Kreta – In öffentlichen Krankenhäusern auf Kreta warten Patienten nach den vorliegenden Berichten teilweise mehrere Monate auf einen Termin in einer Fachambulanz. Das Problem betrifft sowohl die Online-Buchung als auch die telefonische Terminvergabe. Besonders belastend ist die Lage für Menschen, die nach wichtigen Untersuchungen erneut zu ihrem Arzt müssen, aber keinen freien Termin finden.
Zu den betroffenen Bereichen zählen endokrinologische, kinderchirurgische und gastroenterologische Sprechstunden. Auch rheumatologische Ambulanzen stehen unter erheblichem Druck. Im elektronischen Buchungssystem werden freie Termine in mehreren Fachrichtungen erst Monate später angezeigt.
Stundenlang am Telefon – und trotzdem kein Termin
Hörer des Senders Radio Kreta berichten, sie versuchten teils von der Öffnung der Telefonleitung um 8 Uhr bis 13 oder 14 Uhr, einen Mitarbeiter zu erreichen. Selbst wenn schließlich jemand abhebe, seien die verfügbaren Termine oft schon ausgebucht – mitunter bereits an dem Tag, an dem sie zur Buchung freigegeben wurden.
Den vorliegenden Informationen zufolge arbeitet die telefonische Terminvergabe mit einer veralteten Anlage und begrenztem Personal. Gleichzeitig wenden sich dem Bericht zufolge immer mehr Menschen für medizinische Versorgung an die öffentlichen Krankenhäuser.
Biopsie abgeschlossen, doch die Besprechung bleibt aus
Eine Hörerin von Radio Kreta schilderte einen besonders schwierigen Fall: Wegen eines ernsten Gesundheitsproblems musste sie sich einer Biopsie unterziehen. Die Untersuchung fand inzwischen statt. Nun gelingt es ihr jedoch nicht, einen Termin zu bekommen, um die Ergebnisse mit ihrem Arzt zu besprechen.
Ein anderer Patient wurde Mitte Juli aus einem Krankenhaus entlassen, ebenfalls mit einem schweren Gesundheitsproblem. Damals wurde ihm angekündigt, dass er innerhalb eines Monats über eine anstehende Koloskopie informiert werde. Die Benachrichtigung kam erst am 4. November. Dabei erfuhr er, dass die Untersuchung für März 2027 vorgesehen ist.
Einige Betroffene weichen deshalb auf kostenpflichtige Nachmittagssprechstunden oder private Arztpraxen aus. Für Patienten, die sich diese Möglichkeiten nicht leisten können, bleibt nach den geschilderten Erfahrungen häufig nur das Warten auf einen Termin im öffentlichen Krankenhaus.