Kreta – Eine Schülerproduktion aus Heraklion über Waffenbesitz und Waffengewalt auf Kreta hat die Aufmerksamkeit der ARD auf sich gezogen. Der preisgekrönte Film „Zitima Timis“ („Eine Frage der Ehre“) der 24. Grundschule von Heraklion wurde in eine deutsche Dokumentation über unterschiedliche Seiten der Insel aufgenommen. Für das Projekt arbeiteten Grundschulkinder mit der Pädagogin Evi Christaki zusammen.
Mit ihrem Film wollen die Beteiligten eine Diskussion darüber anstoßen, welche Rolle Bildung bei der Auseinandersetzung mit Gewalt spielen kann. Das Projekt fand bereits im Internet Beachtung und wurde bei Bildungswettbewerben ausgezeichnet.
Ein Vorfall in Voriza als Anlass für das Filmprojekt
Ausgangspunkt war ein Vorfall im kretischen Ort Voriza, der die Debatte über den Besitz und Gebrauch von Schusswaffen auf der Insel erneut in den Vordergrund rückte. Evi Christaki entschied sich, das Thema gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der 24. Grundschule von Heraklion filmisch zu bearbeiten.
Unter dem Titel „Zitima Timis“ entstand eine Schülerarbeit, die sich gegen Waffengewalt richtet. Der Film setzt auf die Möglichkeiten gemeinsamer kreativer Arbeit, um gesellschaftliche Einstellungen und den Umgang mit Gewalt zu hinterfragen. Die Initiative erreichte nach Angaben des kretischen Nachrichtenportals Neakriti auch außerhalb der Schule ein breiteres Publikum.
Zwei Auszeichnungen für die Schülerproduktion
Bei den Education Leaders Awards erhielt die Produktion den zweiten Platz in der Kategorie „Psychische Gesundheit und Wohlbefinden“. Im Bildungswettbewerb Bravo Schools wurde sie zudem mit einer Ehrung und einem Preis ausgezeichnet.
Die Auszeichnungen würdigen ein Projekt, bei dem sich Grundschulkinder über den Unterricht hinaus mit einem gesellschaftlichen Thema beschäftigen und ihre Botschaft in einem Film formulieren.
Warum die ARD den Film in ihre Dokumentation aufnahm
Die ARD griff den Schülerfilm für eine Dokumentation auf, die verschiedene und teils gegensätzliche Seiten des heutigen Kreta beleuchten soll. Im Rahmen der Produktion wurde auch die Pädagogin Evi Christaki über die Entstehung des Films und seine Botschaft interviewt.
Das Interesse des deutschen Fernsehteams war ebenfalls Thema in der Sendung „Kalo Mesimeri“ des regionalen Fernsehsenders KRITI TV, mit der Christaki verbunden ist. Der ARD-Korrespondent Moritz Pompi sprach dort über die Themenwahl und das Ziel, gesellschaftliche Gegensätze auf Kreta sichtbar zu machen.
Die Dokumentation richtet den Blick damit nicht allein auf Traditionen und gesellschaftliche Konflikte, sondern auch auf Menschen, die Veränderungen anstoßen wollen. Die Arbeit der Kinder aus Heraklion steht für eine solche Initiative: Sie verbindet eine klare Haltung gegen Waffengewalt mit schulischer Bildung und kreativem Ausdruck.