Euböa – Eine Serie von starken seismischen Erschütterungen hat in der Region um Mantoudi und Prokopi auf der Insel Euböa für erhebliche Unruhe gesorgt. Die Erdbeben verursachten spürbare Sachschäden an Gebäuden sowie Erdrutsche im lokalen Straßennetz, jedoch wurden den Behörden bislang keine verletzten Personen gemeldet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Erdbebenserie trifft die Regionen Mantoudi und Prokopi auf Euböa.
- Experten rechnen nicht mit einem noch stärkeren Hauptbeben.
- Lokale Behörden bestätigen Gebäudeschäden und ausgedehnte Erdrutsche.
- Bewohner sollen beschädigte Altbauten und steile Hänge strikt meiden.
Einschätzung der Seismologen zur weiteren Entwicklung
Der Präsident der Organisation für Erdbebenplanung und -schutz (OASP), Efthymis Lekkas, äußerte sich eingehend zur aktuellen seismischen Aktivität in dem betroffenen Gebiet. Demnach zeichne sich die Region durch eine spezifische Tektonik aus, die mittlere Erschütterungen und eine lang anhaltende Nachbebenaktivität begünstigt. „Ich gehe davon aus, dass wir keine größeren Beben erleben werden, aber die seismische Aktivität ist noch im Gange. Sie wird uns noch einige Zeit belasten, ohne dass wir dies aufgrund der Eigenheiten der Region derzeit genauer bestimmen können“, erklärte der leitende Experte.
Er führte in seiner Analyse weiter aus, dass es in diesem geografischen Bereich kleine, aber durchaus aktive geologische Verwerfungen gebe. Diese Strukturen bilden größere Zonen, die periodisch aktiviert werden und in der Folge derartige Erdbebenschwärme und kontinuierliche Erschütterungen auslösen.
Amtliche Warnungen und Verhaltensregeln für Anwohner
Angesichts der anhaltenden geologischen Dynamik richten die zuständigen Behörden eindringliche Warnungen an die lokale Bevölkerung von Euböa. Efthymis Lekkas appellierte an die Bürger, in den kommenden Tagen höchste Vorsicht walten zu lassen. Dies betrifft insbesondere den Aufenthalt in Bauwerken, die bereits bei früheren Naturereignissen strukturelle Defizite erlitten haben. „Die Anwohner sollten Häuser, die bei früheren Erdbeben beschädigt wurden, insbesondere alte Gebäude, meiden. Außerdem sollten sie sich nicht in Gebieten mit starken Gefällen und steilen morphologischen Brüchen aufhalten, wo die Gefahr von Erdrutschen besteht“, betonte der Seismologe.
Die präventiven Verhaltensmaßregeln zielen primär darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Es gilt, mögliche Unfälle durch herabfallende Mauerteile, beschädigte Dachkonstruktionen oder abrutschende Erdmassen an Hängen rigoros zu verhindern.
Gebäudeschäden und Erdrutsche in mehreren Gemeinden
Die physischen Auswirkungen der Erschütterungen sind in weiten Teilen des betroffenen Verwaltungsgebiets sichtbar. Berichten aus der griechischen Presse zufolge kam es zu konkreten Schäden an Wohn- und Geschäftshäusern. Der zuständige Vize-Gouverneur, Giorgos Kelaiditis, schilderte die angespannte Lage vor Ort: „Derzeit herrscht Panik unter den Menschen, da das Erdbeben sehr stark zu spüren war. Es gab Schäden an Häusern, Geschäften und an der Kirche Agios Georgios außerhalb von Prokopi, wo gerade eine Taufe stattfand und der Priester nach draußen rannte.“
Parallel dazu bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde Mantoudi gegenüber dem staatlichen Fernsehen ausgedehnte Erdrutsche, die weite Teile seines Verwaltungsbezirks betreffen. Besonders stark betroffen sind den Angaben zufolge die Siedlungen Vlachia und Dafnoula. Spezialisierte Einsatzteams und Techniker befinden sich bereits im Katastrophengebiet, um die Straßen zu räumen und die Sicherheit zu evaluieren. Ein in den Medien veröffentlichtes Video dokumentierte zudem die unmittelbare Reaktion von Personen in einem Geschäftsraum während des Bebens, was die unerwartete Intensität des Naturereignisses unterstreicht.