Griechenland – Griechenland etabliert sich im Jahr 2026 als eines der attraktivsten Ziele für die globale Vermögensmigration, während traditionelle Wirtschaftsmächte wie Deutschland unter Abwanderungsdruck stehen. Laut dem aktuellen “Private Wealth Migration Report” von Henley & Partners strukturieren vermögende Privatpersonen ihre Wohnsitze neu, um steuerlichen und politischen Unsicherheiten zu entgehen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Griechenland erreicht 70,5 von 100 Punkten im weltweiten Index für Vermögensmobilität.
- Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich verzeichnen einen zunehmenden Abwanderungsdruck.
- Globale Millionäre setzen verstärkt auf “souveräne Portfolios” mit Wohnsitzen in mehreren Ländern.
Wachsende Konkurrenz für etablierte Industrienationen
Während Länder im Mittelmeerraum an Attraktivität gewinnen, stehen das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, Norwegen und Südkorea vor wachsenden Herausforderungen in der Wettbewerbsfähigkeit. Wie aus der Analyse hervorgeht, sind vor allem Steuerreformen, fiskalische Unsicherheit und weitreichende politische Veränderungen die Hauptgründe dafür, dass wohlhabende Bürger ihre Optionen neu bewerten.
Die Bewertung der Länder basiert auf zwölf spezifischen Kriterien. Dazu zählen unter anderem die steuerliche Behandlung, die Rechtsstaatlichkeit, die Lebensqualität sowie die geopolitische Stabilität. Auch die Wege zur Investorenmigration und die Möglichkeiten zur Familienintegration spielen eine entscheidende Rolle für die Standortwahl der High Net Worth Individuals (HNWI).
Die Strategie der “souveränen Portfolios”
Die Daten belegen eine deutliche Verschiebung im Verhalten der globalen Elite. Anstatt den traditionellen Weg einer einfachen, einmaligen Wohnsitzverlegung zu wählen, setzen HNWI – Personen, die über mindestens eine Million US-Dollar an hochliquiden Anlagevermögen verfügen – zunehmend auf umfassende Diversifikation. Sie verteilen ihre Rechte auf Aufenthalt, Staatsbürgerschaft sowie geschäftliche Interessen gezielt auf mehrere Regionen weltweit.
Der CEO von Henley & Partners, Dr. Juerg Steffen, erklärte dazu, dass Regierungen ihre reichsten Bürger über einen Großteil des vergangenen Jahrhunderts als relativ festes Kapital betrachten konnten. Diese Annahme sei jedoch mittlerweile obsolet. Länder würden heute nicht mehr nur um reines Kapital konkurrieren, sondern aktiv um Unternehmer, Unternehmensgründer und Investoren buhlen, die das Wirtschaftswachstum und die Innovation im Land vorantreiben.
Spitzenreiter der globalen Vermögensmobilität
Führend in der globalen Vermögensmobilität sind derzeit Singapur mit 79,5 und Neuseeland mit 75,8 von 100 möglichen Punkten. Eine zweite Gruppe besonders starker Performer umfasst die Kaimaninseln, Zypern, die Niederlande, Portugal, Italien und die Bermudas, die alle solide Werte über der 72-Punkte-Marke erreichen.
Direkt dahinter positioniert sich eine Reihe äußerst wettbewerbsfähiger Staaten. Neben Uruguay, Lettland, Panama, Hongkong und der Schweiz gehört auch Griechenland mit einem Score von 70,5 zu dieser begehrten Gruppe. Dies verdeutlicht die wachsende Bedeutung Südeuropas als sicherer Hafen für privates Kapital und internationale Unternehmer.
Unerwartete Entwicklungen in den USA und den VAE
Trotz ihrer unbestrittenen Rolle als größter Motor für Vermögensbildung weisen die Vereinigten Staaten mit 62,3 Punkten einen vergleichsweise niedrigen Wert bei der Mobilitäts-Wettbewerbsfähigkeit auf. Bemerkenswert ist, dass die USA mittlerweile den größten Quellmarkt für Anfragen nach alternativen Wohnsitzen bilden. Die Anträge von US-Bürgern verdoppelten sich im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr und verbleiben auch 2026 auf diesem hohen Niveau. Da nur sieben Prozent dieser Anfragen von bereits im Ausland lebenden Amerikanern stammen, wird der Trend klar von Inländern getrieben.
Ein weiteres Paradoxon zeigen die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit 85,3 Punkten erzielt der Golfstaat einen Spitzenwert, der die hohe steuerliche Attraktivität und die hervorragende Infrastruktur widerspiegelt. Dennoch verzeichnete die Branche zwischen dem vierten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 einen massiven Anstieg der Anfragen von in den VAE ansässigen Personen um 41 Prozent. Die konkreten Anträge auf einen alternativen Wohnsitz oder eine zweite Staatsbürgerschaft stiegen im selben Zeitraum um 29 Prozent.