die Erhaltung der Gesundheit konzentrieren und dürfe nicht bloß ein Ministerium für Krankheiten sein, so Themistokleous. Damit unterstrich er die stärkere Rolle, die Prävention in der Versorgung spielen soll.
Grippe und Covid-19: Impfungen für Risikogruppen im Mittelpunkt
Bei den saisonalen Virusinfektionen beobachtet das Gesundheitsministerium laut Themistokleous einen schrittweisen Anstieg. Das Ausmaß liege im Rahmen dessen, was zu dieser Jahreszeit zu erwarten sei. Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen und andere Risikogruppen sollten sich impfen lassen. Die laufende Impfphase reicht seinen Angaben zufolge bis Ende November.
Zur Grippeimpfung zählte er unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Schwangere und Stillende zu den Gruppen, für die eine Impfung empfohlen wird. Wer Fragen habe, könne sich an den persönlichen Arzt wenden. Nach Angaben des Vizegesundheitsministers können die Grippe- und die Covid-19-Impfung auch am selben Tag verabreicht werden.
Für die verstärkten Grippeimpfstoffe, die für ältere Menschen vorgesehen sind, werde eine ärztliche Verschreibung benötigt. Diese Impfstoffe seien kostenlos erhältlich, erläuterte er.
Neue Regeln für Psychologen und Wohnraum für Ärzte
Auch die Berufsorganisation der Psychologen soll einen neuen institutionellen Rahmen erhalten. Als nächsten Schritt für den Panhellenischen Psychologenverband nannte Themistokleous die Gründung einer juristischen Person des öffentlichen Rechts. Künftig solle der Rahmen die Voraussetzungen für die Berufsausübung regeln und Aufsichtsgremien sowie Disziplinarausschüsse vorsehen.
Bei der Unterbringung von Ärzten auf Inseln und in abgelegenen Regionen verwies der Vizegesundheitsminister auf Anreize zur Übernahme von zwei Mietzahlungen. Zudem hätten Gemeinden Wohnungen bereitgestellt. Dort, wo die Kommunalverwaltung aktiv geworden sei, habe sie Unterkünfte für Ärzte sichern können; in diesen Gebieten sei das Problem der Unterbringung nach seiner Einschätzung nahezu gelöst.
Mit Informationen von: Griechisches Gesundheitsministerium.