Athen – Nach der Gasexplosion mit sechs Todesopfern im Athener Viertel Plaka werden drei Männer schwerer Straftaten beschuldigt. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass sie am 25. September bei einem versuchten Kupferdiebstahl eine Gasleitung beschädigten. Ausgetretenes Gas könnte sich daraufhin im Gebäude angesammelt haben.
Bei der Explosion in einem Haus an der Lysikratous-Straße starben ein älteres Ehepaar und zwei Touristenpaare. Das Ehepaar lebte im zweiten Stock. Die vier Touristen wohnten eine Etage darunter in einer kurzfristig vermieteten Unterkunft.
Die Beschuldigten sind zwei Griechen und ein Albaner. Ihnen werden Brandstiftung und das Herbeiführen einer Explosion mit Todesfolge vorgeworfen. Beide Taten sollen sie vorsätzlich und gemeinschaftlich begangen haben. Hinzu kommen mehrere Vorwürfe der Tötung mit bedingtem Vorsatz sowie der gefährlichen Körperverletzung. Die Vorwürfe sind Gegenstand des laufenden Verfahrens.
Verdacht auf beschädigte Gasleitung
Nach der bisherigen Ermittlungshypothese wollten die drei Männer Kupferrohre im Bereich des Gaszählers entfernen. Dabei könnten sie eine aktive Gasleitung beschädigt haben. Das Gas soll anschließend unbemerkt ausgetreten sein und sich im Inneren des Hauses gesammelt haben.
Eine Überwachungskamera soll die Männer mehrere Stunden vor der Explosion beim Betreten des Treppenhauses im Erdgeschoss aufgenommen haben. Die Ermittler prüfen ihre Bewegungen vor dem Unglück und gehen auch Hinweisen auf weitere mutmaßlich illegale Aktivitäten in der Umgebung am selben Tag nach. Die Männer sollen den Behörden bereits bekannt sein.
Wie das Gas in Brand geriet, ist noch ungeklärt
Eine weitere offene Frage betrifft die Zündung des Gases. Als mögliche Erklärung wird untersucht, ob die ältere Bewohnerin im zweiten Stock das elektrische Licht einschaltete und dabei ein Funke die Gasansammlung entzündete. Eine gesicherte Ursache ist das bislang nicht.
Die für Brandstiftungsdelikte zuständige Ermittlungsabteilung der griechischen Feuerwehr führt die Untersuchungen. Dabei werden Aufnahmen von Überwachungskameras, Kommunikationsdaten und am Explosionsort gesicherte Spuren ausgewertet. Auch Gutachten von Sachverständigen fließen in die Ermittlungen ein.