Griechenland – Ein verheerender Wald- und Flächenbrand in der Region Rethymno im Süden der Insel Kreta hat am Mittwoch, den 29. Juli 2026, das Leben von zwei Feuerwehrmännern gefordert. Die Flammen im Gebiet Krya Vrysi breiteten sich durch extrem starke Winde rasch aus und erfassten eine Brandfront von rund 15 Kilometern. Die Behörden leiteten umfangreiche Evakuierungen an Land und über das Meer ein.
Die beiden verstorbenen Einsatzkräfte im Alter von 25 und 58 Jahren stammten aus der Region Amari. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden die Männer während der Löscharbeiten von den Flammen umschlossen. Einsatzkräfte fanden ihre Leichen außerhalb ihres Dienstfahrzeugs. Zudem wurden ein Feuerwehrmann leicht am Bein verletzt und ein Zivilist mit einem Armbruch in das Krankenhaus von Rethymno eingeliefert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zwei Feuerwehrmänner im Alter von 25 und 58 Jahren kamen bei den Löscharbeiten nahe Krya Vrysi ums Leben.
- Extremwetter mit Windböen von über 100 km/h trieb die Brandfront auf eine Länge von 15 Kilometern.
- Die Küstenwache rettete 29 Menschen per Schiff über das Meer aus dem bedrohten Küstenort Agios Pavlos.
Küstenwache rettet Bürger und Touristen über das Meer
Dichte Rauchwolken verhüllten die Sicht an den Küstenabschnitten im Süden der Insel. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Feuers schnitt der Brand den Landweg teilweise ab. Die griechische Küstenwache rückte zusammen mit privaten Fischerbooten und Seenotrettungskreuzern nach Agios Pavlos aus, um Menschen vom Strand zu evakuieren.
In zwei aufeinanderfolgenden Einsätzen brachten die Besatzungen insgesamt 29 Personen in Sicherheit, darunter Ältere, Frauen und Kinder. Die dichten Rauchschwaden erschwerten die Sicht auf dem Meer erheblich. Weitere Einheiten der Küstenwache verblieben vor der Küste in Bereitschaft, um bei Bedarf sofort weitere Evakuierungen durchzuführen.
Sturmböen erschweren den Einsatz von Löschflugzeugen
Die meteorologischen Bedingungen vor Ort gestalten sich äußerst kritisch. Wie Messdaten des Nationalen Observatoriums von Athen zeigten, erreichten die Windböen in der Region Spitzenwerte von mehr als 100 km/h. Der Brandrauch wehte durch die anhaltenden Winde über 100 Kilometer weit nach Süden. Die Turbulenzen behinderten die Löscharbeiten der Rettungskräfte aus der Luft stark.
Am Boden stehen 156 Feuerwehrmänner mit 27 Fahrzeugen und acht Spezialteams der Einheiten EMODE im Einsatz. Die Brandbekämpfung wird von vier Löschflugzeugen und vier Hubschraubern unterstützt. Verstärkung für die Luftrettung wurde zusätzlich aus Kalamata und von der Insel Rhodos angefordert.
Massenevakuierungen und Hotels in Bereitschaft
Über den staatlichen Notruf 112 wurden schrittweise Evakuierungsanordnungen für mehrere Ortschaften herausgegeben. Die Anwohner und Urlauber in Krya Vrysi, Saktouria, Melampes, Agios Georgios, Agios Pavlos, Triopetra, Agia Galini und Orne wurden angewiesen, die Gefahrenzonen zu verlassen.
Besonders im Küstenort Agia Galini läuft die koordinierte Evakuierung von rund 2.000 Touristen in Richtung Tymbaki. Der Hotelierverband von Rethymno hat seine Mitglieder in erhöhte Bereitschaft versetzt, um freie Kapazitäten zu erfassen und betroffenen Besuchern im Bedarfsfall Ausweichunterkünfte zur Verfügung zu stellen.
Feuerwehr drückt tiefe Trauer aus
Die Führung des griechischen Feuerwehrkorps drückte den Angehörigen der verstorbenen Einsatzkräfte ihr Beileid aus. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, dies sei ein extrem schwerer Tag für das Korps. Die beiden Männer seien im Einsatz für den Schutz von Menschenleben, Eigentum und Natur gestorben.