Griechenland – Die Alpha Bank hat in den ersten neun Monaten 2026 ihren bereinigten Gewinn nach Steuern um 14,2 Prozent auf 779 Millionen Euro gesteigert. Neben höheren Zins- und Provisionserträgen trug das wachsende Kreditgeschäft zur Entwicklung bei. Am 5. November will die griechische Bank ihre strategischen Prioritäten bis 2030 vorstellen.
Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTBV) lag im Neunmonatszeitraum bei 14,5 Prozent und im dritten Quartal bei 15,5 Prozent. Allein von Juli bis September erzielte das Institut einen bereinigten Nachsteuergewinn von 283 Millionen Euro.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Zinsüberschuss erreichte im dritten Quartal 472,2 Millionen Euro, den höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2017.
- Der Bestand an vertragsgemäß bedienten Krediten stieg auf 40,4 Milliarden Euro.
- Die gesamten Kundengelder erhöhten sich im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 88,1 Milliarden Euro.
- Für Anfang Dezember ist eine Zwischendividende von rund 124 Millionen Euro vorgesehen.
Höhere Zins- und Provisionserträge
Der Zinsüberschuss legte im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 8,2 Prozent auf 472,2 Millionen Euro zu. Nach Angaben der Bank war dies der höchste Quartalswert seit Ende 2017. Im gesamten Neunmonatszeitraum erreichte der Zinsüberschuss rund 1,3 Milliarden Euro, ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bank führt die Entwicklung vor allem auf das größere Kreditportfolio und höhere Beiträge aus ihrem Anleihebestand zurück.
Auch das Provisionsgeschäft wuchs deutlich. Die entsprechenden Erträge stiegen in den ersten neun Monaten um 32 Prozent auf 483 Millionen Euro. Ohne Dividenden der Immobiliengesellschaft Prodea betrug das Wachstum 25,4 Prozent. Die Provisionen machten damit ungefähr ein Viertel der operativen Konzernerträge aus.
Im dritten Quartal erzielte die Alpha Bank 156 Millionen Euro an Provisionserträgen und operative Gesamterträge von 634 Millionen Euro. Impulse kamen insbesondere aus dem Karten- und Zahlungsverkehr sowie der Vermögensverwaltung. Letztere steuerte im Quartal mehr als 40 Millionen Euro bei und erreichte damit nach Bankangaben einen Rekordwert. Auch kürzlich getätigte Übernahmen hätten die Ertragsbasis verbreitert.
Kreditbestand über 40 Milliarden Euro, Kundengelder wachsen
Der Bestand an vertragsgemäß bedienten Krediten erreichte 40,4 Milliarden Euro und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 13,1 Prozent. Die Nettoausweitung des Kreditgeschäfts belief sich seit Jahresbeginn auf 2,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 0,4 Milliarden Euro auf das dritte Quartal, in dem neue Kredite über insgesamt 3,1 Milliarden Euro ausgezahlt wurden. Die Bank sieht sich weiterhin auf Kurs, ihre im zweiten Quartal angehobene Prognose zu erreichen.
Parallel stiegen die gesamten Kundengelder auf 88,1 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 19 Prozent im Jahresvergleich. Die Einlagen legten um 13,3 Prozent zu, das verwaltete Vermögen um 32 Prozent. Bei Anlageprodukten verzeichnete die Bank Nettomittelzuflüsse von 0,4 Milliarden Euro im dritten Quartal und 1,1 Milliarden Euro seit Jahresbeginn. Damit wurde nach Unternehmensangaben die Zielvorgabe für das gesamte Jahr 2026 bereits übertroffen.
Kapitalquote bei 14,5 Prozent und Zwischendividende geplant
Die Kosten-Ertrags-Quote betrug im dritten Quartal 36 Prozent und in den ersten neun Monaten 38 Prozent. Der Anteil notleidender Risikopositionen (NPE-Quote) lag bei 3,8 Prozent. Die Risikokosten beliefen sich auf 43 Basispunkte im dritten Quartal beziehungsweise 42 Basispunkte im Neunmonatszeitraum.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) erreichte 14,5 Prozent und lag damit 20 Basispunkte über dem Vorquartal. Im Neunmonatszeitraum erwirtschaftete die Bank organisch 124 Basispunkte zusätzliches Kapital. Eine neue synthetische Verbriefung stärkte die Quote im dritten Quartal um weitere 17 Basispunkte.
Für Ausschüttungen bildet die Bank eine Rückstellung beziehungsweise Vorsorge in Höhe von 55 Prozent der veröffentlichten Gewinne. Der bis Ende September hierfür berücksichtigte Betrag belief sich auf 421 Millionen Euro. Davon sind rund 124 Millionen Euro als Zwischendividende Anfang Dezember vorgesehen. Es handelt sich um eine geplante Ausschüttung, nicht um eine bereits erfolgte Zahlung.
Neue Unternehmensidentität und Strategie bis 2030
Vorstandschef Vassilis Psaltis verwies auf die neue Unternehmensidentität, die am 12. Oktober vorgestellt wurde. Sie markiere nach seiner Darstellung den Abschluss einer mehrjährigen Transformation und greife die fast 150-jährige Geschichte der Alpha Bank auf. Als weitere Maßnahmen nannte er ein Programm für Krankenversicherung und häusliche Betreuung älterer Eltern von Beschäftigten sowie Gehaltserhöhungen für Finanzberater der Bank.
Psaltis bezeichnete die finanzielle Basis des Instituts als solide, verwies aber zugleich auf Unsicherheiten im internationalen makroökonomischen Umfeld. Die Kapitalausstattung, eine vorsichtige Risikovorsorge und die diversifizierte Refinanzierung seien aus Sicht des Managements wichtige Stärken. Er hob zudem die Haushaltsentwicklung, die sinkende Staatsverschuldung und die wachsenden Investitionsvorhaben in Griechenland als günstige Rahmenbedingungen hervor.
Beim Investor Day am 5. November 2026 will die Alpha Bank ihre strategischen Schwerpunkte bis 2030 präsentieren.
Mit Informationen von: Alpha Bank.