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Wissenschaftler arbeiten an Hightech-Geräten in einem modernen pharmazeutischen Labor
Wirtschaft

Warnung aus der Pharmabranche: Griechenland verpasst neue Medikamente

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
17.03.2026 17:37
Antonia Feldberg
Griechenland
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By Webdesign Meister
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Griechenland – Das griechische Gesundheitswesen steht vor massiven strukturellen und finanziellen Hürden, die den Zugang der Patienten zu modernen medizinischen Behandlungen stark einschränken. Nach aktuellen Analysen erreicht derzeit nur ein Bruchteil der neu entwickelten und hochinnovativen Medikamente den heimischen Markt. Im Rahmen einer umfassenden Präsentation des biopharmazeutischen Unternehmens AstraZeneca beleuchtete das Management die wachsende Diskrepanz zwischen dem globalen medizinischen Fortschritt und der lokalen Verfügbarkeit von Therapien in der Hellenischen Republik. Die vorliegenden Daten zeigen deutlich, dass enorme obligatorische Rückvergütungen an den Staat sowie ein zu langsames Wachstum der öffentlichen Gesundheitsfinanzierung die Zukunftsfähigkeit der Patientenversorgung massiv bedrohen.

Der eingeschränkte Zugang zu innovativen Therapien

Die strukturellen Defizite manifestieren sich besonders deutlich in der realen Verfügbarkeit neuer pharmazeutischer Wirkstoffe auf dem nationalen Markt. Nach aktuellen Erhebungen des spezialisierten Gesundheitsdatenunternehmens IQVIA schafft es statistisch gesehen lediglich eines von fünf innovativen Medikamenten in die griechischen Apotheken und Krankenhäuser. Von insgesamt 173 Produkten, die zwischen den Jahren 2020 und 2023 durch die Europäische Arzneimittel-Agentur offiziell zugelassen wurden, stehen den Patienten in Griechenland lediglich 45 zur Verfügung. Diese gravierende medizinische Unterversorgung beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf den nationalen Rahmen, sondern spiegelt ein deutlich breiteres europäisches Problem wider.

Onkologische Patienten in Europa müssen im Durchschnitt etwa zwei Jahre länger auf neuartige Krebstherapien warten als Betroffene in den Vereinigten Staaten. Die Kluft zwischen den Kontinenten hat sich in der jüngeren Vergangenheit weiter vergrößert. In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 40 Prozent aller in den USA neu eingeführten Medikamente niemals in europäischen Ländern auf den Markt gebracht, was die therapeutischen Möglichkeiten für hiesige Patienten stark limitiert.

Finanzielle Belastungen und das System der Rückvergütungen

Die primäre Ursache für diesen Versorgungsengpass in Griechenland liegt in der Architektur der Finanzierung des öffentlichen Gesundheitswesens. Seit dem Jahr 2022 trägt die pharmazeutische Industrie mehr als 53 Prozent der gesamten nationalen Arzneimittelausgaben, wobei die direkte finanzielle Eigenbeteiligung der Patienten in dieser Berechnung noch nicht einmal berücksichtigt ist. Da die staatliche Grundfinanzierung spürbar langsamer wächst als die tatsächlichen Gesundheitsausgaben, werden die Hersteller zu immer höheren obligatorischen Rückvergütungen und gesetzlichen Rabatten gezwungen. Allein die griechische Niederlassung von AstraZeneca verbuchte im Jahr 2025 bei einem Bruttoumsatz von 425 Millionen Euro gesetzliche Rückzahlungen in exorbitanter Höhe von 225,3 Millionen Euro an das staatliche System.

Elena Chouliara, die amtierende Präsidentin und Geschäftsführerin für Griechenland und Zypern, legte dar, dass diese kontinuierliche Steigerung der industriellen Belastung die generelle Zukunftsfähigkeit des Systems und den raschen Zugang der Patienten zu optimalen Behandlungen gefährde. Trotz dieser beträchtlichen finanziellen Hürden beschäftigt der Konzern landesweit 270 hochqualifizierte Mitarbeiter. Zudem führte das Unternehmen zwischen 2020 und 2025 insgesamt 89 klinische Studien in der Republik durch und realisierte acht spezielle Frühzugangsprogramme für schwerkranke Patienten. Für die Periode von 2026 bis 2028 rechnet der Konzern zudem mit der europäischen Zulassung von 17 neuen Medikamenten und 51 neuen therapeutischen Indikationen.

Globale Strategie und Künstliche Intelligenz in der Forschung

Auf internationaler Ebene verfolgt das Unternehmen derweil eine expansive Forschungsstrategie, die bis zum Jahr 2030 die Markteinführung von 20 gänzlich neuen Medikamenten vorsieht. Ziel dieser wissenschaftlichen Expansion ist es, den Gesamtwert des Unternehmens langfristig auf 80 Milliarden US-Dollar zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern bereits ein globales Umsatzwachstum von neun Prozent auf insgesamt 58,7 Milliarden US-Dollar, was von 217 internationalen Produktneueinführungen flankiert wurde. Die massiven Investitionen in Forschung und Entwicklung beliefen sich allein in diesem zwölfmonatigen Zeitraum auf 14,2 Milliarden US-Dollar, wobei weltweit über 96.000 Mitarbeiter in dem Konzern tätig sind.

Ein zentraler Treiber dieser wissenschaftlichen Beschleunigung ist die konsequente Implementierung von Künstlicher Intelligenz und moderner Datenwissenschaft. Mittlerweile werden in 90 Prozent aller Entwicklungsprogramme für kleine Moleküle selbstlernende Algorithmen eingesetzt. Diese technologische Unterstützung erstreckt sich von der initialen Identifizierung therapeutischer Ziele bis hin zur logistischen Auswertung klinischer Studien. Darüber hinaus wird die Technologie ebenso bei der komplexen Konzeption von zellbasierten Ansätzen, Nukleotiden, Peptiden und Proteinstrukturen angewendet. Das resultierende Forschungsportfolio umfasste Ende 2025 exakt 197 Projekte, von denen sich 176 in der klinischen Phase befanden, begleitet von mehr als 100 laufenden Phase-III-Studien, aus denen im selben Jahr 16 positive Resultate vermeldet wurden.

Reformvorschläge und der Fokus auf präventive Medizin

Um die strukturellen Defizite im nationalen System zu überwinden, fordern die Unternehmensvertreter einen fundamentalen Paradigmenwechsel, der Gesundheit nicht als Kostenfaktor, sondern als strategische Investition in das wirtschaftliche Wachstum und die gesellschaftliche Kohäsion begreift. Die vorgeschlagene Transformation umfasst konkret die Schaffung eines integrierten Ökosystems für Gesundheitsdaten, die Etablierung eines nationalen Rates für Arzneimittelpolitik sowie eine grundlegende Reform der Bewertung von Gesundheitstechnologien mit einem stärkeren Fokus auf wertbasierte Verhandlungen.

Ein weiterer entscheidender Pfeiler zur Entlastung der Ressourcen ist die systematische Krankheitsprävention. Im Rahmen der Initiative für die Nachhaltigkeit und Resilienz von Gesundheitssystemen, welche in enger Kooperation mit der London School of Economics und dem Weltwirtschaftsforum durchgeführt wird, liegt der Fokus der zweiten Projektphase in Griechenland auf der Bekämpfung nicht übertragbarer Krankheiten. In direkter Abstimmung mit der offiziellen Politik des griechischen Gesundheitsministeriums startete bereits im Januar ein landesweites Screening-Programm für chronische Nierenerkrankungen, während ein ähnliches Pilotprojekt zur Früherkennung von Lungenkrebs in unmittelbarer Vorbereitung ist. Parallel zu diesen medizinischen Vorstößen meldete der Konzern im Rahmen seiner Null-Emissions-Strategie signifikante Fortschritte im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit. Die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen der Scopes 1 und 2 wurden im Jahr 2025 um exakt 88,1 Prozent im direkten Vergleich zum Basisjahr 2015 reduziert.

TAGGED:Gesundheit - Vorsorge
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