Athen – Mehr als 85.000 Läuferinnen und Läufer aus 124 Ländern haben am Wochenende des 7. und 8. November 2026 an den Wettbewerben des 43. Athens Authentic Marathon teilgenommen. Auf der historischen Strecke von Marathon bis zum Panathinaiko-Stadion in Athen fielen neue Bestmarken bei Männern und Frauen. Besonders bemerkenswert: Auch ein griechischer Rekord aus dem Jahr 1997 wurde gebrochen.
Die Sieger der klassischen Marathondistanz standen am Sonntag bereits fest, während noch Tausende Freizeitsportler auf den 42,195 Kilometern unterwegs waren. Etwa 25.000 Menschen waren allein für diese Strecke an den Start gegangen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Über 85.000 Teilnehmende aus 124 Ländern bedeuteten einen Beteiligungsrekord für das gesamte Veranstaltungswochenende.
- Manazot Siyum Taferi gewann bei den Männern in 2:10:03 Stunden und unterbot den bisherigen Streckenrekord um 31 Sekunden.
- Yatane Kormose Dousa siegte bei den Frauen in 2:30:04 Stunden und stellte ebenfalls eine neue Bestmarke auf.
- Stamatia (Matina) Noula verbesserte die griechische Frauen-Bestzeit auf der Originalstrecke um 3 Minuten und 57 Sekunden.
Zwei äthiopische Siege mit neuen Streckenrekorden
Manazot Siyum Taferi erreichte das Panathinaiko-Stadion nach 2:10:03 Stunden. Damit war der Äthiopier 31 Sekunden schneller als der Kenianer Edwin Kiptu, dessen Bestzeit von 2:10:34 seit 2023 Bestand gehabt hatte. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Äthiopier Assefa Tefera Mengisa betrug lediglich 15 Sekunden: Auch dessen Zeit von 2:10:18 blieb unter dem bisherigen Rekord.
Auf Rang drei folgte Patrick Keter Kiplagat aus Kenia mit 2:11:22 Stunden. Sein Landsmann Vincent Kipsang Rono wurde in 2:12:06 Vierter, Nguse Amlosom Tesfaldet aus Eritrea belegte mit 2:12:20 den fünften Platz.
Bei den Frauen gewann Yatane Kormose Dousa in 2:30:04 Stunden. Die Äthiopierin unterbot damit die bisherige Rekordzeit von 2:31:06, die Rasa Drazdauskaite aus Litauen 2010 erzielt hatte. Mit Tsigiyon Abebe Temesgen, ebenfalls aus Äthiopien, blieb auch die Zweitplatzierte in 2:30:29 unter dieser Marke. Zwischen den beiden Läuferinnen lagen 25 Sekunden.
Die nächsten Plätze gingen an Jane Jepkeboi Bareikis aus den USA (2:32:59), Atsende Baisa Tesema aus Äthiopien (2:33:10) und Milisent Jemutai Kibet aus Kenia (2:35:10).
Stamatia Noula löscht eine griechische Bestmarke von 1997
Für den griechischen Laufsport sorgte Stamatia Noula, auch Matina Noula genannt, für den herausragenden Moment. Die Athletin des Vereins Iraklis Thessaloniki 1908 kam nach 2:35:13 Stunden als Sechste der gesamten Frauenwertung ins Ziel und war damit die schnellste Griechin. Auf der historischen Strecke verbesserte sie den griechischen Rekord von Maria Polyzou aus dem Jahr 1997 um 3:57 Minuten. Die alte Bestzeit hatte bei 2:39:10 gelegen.
Noula hatte bereits im Vorjahr einen Veranstaltungsrekord erreicht. Nun sicherte sie sich auch den griechischen Meistertitel. Der allgemeine griechische Marathonrekord der Frauen von 2:33:40 Stunden aus dem Jahr 1998 blieb dagegen bestehen; er ist von der Bestmarke auf der Originalstrecke zu unterscheiden.
Als zweitschnellste Griechin erreichte Athanasia Kokkorou das Ziel in 2:36:28 Stunden und wurde Siebte der Gesamtwertung. Die für den Verein APK Neapolis Thessaloniki startende Sportlerin, die dem griechischen Marinebereich angehört, brach unmittelbar am Zielstrich in Tränen aus. Dahinter folgten Dafni-Eftychia Lavasa (2:45:06), Georgia Kanouta (2:45:40) und Xeni Katsimandou-Filippopoulou (2:46:02).
Die schnellsten Griechen und die Ergebnisse über zehn Kilometer
Bei den Männern war Konstantinos Stamoulis vom GAS Agrinio der schnellste griechische Teilnehmer. Er beendete den Marathon nach 2:17:37 Stunden als Achter der Gesamtwertung. Anschließend erklärte er, sein persönliches Ziel erreicht zu haben, und widmete seinen Erfolg seiner Familie.
Charalampos Pitsolis vom GAS Ilissos belegte in 2:18:58 Stunden den neunten Platz. Nikolaos Stamoulis, ebenfalls vom GAS Agrinio, kam in 2:19:05 Stunden als Zehnter ins Ziel und komplettierte die drei bestplatzierten griechischen Männer.
Auch im Zehn-Kilometer-Lauf am Sonntag gab es einen Rekord. Panagiotis Petroulakis gewann die Männerwertung mit einer neuen Veranstaltungsbestzeit von 29:40 Minuten. Bei den Frauen feierte Anastasia Marinakou ihren sechsten Sieg in Folge und setzte sich mit 33:09 Minuten durch. Der Lauf begann an der Vasilissis-Amalias-Allee und endete ebenfalls im Panathinaiko-Stadion.
85.000 Läufer aus 124 Ländern und die Marathon-Flamme
Die Beteiligung am zweitägigen Programm erreichte mit mehr als 85.000 Läuferinnen und Läufern aus 124 Ländern eine neue Höchstmarke. Rund 25.000 von ihnen nahmen am klassischen Marathon über 42,195 Kilometer teil. Der Start in Marathon erfolgte am Sonntag um 8:30 Uhr. Das Ziel befand sich im historischen Panathinaiko-Stadion, das auch Kallimarmaro genannt wird.
Das Startsignal gaben SEGAS-Präsidentin Sofia Sakorafa und der Gouverneur der Region Attika, Nikos Hardalias. Sakorafa erinnerte die Teilnehmenden in ihrer Ansprache daran, dass der erste Schritt entscheidend sei.
Bereits am Samstag, dem 7. November, gehörten zwei Fünf-Kilometer-Läufe zum Programm: der Telekom-Lauf um 17:00 Uhr und der Universities Night Run Allwyn mit Studierenden um 20:00 Uhr. Hinzu kamen Läufe über 1.200 Meter für Kinder, Special-Olympics-Athleten und Menschen mit Behinderung. Am historischen Grabhügel von Marathon wurde außerdem die Marathon-Flamme im Rahmen eines Fackellaufs entzündet.
Straßensperrungen und Änderungen bei Metro und Straßenbahn
Die Veranstaltung wirkte sich am Sonntag erheblich auf den Verkehr in Attika aus. Für den Marathon war ein Ende um 18:15 Uhr vorgesehen; Straßensperrungen entlang der Strecke sollten je nach Abschnitt und Rennverlauf schrittweise gelten. Betroffen waren unter anderem die Athener Straßen Vasilissis Sofias, Vasileos Konstantinou, Ardittou und Vasilissis Amalias sowie die Verkehrsachsen Marathonos und Mesogeion.
Auf den Metrolinien 1, 2 und 3 waren zusätzliche Züge vorgesehen. Die Straßenbahnlinie 6 auf der Verbindung Pikrodafni–Syntagma sollte bis 22:00 Uhr bereits an der Haltestelle Fix enden. In diesem Zeitraum entfiel die Bedienung der Haltestellen Syntagma, Zappeio und Leoforos Vouliagmenis.