Griechenland – Die griechische Supermarktbranche hat ihren Umsatz innerhalb von fünf Jahren um vier Milliarden Euro gesteigert. 2025 erreichte der Markt ein Volumen von 16 Milliarden Euro. Zugleich konzentriert sich das Geschäft zunehmend auf wenige Unternehmen: Die sechs größten Ketten vereinten nach einer Untersuchung von EY-Parthenon rund 71 Prozent des organisierten Lebensmitteleinzelhandels auf sich.
Im Jahr 2020 lag das Marktvolumen demnach bei etwa zwölf Milliarden Euro. Besonders deutlich fällt die Konzentration an der Spitze aus: Allein die drei größten Anbieter hielten 2025 zusammen 56 Prozent des Marktes. Die Zahlen stammen aus der Studie „Grocery retail sector outlook 2026“.
Sklavenitis gewinnt deutlich, AB Vasilopoulos verliert Marktanteile
Der größte Gewinner bei den Marktanteilen ist Sklavenitis. Das Unternehmen steigerte seinen Anteil von 26 Prozent im Jahr 2020 auf 32 Prozent im Jahr 2025 und baute damit seine Führungsposition aus. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil von AB Vasilopoulos von 17 auf 13 Prozent. EY-Parthenon beschreibt die Kette als Unternehmen, das in einem ausgereiften Markt unter Wettbewerbsdruck steht und strategisch auf die Sicherung seiner Profitabilität setzt.
Metro behauptete ihren Anteil von elf Prozent. Masoutis verbesserte sich von sieben auf acht Prozent, Kritikos von drei auf fünf Prozent. Bei Kritikos führt die Studie den Zuwachs unter anderem auf die Ausweitung des Filialnetzes und eine stärkere Positionierung zurück. Galaxias lag von 2020 bis 2023 bei vier Prozent, fiel 2024 und 2025 jedoch auf drei Prozent.
| Supermarktkette | Marktanteil 2020 | Marktanteil 2025 | Umsatz 2025 |
|---|---|---|---|
| Sklavenitis | 26 % | 32 % | 5,1 Mrd. € |
| AB Vasilopoulos | 17 % | 13 % | 2,0 Mrd. € |
| Metro | 11 % | 11 % | 1,7 Mrd. € |
| Masoutis | 7 % | 8 % | 1,2 Mrd. € |
| Kritikos | 3 % | 5 % | 836 Mio. € |
| Galaxias | 4 % | 3 % | Keine Angabe |
Die ausgewiesenen Einzelanteile für 2025 ergeben zusammen 72 Prozent; die Studie nennt für die sechs Unternehmen insgesamt 71 Prozent. Die Abweichung kann mit gerundeten Einzelwerten zusammenhängen.
Wie sich die operativen Ergebnisse der Ketten entwickelt haben
Bei Sklavenitis stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 2020 und 2025 von 225 auf 343 Millionen Euro. Bei einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen 2025 einen Nettogewinn von 96 Millionen Euro.
Metro erhöhte ihr EBITDA im gleichen Zeitraum von 57 auf 70 Millionen Euro und setzte zuletzt 1,7 Milliarden Euro um. Masoutis steigerte den Wert von 60 auf 72 Millionen Euro; der Umsatz erreichte 1,2 Milliarden Euro. Kritikos verbuchte 2025 ein EBITDA von 29 Millionen Euro nach 37 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz der Kette lag bei 836 Millionen Euro.
Schwieriger entwickelte sich das operative Ergebnis bei AB Vasilopoulos und Galaxias. Das bereinigte EBITDA von AB Vasilopoulos lag 2025 bei 27 Millionen Euro, verglichen mit 174 Millionen Euro im Jahr 2020; die Erlöse erreichten zwei Milliarden Euro. Bei Galaxias ging das EBITDA im selben Zeitraum von 38 auf zwölf Millionen Euro zurück. Da für AB Vasilopoulos ein bereinigter Wert genannt wird, sind die Kennzahlen nicht ohne Weiteres vollständig vergleichbar.
Investitionen in neue Märkte, Filialen und Logistik
Sklavenitis übernahm 2026 einen Anteil von 49 Prozent an Eurcontact, dem Unternehmen hinter der Marke Freskoulis. Außerdem testet die Kette ihr neues „Food to Go“-Konzept in vier Filialen. Für 2026 und 2027 plant sie Investitionen von insgesamt 350 Millionen Euro. Vorgesehen sind ein Food Hall und 15 neue Geschäfte, darunter ein Markt mit 2.094 Quadratmetern in Oreokastro sowie ein Standort mit 2.800 Quadratmetern in Loutraki.
Metro investiert 70 Millionen Euro in ein Verteilzentrum in Aspropyrgos. Parallel wächst das Franchise-Netz von My Market Local. Für den Zeitraum von 2026 bis 2029 sieht das Unternehmen weitere Investitionen zwischen 250 und 280 Millionen Euro sowie die Eröffnung von etwa 150 Geschäften vor.
Masoutis schloss 2026 die Fusion mit Kritikos ab. Daraus entstand nach den vorliegenden Angaben eine Gruppe mit einem Wert von rund zwei Milliarden Euro und mehr als 800 Filialen. Für Thessaloniki ist zudem ein multifunktionaler Komplex geplant, der Einzelhandel, Gastronomie, Sportangebote und Büros verbinden soll. Die für 2025 ausgewiesenen Marktanteile beziehen sich noch auf die einzelnen Ketten.
Kritikos hatte zuvor durch Übernahmen und neue Filialen stark expandiert. Laut EY-Parthenon ging dies auch mit einer höheren Verschuldung einher. Das Unternehmen engagierte sich außerdem bei der Supermarktkette Spanos und unterstützte deren Restrukturierung.
AB Vasilopoulos setzt auf Franchise, Galaxias auf Eigenfinanzierung
AB Vasilopoulos nahm 2026 ein 35.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Elefsina in Betrieb und wandelte 35 eigene Filialen in Franchise-Standorte um. Zusätzlich eröffnete die Kette 46 neue Franchise-Geschäfte. Bis 2028 will sie auf rund 900 Standorte wachsen; dafür sind Investitionen von 41,5 Millionen Euro vorgesehen.
Galaxias setzt bei der Expansion dagegen auf eigene Mittel und Liquiditätsreserven, ohne Bankkredite aufzunehmen. Geplant sind ein 45.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Aspropyrgos sowie ein vollständig unternehmenseigener Handelskomplex in Agrinio. 2026 unterzeichnete das Unternehmen zudem eine Finanzierung über 3,5 Millionen Euro aus dem europäischen Aufbau- und Resilienzmechanismus, um die Energienutzung in 50 bestehenden Filialen zu modernisieren.
Mit Informationen von: EY-Parthenon.