Griechenland – Die Fast-Food-Kette McDonald’s durchläuft auf dem griechischen Markt eine herausfordernde Phase. Trotz eines stabilen Umsatzes von über 100 Millionen Euro im Jahr 2025 brechen die Unternehmensgewinne massiv ein. Der Betreiber Premier Capital Hellas reagiert mit ersten Filialschließungen im Großraum Athen auf die veränderten Marktbedingungen und steigenden Betriebskosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Umsatz stabil: Im Jahr 2025 verzeichnete McDonald’s in Griechenland Einnahmen in Höhe von 109,59 Millionen Euro.
- Gewinneinbruch: Der Vorsteuergewinn fiel im gleichen Zeitraum um rund 69 Prozent auf lediglich 679.500 Euro.
- Filialen geschlossen: Zwei erst kürzlich eröffnete und millionenschwere Restaurants in Athen wurden wieder aufgegeben.
- Geringe Marge: Griechenland bleibt zwar der zweitgrößte Markt des Konzerns, liefert aber weniger Gewinn als deutlich kleinere Länder.
Drastischer Gewinnrückgang trotz konstantem Umsatz
Laut den offiziellen Finanzdaten der Unternehmensgruppe Premier Capital erwirtschaftete das griechische Geschäft von McDonald’s im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 109,59 Millionen Euro. Dies entspricht einer minimalen Steigerung im Vergleich zu den 108,8 Millionen Euro des Jahres 2024. Hinter dieser scheinbaren Stabilität verbirgt sich jedoch ein starker Rückgang der Profitabilität. Der Gewinn vor Steuern sank in Griechenland auf 679.500 Euro. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 2,22 Millionen Euro, was einem Einbruch von etwa 69 Prozent entspricht.
Dieser finanzielle Druck resultiert aus mehreren Faktoren. Die Premier Capital Hellas, die als Entwicklungs-Lizenznehmer für den griechischen Markt fungiert, sieht sich mit stark gestiegenen Betriebskosten konfrontiert. Lohndruck, höhere Preise für Rohstoffe sowie gestiegene Energiekosten belasten die Bilanzen der Niederlassungen. Gleichzeitig erfordert der Markt kontinuierliche Investitionen in neue Technologien, moderne Gebäudeausstattungen und regelmäßige Renovierungen, was die operativen Gewinnmargen weiter verringert.
Schließung von neuen Filialen im Großraum Athen
Als Reaktion auf die veränderte Kostenstruktur hat das Unternehmen begonnen, sein Filialnetz deutlich strenger zu bewerten. Dies führte zur Schließung von zwei Standorten im Großraum Athen, die erst vor kurzer Zeit mit hohem finanziellem Aufwand eröffnet worden waren. Im Jahr 2025 wurde die Filiale in Chalandri an der Straße Doukissis Plakentias geschlossen. Dieser Standort war erst im Jahr 2022 mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro in Betrieb genommen worden, erfüllte jedoch offensichtlich nicht die finanziellen Erwartungen der Geschäftsführung.
Bereits im Januar desselben Jahres stellte auch das Restaurant in Chaidari an der Hauptverkehrsader Leoforos Athinon den Betrieb endgültig ein. Dieses Geschäft, das 2023 feierlich eröffnet wurde und über einen modernen Drive-in-Bereich verfügte, stellte eine Investition von geschätzt 1,9 Millionen Euro dar und schuf bei Eröffnung zunächst 55 Arbeitsplätze. Diese Schließungen verdeutlichen, dass das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Gastronomiemarkt unprofitable Standorte heute weitaus konsequenter aufgibt als in der Vergangenheit.
Griechenland als volumenstarker, aber margenschwacher Markt
Für den maltesischen Mutterkonzern Hili Ventures bleibt Griechenland dennoch ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler. Der griechische Markt trug im Jahr 2025 rund 14 Prozent zu den gesamten Einnahmen von Premier Capital bei, was einen leichten Rückgang gegenüber den 15 Prozent aus dem Vorjahr darstellt. Griechenland ist damit nach Rumänien weiterhin der unangefochten zweitgrößte Markt der europäischen Unternehmensgruppe.
Der direkte Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt jedoch ein strukturelles Problem der griechischen Niederlassungen auf. Rumänien fungiert mit 114 Restaurants und einem Umsatzanteil von beeindruckenden 57 Prozent als klarer Wachstumsmotor der Gruppe. Griechenland verzeichnet zwar absolut gesehen deutlich höhere Umsätze als die baltischen Staaten und Malta, generiert jedoch geringere Vorsteuergewinne als wesentlich kleinere Märkte wie Estland, Lettland, Litauen und Malta. Das griechische Netz produziert folglich hohe Verkaufsvolumina, kämpft aber branchenübergreifend mit einer deutlich schwächeren Rentabilität pro Standort.
Konsolidierung der Finanzen auf europäischer Ebene
Auch auf der Ebene des europäischen Gesamtkonzerns zeigten sich im Jahr 2025 ähnliche wirtschaftliche Tendenzen. Die konsolidierten Einnahmen der Premier Capital stiegen insgesamt um 8,1 Prozent auf 772,67 Millionen Euro, verglichen mit 714,67 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Gruppe bediente in ihren verschiedenen europäischen Märkten im gleichen Zeitraum über 94 Millionen Kunden. Dennoch sanken die konsolidierten Gewinne vor Steuern von 61,95 Millionen Euro auf 54,53 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) ging ebenfalls leicht von 103,12 Millionen Euro auf 101,21 Millionen Euro zurück.
Die Konzernführung begründete diesen Druck auf die Unternehmensergebnisse in ihren Berichten unter anderem mit übergreifenden makroökonomischen Faktoren. So wirkten sich die deutliche Abschwächung der rumänischen Währung gegenüber dem Euro sowie signifikante, marktweite Preissteigerungen bei Rindfleisch direkt negativ auf die Margen aus. Nachdem McDonald’s in Griechenland im Jahr 2023 mit einem Rekordumsatz von über 100 Millionen Euro einen historischen Höhepunkt erreicht hatte, steht das Unternehmen nun vor der strategischen Herausforderung, neben den reinen Verkaufszahlen auch die Profitabilität langfristig und nachhaltig abzusichern.