Thessaloniki – Bei einem Waldbrand in der Ortschaft Liti in der Gemeinde Oraiokastro nahe Thessaloniki sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 65-jähriger Mann und ein vermutlich zwölfjähriges Kind wurden nach dem Vollbrand eines Wohnhauses tot aufgefunden, während eine 40-jährige Frau mit Verbrennungen gerettet und in ein Krankenhaus überführt wurde.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zwei Todesopfer auf einem isolierten Grundstück nach rascher Brandausbreitung bestätigt.
- Die 40-jährige Überlebende wird derzeit mit Verbrennungen im Krankenhaus medizinisch versorgt.
- Ermittlungsbehörden prüfen, warum behördliche Evakuierungsanweisungen über das System 112 nicht befolgt wurden.
Entdeckung der Opfer und Aussagen der Überlebenden
Die Einsatzkräfte fanden im Zuge der Löscharbeiten zunächst den Leichnam des 65-jährigen Mannes außerhalb des Gebäudes. Im weiteren Verlauf, als das Wohnhaus sicher betreten werden konnte, wurde in den späten Abendstunden eine zweite, stark verkohlte Leiche im Inneren entdeckt. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um das zwölfjährige Kind handelt. Die offizielle Identifizierung durch die zuständigen griechischen Behörden steht derzeit noch aus. Die 40-jährige Frau wurde zur weiteren medizinischen Versorgung in das Ippokrateio-Krankenhaus in Thessaloniki eingeliefert.
Gemäß den vorliegenden Informationen habe die gerettete Frau den Einsatzkräften am Ort des Geschehens berichtet, sie habe ihr Kind und ihren Lebensgefährten zurücklassen müssen. Aufgrund der massiven Hitzeentwicklung und der Intensität der Flammen war ein sofortiges Vordringen der Feuerwehr in das Gebäude zunächst nicht möglich, da die primäre Brandbekämpfung im Vordergrund stand.
Ignorierte Warnmeldungen und laufende Ermittlungen
Das betroffene Haus befand sich innerhalb eines bewaldeten Gebiets an der Peripherie des Dorfes. Obwohl das Gebäude isoliert lag, gilt die Zufahrt über eine lokale Straße als unkompliziert, mit einer Fahrzeit von etwa 30 bis 40 Minuten aus dem Zentrum Thessalonikis. Vor der Eskalation des Brandes seien zwei sukzessive Warnmeldungen über das staatliche Notrufsystem 112 an die Anwohner der Region versandt worden, die zur sofortigen Evakuierung aufriefen.
Warum die drei Personen das Grundstück trotz der klaren Anweisungen nicht rechtzeitig verließen, ist nun Gegenstand laufender Untersuchungen. Ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge befanden sich auf dem weitläufigen Anwesen landwirtschaftliche Kulturen sowie Bienenstöcke. Es wird intensiv geprüft, ob der Versuch unternommen wurde, Besitz und landwirtschaftliche Anlagen vor dem herannahenden Feuer zu schützen.
Feuerwehreinsatz und aktuelle Lagebegutachtung
Der Brand nahm seinen Ursprung am Dienstagnachmittag in einem Gebiet mit niedriger Vegetation in der Region Derveni, unweit von Liti. Durch starke Winde änderte das Feuer innerhalb kurzer Zeit seine Richtung, erfasste ein Waldgebiet und näherte sich mit hoher Geschwindigkeit den ersten Wohngebäuden der Siedlung Liti. Die Flammen erreichten die Ränder der Ortschaft, wo die Einsatzkräfte stundenlang daran arbeiteten, die Wohnbebauung zu schützen.
Nach aktuellen Angaben der Feuerwehr weist der Brand inzwischen keine aktive Front mehr auf. Die Löscharbeiten und Nachlöschmaßnahmen dauerten jedoch die gesamte Nacht an. Derzeit befinden sich 105 Feuerwehrleute mit 32 Einsatzfahrzeugen sowie drei Spezialeinheiten der Feuerwehr vor Ort. Vor Einbruch der Dunkelheit wurden die Bodenkräfte aus der Luft von insgesamt zehn Löschflugzeugen und drei Hubschraubern unterstützt.