Lesbos – Nach einem ausgedehnten Waldbrand nahe der Ortschaft Plomari auf der griechischen Insel Lesbos hat sich die Lage am Donnerstagmorgen deutlich entspannt. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, gebe es derzeit keine zusammenhängende Feuerfront mehr, jedoch erforderten anhaltende starke Winde und punktuelle Aufflammungen weiterhin den intensiven Einsatz von Feuerwehr und Löschflugzeugen.
Die Löscharbeiten hatten die gesamte Nacht über angedauert, um eine unkontrollierte Ausbreitung in unwegsames Gelände zu verhindern und die angrenzenden Wohngebiete final abzusichern.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Über 100 Hektar (1.000 Stremmata) Land, vorwiegend Olivenhaine und Kiefernwald, wurden durch das Feuer zerstört.
- Die Behörden verschickten drei Notruf-Warnungen (112), konnten aber ein Übergreifen auf das Dorf verhindern.
- Ein Feuerwehrmann erlitt bei dem stundenlangen Einsatz einen Beinbruch und wird im Krankenhaus behandelt.
Brandausbruch auf alter Mülldeponie
Das Feuer war am Mittwochnachmittag im Bereich einer ehemaligen Mülldeponie bei Plomari ausgebrochen. Wegen der rapiden Ausbreitung sendeten die Zivilschutzbehörden drei aufeinanderfolgende Warnmeldungen über die Notrufnummer 112 an die Bevölkerung. Den Einsatzkräften gelang es im weiteren Verlauf, die Flammen vom bewohnten Gebiet fernzuhalten. Auf den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen brannten mehrere Ställe nieder. Nach aktuellen Behördenangaben kamen dabei keine Tiere zu Schaden.
Verletzter Feuerwehrmann und Flächenschäden
Während der stundenlangen Brandbekämpfung verletzte sich ein Feuerwehrmann. Er zog sich nach bisherigen Informationen eine Fraktur am Bein zu. Nach einer medizinischen Erstversorgung im örtlichen Gesundheitszentrum wurde er für weitere Untersuchungen in das allgemeine Krankenhaus der Inselhauptstadt Mytilini verlegt. Dort soll am Donnerstag darüber entschieden werden, ob der Bruch operativ behandelt werden muss oder eine konservative Therapie ausreicht.
Die Löscharbeiten am Boden wurden die gesamte Nacht über von der Feuerwehr und freiwilligen Helfern unermüdlich fortgesetzt. Mit dem ersten Tageslicht nahmen die Löschflugzeuge und Hubschrauber ihre Abwürfe wieder auf, um verbliebene Glutnester abzukühlen. Die vorläufige Bilanz der Umweltschäden beläuft sich auf mehr als 1.000 Stremmata (100 Hektar) verbrannte Fläche, die sich größtenteils aus wertvollen Olivenkulturen und Kiefernwäldern zusammensetzt.