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Einsatzfahrzeuge der griechischen Feuerwehr patrouillieren nach einem Erdbeben auf Euböa
Aktuelles

Erdbebenserie in Griechenland: Darum geben Forscher noch keine Entwarnung

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
07.06.2026 20:22
Antonia Feldberg
Griechenland
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Beispielbild (KI) | GRland
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Griechenland – Eine Serie von starken Erdbeben hat am Sonntagmittag die Insel Euböa und weite Teile der Region Attika erschüttert. Die stärkste Erschütterung erreichte einen Wert von 5,2 auf der Richterskala, woraufhin die lokalen Behörden und der Zivilschutz umgehend umfassende Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen einleiteten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Drei aufeinanderfolgende Erdbeben mit Spitzenwerten von 4,8 und 5,2 gemessen.
  • Schulen in der Gemeinde Mantoudi-Limni-Agia Anna bleiben am Montag geschlossen.
  • Einsturz von Wänden in Dafnousa und Risse an Gebäuden in Prokopi gemeldet.
  • Die Feuerwehr hat 20 Einsatzfahrzeuge für Kontrollfahrten mobilisiert.
  • Wissenschaftler stufen die Aktivität als Erdbebenschwarm ein und warnen vor Nachbeben.

Drei starke Erschütterungen innerhalb weniger Minuten registriert

Die seismische Aktivität begann am Sonntag, den 07. Juni 2026, um exakt 12:58 Uhr mit einem ersten Erdbeben der Stärke 4,8. Das Epizentrum lag dabei etwa sechs Kilometer südlich der Ortschaft Prokopi auf Euböa. Nur zwei Minuten später, um 13:00 Uhr, folgte eine zweite Welle mit einer Magnitude von 4,3 in derselben Zone. Das stärkste Ereignis der Sequenz wurde um 13:02 Uhr mit einem Wert von 5,2 gemessen. Im Anschluss an diese drei Hauptschocks registrierten die Messstationen mindestens drei weitere Nachbeben in der betroffenen geografischen Region, die Werte um die Magnitude 3 erreichten. Die Erschütterungen waren aufgrund ihrer geringen Tiefe und Intensität auch im Großraum der griechischen Hauptstadt deutlich wahrnehmbar.

Präventive Schulschließungen und Schäden in den Kommunen

Als unmittelbare Sicherheitsmaßnahme bleiben sämtliche Einrichtungen der Primarstufe in der gesamten Gemeinde Mantoudi-Limni-Agia Anna am Montag geschlossen. Auch das Gymnasium in Prokopi stellt den Betrieb vorübergehend ein, wie Bürgermeister Giorgos Tsapourniotis offiziell bestätigte. Der Kommunalpolitiker teilte mit, dass die größten materiellen Schäden in der kleinen Siedlung Dafnousa lokalisiert worden seien, wo Außenwände von Häusern nachgaben. In Prokopi weisen Wohngebäude, die bereits durch ein vorheriges Erdbeben im Jahr 2025 strukturell gelitten hatten, neue Risse auf. Im gesamten Gemeindegebiet seien begrenzte Schäden zu verzeichnen, vollständige Gebäudeeinstürze blieben jedoch glücklicherweise aus. Die Situation sei laut den örtlichen Behörden unter Kontrolle.

Einschätzung der Experten zur weiteren seismischen Entwicklung

Der Seismologie-Professor Kostas Papazachos wies darauf hin, dass man sich derzeit in einer aktiven Nachbebensequenz befinde. Es werde mindestens zwei Tage dauern, um verlässlich beurteilen zu können, ob das Beben der Stärke 5,2 den tatsächlichen Hauptschock darstellte. Der Präsident der Organisation für Erdbebenplanung und -schutz (OASP), Efthymis Lekkas, erklärte die tektonischen Besonderheiten des Gebiets. „Mit Blick auf die uns vorliegenden Daten, insbesondere die historischen Aufzeichnungen und die Erregungen der vergangenen Jahre, wird die Region sehr schwerlich ein großes Erdbeben hervorbringen“, betonte der Experte. Er fügte hinzu, dass die Verwerfungen in diesem Gebiet klein seien und sich die Energie eher durch viele kleinere Beben als durch ein einziges massives Ereignis entlade. Es handele sich höchstwahrscheinlich um einen Erdbebenschwarm, der über einen längeren Zeitraum anhalten könne.

Zivilschutz und Feuerwehr leiten umfassende Kontrollen ein

Um die Lage vor Ort zu evaluieren, reiste der zuständige Minister für Klimakrise und Zivilschutz, Evangelos Tournas, zusammen mit dem Generalsekretär für die Wiederherstellung von Naturkatastrophen, Petros Kampouris, nach Nord-Euböa. Nach Angaben des Ministeriums führten die Erschütterungen neben den Gebäudeschäden zu kleineren Erdrutschen im regionalen Straßennetz. Meldungen über verletzte Personen liegen den Behörden bislang nicht vor. Am Montag werden zwei dreiköpfige Fachleitungsteams unter der Führung von Giannis Pavlis eintreffen, um die betroffene Bausubstanz systematisch auf ihre Sicherheit zu prüfen.

Auf Anordnung des Chefs der griechischen Feuerwehr, Generalleutnant Theodoros Vagias, wurden die Einsatzkräfte in Attika und Euböa sowie die Spezialeinheiten 1. EMAK und 7. EMAK in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Eine spezialisierte Rettungsmannschaft der 7. EMAK verlegte bereits präventiv in die betroffene Kernzone. Insgesamt patrouillieren 20 Einsatzfahrzeuge in enger Abstimmung mit der Griechischen Polizei (ELAS) auf den Verkehrswegen, um Schäden zu dokumentieren. Die Einsatzleitstelle verzeichnete bisher keine Notrufe zur Befreiung eingeschlossener Personen. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, den Anweisungen der Behörden strikt Folge zu leisten.

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