Kreta – Ein starkes Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richterskala hat am Freitagmorgen um 06:18 Uhr den Osten der Insel Kreta erschüttert. Das Epizentrum lag südlich der Präfektur Lasithi, wobei die Erschütterung aufgrund der geringen Tiefe in weiten Teilen der Region deutlich zu spüren war und die Menschen am frühen Morgen aus dem Schlaf riss.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Seismischer Stoß der Stärke 5,7 am Freitagmorgen um 06:18 Uhr.
- Epizentrum exakt 25 Kilometer südsüdwestlich von Goudouras (Lasithi).
- Bisher keine Berichte über Verletzte oder infrastrukturelle Schäden.
- Zivilschutz in Ostkreta in volle Alarmbereitschaft versetzt.
Zivilschutz in Alarmbereitschaft und systematische Kontrollen der Infrastruktur
Nach detaillierten Angaben des Geodynamischen Instituts Athen befand sich das Zentrum der Erschütterung vor der Küste im Süden der Insel. Die verhältnismäßig geringe Herdtiefe, die von den Seismologen auf lediglich 9,7 Kilometer berechnet wurde, trug maßgeblich dazu bei, dass die seismische Welle auf einem weiten geografischen Radius von der Stadt Sitia im Osten bis in die kretische Hauptstadt Heraklion deutlich registriert wurde. Bislang liegen den zuständigen staatlichen Behörden keine offiziellen Meldungen über verletzte Personen oder gravierende Schäden an der kritischen Infrastruktur der Insel vor.
Der stellvertretende Regionalgouverneur von Lasithi, Giannis Androulakis, bestätigte am Freitagmorgen umgehend die rasche Mobilisierung aller staatlichen Mechanismen zur Gefahrenabwehr. “Wir haben bereits Kontakt mit der Gemeinde Ierapetra aufgenommen, da sich das Epizentrum südlich dieser Gemeinde befand”, erklärte der hochrangige Beamte gegenüber dem staatlichen Fernsehen. Die Einsatzkräfte des Zivilschutzes der Regionaleinheit seien präventiv in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Man vertraue grundsätzlich auf die strengen, erdbebensicheren Bauvorschriften des Landes, die in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verschärft wurden. Dennoch werde nun in enger, koordinierter Zusammenarbeit mit den lokalen Kommunalverwaltungen gezielt geprüft, ob insbesondere ältere Gebäudestrukturen in den ländlichen Gebieten der tektonischen Belastung standgehalten haben.
Seismologische Einordnung am hellenischen Bogen und Erleben der Bevölkerung
Aus rein wissenschaftlicher Sicht stellt dieses Ereignis im östlichen Mittelmeer keine ungewöhnliche Besonderheit dar. Der Direktor des Geodynamischen Instituts, Vasilis Karastathis, ordnete die Erschütterung sachlich als “ein typisches Erdbeben in der Region des Bogens” ein. Der sogenannte hellenische Bogen ist eine bekannte und hochaktive tektonische Verwerfungszone. Karastathis betonte ausdrücklich, dass derartige seismische Aktivitäten in dieser spezifischen geografischen Lage keine Überraschung seien und die Experten nun die weitere tektonische Entwicklung der Nachbebenfolge äußerst aufmerksam verfolgen. Eine vorherige seismische Aktivität in der Region sei laut dem erfahrenen Wissenschaftler grundsätzlich als positives Signal für den Spannungsabbau im Untergrund zu bewerten.
Trotz der routinierten Einschätzung der Seismologen führte die erhebliche Stärke und vor allem die Dauer der Erschütterung zu einer spürbaren Beunruhigung unter den betroffenen Bürgern Kretas. Zahlreiche Anwohner berichteten übereinstimmend gegenüber griechischen Medienvertretern, dass das Beben spürbar lange angedauert habe und die physischen Erschütterungen im Gebäudeinneren massiv gewesen seien. Eine Anwohnerin, die sich zum Zeitpunkt des seismischen Ereignisses im Erdgeschoss eines weiter vom direkten Epizentrum entfernten Wohngebäudes aufhielt, schilderte, die Intensität sei enorm und die plötzliche Situation äußerst beängstigend gewesen. Die zuständigen Sicherheitsbehörden setzen ihre strikten Überwachungsmaßnahmen im Osten der Insel unvermindert fort, bis die aktuelle seismische Sequenz vollständig abgeklungen ist und eine endgültige Entwarnung für die Region gegeben werden kann.