Serifos – Ein geplantes Fünf-Sterne-Hotel mit 94 Betten auf der griechischen Kykladeninsel Serifos hat keine positive Stellungnahme des zuständigen Gemeindeausschusses erhalten. Im Mittelpunkt der Kritik stehen 20 vorgesehene Swimmingpools, die Wasserknappheit und die Größe des Projekts. Hinzu kommen Bedenken wegen möglicher Folgen für eine geschützte Landschaft.
Die ablehnende Stellungnahme erfolgte auf Anfrage des Umweltausschusses der Region Südliche Ägäis. Sie betrifft die Bewertung des konkreten Vorhabens im laufenden Verfahren und ist keine abschließende Entscheidung über dessen Genehmigung.
Fünf Millionen Euro für 36 Hotelzimmer
Hinter dem Vorhaben steht die DNA Hospitality Group IKE. Das Hotel soll am Standort Mouria im Gebiet Kalo Ambeli entstehen und umfasst nach der Planung 36 Zimmer mit insgesamt 94 Betten. Das Investitionsvolumen wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.
Vorgesehen sind ein zentrales Empfangsgebäude und vier Gebäudeeinheiten mit Gästezimmern. Das Grundstück ist etwa 18.700 Quadratmeter groß, die geplante bebaute Fläche beträgt rund 1.497 Quadratmeter. Der Betrieb ist für die Monate Mai bis September mit ungefähr 20 Beschäftigten vorgesehen.
Besonders umstritten sind die Wasseranlagen: Neben einem Gemeinschaftspool sieht das Konzept 19 private Pools vor. Der Gemeindeausschuss bezeichnet die vorgesehenen Becken als „illegal“. Außerdem hält er die Dimension des Hotels im Verhältnis zur Größe und zum Charakter der Insel für unangemessen.
Wasserversorgung und Natura-2000-Schutzgebiet
Die Frage, woher das benötigte Wasser kommen soll, spielt in den Einwänden eine zentrale Rolle. Bereits in der Umweltverträglichkeitsstudie wurde festgehalten, dass die Gemeinde die vollständige Versorgung des Hotels über das öffentliche Wassernetz nicht garantieren kann.
Das Unternehmen hat deshalb eine Genehmigung für Bohrungen beantragt. Geplant ist eine Wasserentnahme von bis zu 3.000 Kubikmetern im Jahr, ergänzt durch Wasser aus dem kommunalen Netz. Abwasser soll aufbereitet und anschließend zur Bewässerung verwendet werden.
Das Projekt liegt innerhalb des Natura-2000-Gebiets „Süd-Serifos“. Der Gemeindeausschuss befürchtet dort nicht nur Belastungen der knappen Wasserressourcen, sondern auch Auswirkungen auf die Umwelt und das Landschaftsbild. Für die weitere Entwicklung der Investition kommt der Umweltgenehmigung deshalb eine entscheidende Rolle zu.