Kreta – Ein massiver Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta hält die Einsatzkräfte in Atem und hat zur Evakuierung zahlreicher Orte sowie von rund 2.000 Urlaubern geführt. Die Flammen breiten sich in der Region Rethymno rasch aus, während extrem starke Winde die Löscharbeiten der Rettungsdienste massiv erschweren.
Nach Angaben der örtlichen Behörden erstreckt sich die aktiven Feuerfronten inzwischen über eine Länge von mehr als 15 bis 20 Kilometern. Die Notfallbehörden lösten über die Notrufnummer 112 mehrfache Evakuierungsaufforderungen für die betroffenen Ortschaften aus.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rund 2.000 Urlauber wurden aus dem Küstenort Agia Galini geordnet evakuiert und in Notunterkünfte gebracht.
- Eine Feuerfront von bis zu 20 Kilometern Länge erfordert einen Großeinsatz von über 200 Feuerwehrleuten.
- Extrem starke Winde verhinderten zeitweise den sicheren Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern.
Evakuierungen im Süden Kretas: 2.000 Urlauber in Sicherheit gebracht
Besonders betroffen von den Schutzmaßnahmen ist der beliebte Urlaubsort Agia Galini an der Südküste Kretas. In einer koordinierten Aktion evakuierten die Behörden gemeinsam mit örtlichen Hotelbetreibern rund 2.000 ausländische Gäste. Die Überführung verlief nach offiziellen Angaben ohne Panik. Ein Großteil der Urlauber wurde in Hotels der Stadt Rethymno sowie in eine Sporthalle in der Gemeinde Faistos gebracht.
Im Laufe der Nacht hatten die Sicherheitskräfte zudem Warnmeldungen für die Ortschaften Melambes, Sachtouria, Kryopetra, Agios Pavlos, Agios Georgios, Orne sowie Ligres und Agia Paraskevi herausgegeben. Die Einwohner und Besucher wurden angewiesen, sich vorsorglich in Richtung Agalianos und Kerames zu begeben. Direkte Wohngebiete seien laut dem Vizegouverneur für Zivilschutz, Giorgos Tsapakos, vorerst nicht unmittelbar von den Flammen umschlossen.
Schwierige Löscharbeiten: Extremwinde blockieren Einsatz der Löschflugzeuge
Die Bekämpfung des Großbrandes gestaltet sich aufgrund der meteorologischen Bedingungen äußerst kompliziert. Wie Vizegouverneur Tsapakos gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender ERT erklärte, blasen in der Region Winde mit sehr hoher Intensität. Zwar seien die Löschflugzeuge mit dem ersten Tageslicht aufgestiegen, ein effektiver Abwurf von Löschwasser sei wegen der turbulenten Winde jedoch zeitweise unmöglich gewesen.
Auf dem Boden kämpfen derzeit 198 Feuerwehrleute mit 10 Spezialeinheiten zu Fuß und 43 Löschfahrzeugen gegen die Flammen. Unterstützung erhalten sie durch Einheiten, die per Fähre aus dem Hafen von Piraeus nach Kreta verlegt wurden. Zusätzlich stehen Tankwagen und Baumaschinen der Region sowie zahlreiche freiwillige Helfer aus den umliegenden Dörfern des Bezirks Agios Vasileios im Einsatz. Parallel dazu läuft ein weiterer Brandbekämpfungseinsatz im Osten der Insel bei Agia Triada nahe Sitia.
Versorgung und Unterbringung der Evakuierten
Die Kommunalverwaltung von Faistos steht in direktem Austausch mit dem griechischen Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz, um die Versorgung der Evakuierten sicherzustellen. In den Notunterkünften stellen Einsatzkräfte des Griechischen Roten Kreuzes, die Polizei und kommunale Mitarbeiter Schlafgelegenheiten, Nahrungsmittel und medizinische Erstversorgung bereit.
Sollte sich die Lage im Verlaufe des Tages weiter anspannen, bereiten die Behörden die Öffnung zusätzlicher öffentlicher Gebäude und Schulen für die vorübergehende Unterbringung von Anwohnern und Touristen vor.