Nordgriechenland – Sechs von zehn Unternehmen in Nordgriechenland planen für das Jahr 2026 eine Aufstockung ihres Personals, wie die aktuelle Studie “HR Trends 2026” des Personaldienstleisters Randstad belegt. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch anstehende Investitionen und das angestrebte Unternehmenswachstum in der Region angetrieben, stößt jedoch in der Praxis auf eine zunehmende Verknappung von hochqualifizierten Arbeitskräften.
An der Erhebung, die zwischen Oktober 2025 und März 2026 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 861 Führungskräfte in Griechenland teil, darunter 182 Vertreter aus nordgriechischen Unternehmen. Lediglich fünf Prozent der befragten Betriebe in der Region gehen für das laufende Jahr von einem Personalabbau aus.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 60 Prozent der nordgriechischen Unternehmen planen Neueinstellungen, getrieben von Expansion und Investitionen.
- Die höchste Nachfrage verzeichnen Ingenieure (59 %), gefolgt von KI-Spezialisten (33 %) und Datenanalysten (25 %).
- Der aktive Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Betrieben hat sich im Vergleich zu 2025 auf 41 Prozent verdoppelt.
Fachkräftemangel hemmt die Personalbeschaffung
Trotz der grundsätzlich positiven Konjunkturerwartungen bleibt die Gewinnung neuer Mitarbeiter die zentralste Herausforderung für den Arbeitsmarkt der Region. Rund 55 Prozent der Arbeitgeber geben an, erhebliche Schwierigkeiten bei der Talentgewinnung zu haben. Dies spiegelt sich auch in den Einstellungsverfahren wider: 52 Prozent der Unternehmen berichten von harten Verhandlungen über Gehälter und Zusatzleistungen.
Als Hauptgründe für die Rekrutierungsprobleme nennen 44 Prozent einen generellen Mangel an verfügbaren Kandidaten auf dem Markt, während 41 Prozent explizit das Fehlen spezifischer Fachkenntnisse beklagen. Darüber hinaus räumen vier von zehn Unternehmen ein, dass sie Probleme haben, die langfristige Bindung und Motivation ihrer bestehenden Belegschaft aufrechtzuerhalten.
Gehaltsanpassungen und strategische Mitarbeiterbindung
Um im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können, greifen die Unternehmen zu verschiedenen Maßnahmen. Für 55 Prozent der Firmen sind Gehaltserhöhungen das primäre Instrument der Mitarbeitergewinnung. Dennoch bleiben die Gehaltsanpassungen überwiegend moderat: 76 Prozent der Arbeitgeber, die Erhöhungen planen, kalkulieren mit einem Plus zwischen einem und fünf Prozent. Nur knapp ein Viertel (24 %) geht davon aus, dass die eigenen Vergütungsstrukturen über dem Marktdurchschnitt liegen.
Neben finanziellen Anreizen setzen 50 Prozent der Unternehmen auf gezielte Schulungs- und Weiterbildungsprogramme. Weitere Faktoren zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sind die Verbesserung der internen Kommunikation (41 %) und das Aufzeigen klarer beruflicher Entwicklungsperspektiven (38 %). Zudem werden vermehrt Zusatzleistungen wie private Krankenversicherungen, flexible Arbeitsmodelle und Leistungsboni angeboten.
Nachfrage nach technischer Expertise und Soft Skills
Die Auswertung der gesuchten Berufsprofile verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel der lokalen Wirtschaft. Die Liste der begehrtesten Fachkräfte wird mit 59 Prozent von Ingenieuren angeführt. Dahinter folgen KI-Spezialisten (33 %) und Datenanalysten (25 %). Auch Fachpersonal für Operations und Supply Chain (20 %), Human Resources (19 %) sowie IT- und Softwareentwicklung (15 %) stehen hoch im Kurs.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die persönlichen Eigenschaften der Bewerber. Moderne Arbeitgeber fordern eine Kombination aus Fachwissen und sogenannten Soft Skills. Ganz oben auf der Anforderungsliste stehen Resilienz und Anpassungsfähigkeit (66 %), dicht gefolgt von fundierten digitalen Fähigkeiten (61 %). Teamfähigkeit (54 %), Eigenmotivation (51 %) und Empathie (46 %) runden das gesuchte Profil ab. 42 Prozent der Unternehmen erwarten zudem explizite Kenntnisse im Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Künstliche Intelligenz wird zum Standardwerkzeug
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Geschäftsalltag hat sich in Nordgriechenland zu einer strategischen Priorität entwickelt. Der Anteil der Unternehmen, die den Einsatz von KI aktiv ausweiten, stieg innerhalb eines Jahres von 20 Prozent (2025) auf aktuell 41 Prozent an.
Die Technologie findet vor allem in den Bereichen IT, Personalwesen, Marketing, Unternehmensführung und Finanzen Anwendung. Diese rasante Adaption unterstreicht den Druck auf dem Arbeitsmarkt, Effizienzsteigerungen durch Automatisierung und datengestützte Prozesse zu realisieren, was wiederum die hohe Nachfrage nach entsprechend ausgebildetem Personal erklärt. Die Fluktuation bleibt derweil überschaubar: 2025 verzeichneten 63 Prozent der Firmen eine Kündigungsrate von unter 16 Prozent. Wenn Mitarbeiter wechseln, dann meist aufgrund von lukrativeren Angeboten (60 %) oder besseren Aufstiegschancen (43 %).