Chania – Beschäftigte der Pizzakette Pizza Fan in Chania auf Kreta erheben Vorwürfe wegen unbezahlter Überstunden und Unregelmäßigkeiten bei der digitalen Arbeitszeiterfassung. Die örtliche Gewerkschaft der Gastronomiebeschäftigten kündigt für Montag, den 2. November 2026, um 10:00 Uhr eine Protestaktion bei der Arbeitsaufsichtsbehörde an. Sie fordert den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung von Lohn- und Sozialversicherungsansprüchen.
Die Entscheidung fiel nach einem Treffen von Beschäftigten mit Gewerkschaftsvertretern im Arbeiterzentrum von Chania. Dabei berichteten Arbeitnehmer laut Gewerkschaft von Problemen mit ihren Verträgen und Arbeitszeiten. Die Vorwürfe stammen aus einer Erklärung der Arbeitnehmervertretung; eine Stellungnahme des Unternehmens wird darin nicht wiedergegeben.
Vorwürfe zu Arbeitszeitkarten und Überstunden
Nach Darstellung der Gewerkschaft sollen Arbeitsverträge ohne vorherige Information der Betroffenen geändert worden sein. Beschäftigte hätten außerdem ihre digitale Arbeitszeitkarte bereits zum regulären Schichtende erfassen müssen, obwohl sie anschließend im Geschäft weitergearbeitet hätten. In anderen Fällen soll der Arbeitgeber die Arbeitszeiterfassung selbst zu beliebigen Zeitpunkten vorgenommen haben.
Die Arbeitnehmervertretung spricht zudem von noch nicht bezahlten Überstunden. Ob und in welchem Umfang die geschilderten Verstöße stattgefunden haben, geht aus der Mitteilung nicht unabhängig bestätigt hervor.
Gewerkschaft spricht von Unsicherheit in ganz Griechenland
Die Gewerkschaft sieht nicht nur die Belegschaft in Chania betroffen. Ihrer Darstellung zufolge seien sämtliche Filialen sowie das Telefonzentrum des Unternehmens im Betrieb ausgesetzt worden. Sie stellt einen Zusammenhang mit Vorwürfen des Steuerbetrugs gegen den Eigentümer und Führungskräfte her. Diese Darstellung und die erhobenen Anschuldigungen sind als Position der Gewerkschaft zu verstehen, nicht als festgestellte Straftaten.
Die Arbeitnehmervertretung macht sowohl die Unternehmensführung als auch die griechische Regierung für die unsichere Lage verantwortlich. Sie kündigt eine Abstimmung mit der Gewerkschaft der Gastronomiebeschäftigten in Attika und entsprechenden Organisationen in anderen Regionen an.
Was die Beschäftigten fordern
Zu den zentralen Forderungen gehören der Erhalt sämtlicher Arbeitsplätze und die vollständige Sicherung von Lohn- und Sozialversicherungsrechten – sowohl im Unternehmen selbst als auch in Franchisebetrieben. Die Gewerkschaft verlangt vom Unternehmen eine umfassende Information über den Stand der Angelegenheit und darüber, wann die einzelnen Abteilungen und Filialen wieder öffnen sollen.
Von der Regierung fordert sie Garantien für Einkommen, Sozialversicherungsbeiträge und bestehende Arbeitsverträge sowie Entschädigungen für aus ihrer Sicht verletzte Arbeitnehmerrechte.
Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft, Schulden der Beschäftigten gegenüber Banken und Versorgungsunternehmen vorübergehend einzufrieren. Sie fordert Schutz vor Zwangsräumungen, Zwangsversteigerungen der Erstwohnung sowie Strom- und Wassersperren.
Die angekündigte Protestkundgebung am 2. November um 10:00 Uhr bei der Arbeitsaufsichtsbehörde in Chania soll diesen Forderungen Nachdruck verleihen.
Mit Informationen von: Gewerkschaft der Gastronomiebeschäftigten in Chania.