Griechenland – Das Land am Mittelmeer behauptet auch im Jahr 2026 seine Position als einer der gefragtesten Urlaubsorte auf dem europäischen Kontinent. Dies geht aus der aktuellen Studie “Travel Trends 2026” hervor, die vom Zahlungsdienstleister Visa in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos und dem Payment Innovation Hub durchgeführt wurde. Untersucht wurden die Reiseabsichten und das Konsumverhalten von Touristen aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Frankreich sowie Deutschland, die einen Aufenthalt in der hellenischen Republik planen.
Die erhobenen Daten belegen eine bemerkenswerte Resilienz des griechischen Tourismussektors. Griechenland profitiert laut der Auswertung von einer äußerst loyalen Besucherbasis, stabilen finanziellen Reisebudgets und einem deutlichen Wandel hin zu digitalen Zahlungsmethoden. Diese Faktoren festigen die Stellung des Landes in einem stark umkämpften internationalen Reisemarkt und sichern der heimischen Wirtschaft verlässliche Einnahmequellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 55 Prozent der befragten Touristen haben Griechenland bereits in der Vergangenheit besucht.
- Reisende aus den USA geben mit durchschnittlich 3.080 Euro pro Person am meisten aus.
- Der September kristallisiert sich als bevorzugter Reisemonat für deutsche Urlauber heraus.
- Digitale Zahlungen dominieren: 76 Prozent der Franzosen und 56 Prozent der Deutschen setzen auf Karte oder Smartphone.
- Künstliche Intelligenz wird zunehmend für die Reiseplanung genutzt, insbesondere bei US-Bürgern.
Wiederkehrende Gäste und die Sehnsucht nach dem Meer
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die hohe Bindung der internationalen Gäste an das Land. Etwa 55 Prozent der Touristen, die für das Jahr 2026 eine Reise planen, haben Griechenland bereits zu einem früheren Zeitpunkt besucht. Diese hohe Wiederholungsrate bestätigt, dass die Destination eine dauerhafte Präferenz in den wichtigsten Quellmärkten genießt. Der griechische Tourismus stützt sich traditionell stark auf sein maritimes Angebot, was sich auch in den aktuellen Motivationen der Reisenden widerspiegelt.
Der Hauptgrund für einen Aufenthalt ist für 74 Prozent der Befragten ein Urlaub am Meer. Diese Vorliebe ist unter britischen und deutschen Touristen am stärksten ausgeprägt. An zweiter Stelle folgen Besuche von kulturellen und historischen Stätten mit einer Quote von 60 Prozent. Hier zeigen insbesondere französische Urlauber mit 72 Prozent das größte Interesse an der antiken Geschichte und dem kulturellen Erbe. Reisende aus Nordamerika verfolgen hingegen einen breiteren Ansatz: Sie suchen nach einem umfassenden Erlebnis, das Erholung am Strand, kulturelle Entdeckungen, Einkaufsmöglichkeiten und ein reges Nachtleben miteinander verbindet.
Inseln oder Festland: Die bevorzugten Regionen der internationalen Gäste
Die geografischen Präferenzen der Urlauber verteilen sich auf unterschiedliche Regionen, wobei Attika, Kreta, die südliche Ägäis und die Ionischen Inseln die Spitzenpositionen einnehmen. Diese Verteilung spiegelt die diversen Interessen der jeweiligen Herkunftsländer wider. Amerikanische Touristen konzentrieren sich primär auf die Hauptstadtregion Attika (57 Prozent), gefolgt von der Südlichen Ägäis (42 Prozent) und Zentralgriechenland (36 Prozent). Diese Route ermöglicht die klassische Kombination aus städtischer Infrastruktur und weltbekannten Inselzielen wie Mykonos oder Santorin.
Die europäischen Gäste zeigen eine noch deutlichere Tendenz zu den klassischen Inseldestinationen. Urlauber aus dem Vereinigten Königreich favorisieren die Ionischen Inseln an der Westküste (27 Prozent) sowie Kreta (23 Prozent). Bei den französischen Gästen steht die größte griechische Insel, Kreta, mit 39 Prozent an erster Stelle, dicht gefolgt von Attika (35 Prozent) und der Südlichen Ägäis (26 Prozent). Auch der deutsche Markt ist stark auf Kreta fokussiert: 37 Prozent der Reisenden aus der Bundesrepublik wählen die Insel im Süden, während 19 Prozent die Südliche Ägäis und 16 Prozent die Ionischen Inseln bevorzugen.
Reisezeitraum und Aufenthaltsdauer: Der September wird zum Favoriten
Obwohl sich die Reisetätigkeit primär auf die traditionellen Sommermonate von Mai bis September konzentriert, offenbart die Studie deutliche nationale Unterschiede bei der Wahl des genauen Zeitpunkts. Der September hat sich als beliebtester Reisemonat für Touristen aus Deutschland (26 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (22 Prozent) etabliert. Gäste aus Frankreich bevorzugen hingegen den Juni (19 Prozent), während Reisende aus den USA ihre Aufenthalte gleichmäßig über die gesamte Sommersaison verteilen.
Hinsichtlich der Aufenthaltsdauer teilt sich das Feld der Besucher in zwei gleich große Gruppen. Die Hälfte der Touristen plant eine Aufenthaltsdauer von bis zu sieben Tagen, während die restlichen 50 Prozent acht oder mehr Tage im Land verbringen möchten. Insbesondere deutsche Urlauber weisen eine starke Tendenz zu längeren Aufenthalten auf. Die geografische Lage Griechenlands wird zudem häufig für länderübergreifende Routen genutzt: Vier von zehn Besuchern verknüpfen ihre Griechenlandreise mit einem anschließenden Aufenthalt in Italien oder Spanien.
Die Planung dieser Reisen beginnt bei nahezu 70 Prozent der Touristen mindestens zwei Monate vor dem Abflug. Bemerkenswert ist der technologische Wandel in der Vorbereitungsphase: Während klassische Buchungsportale und Hotel-Websites wichtig bleiben, gewinnen Tools mit künstlicher Intelligenz wie ChatGPT zunehmend an Bedeutung. Etwa 14 Prozent aller Reisenden nutzen diese Technologien zur Inspiration und Zeitersparnis, bei den amerikanischen Gästen liegt dieser Anteil sogar bei 30 Prozent.
Reisebudgets 2026: Amerikaner und Deutsche investieren am meisten
Trotz der globalen wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben die Budgets für den Griechenlandurlaub äußerst stabil. Laut der Datenerhebung planen 69 Prozent der Reisenden, ihre Ausgaben auf dem bisherigen Niveau zu halten. Weitere 19 Prozent beabsichtigen sogar, ihr Budget zu erhöhen, während lediglich 13 Prozent Kürzungen vornehmen wollen. Im Durchschnitt investieren die Touristen etwa 11 Prozent ihres jährlichen Einkommens in den Griechenlandaufenthalt, wobei diese Summe in der Regel die Kosten für zwei Personen abdeckt.
Die höchsten Ausgaben pro Kopf werden von Besuchern aus den USA und Deutschland getätigt. Amerikanische Touristen kalkulieren mit Ausgaben in Höhe von 3.080 Euro pro Person, was rund 14 Prozent ihres Einkommens entspricht. Sie sind auch die primäre Zielgruppe für den stark wachsenden Luxustourismus im Land. Gäste aus Deutschland folgen mit einem Budget von 2.168 Euro pro Person (10 Prozent des Einkommens). Reisende aus dem Vereinigten Königreich planen mit 1.900 Euro, während französische Urlauber durchschnittlich 1.770 Euro veranschlagen.
Digitale Zahlungen verdrängen zunehmend das Bargeld
Das Zahlungsverhalten der internationalen Gäste in Griechenland passt sich immer mehr den Gewohnheiten in ihren Heimatländern an. Rund 45 Prozent der Befragten erwarten, vor Ort genauso bezahlen zu können wie zu Hause. Die Studie belegt einen klaren Trend hin zu digitalen Transaktionen. Französische Reisende sind hierbei Vorreiter: 76 Prozent bevorzugen die Nutzung von Bankkarten oder mobilen Wallets. Es folgen Gäste aus den USA (69 Prozent) und Großbritannien (68 Prozent).
Selbst bei Reisenden aus Deutschland, einem Markt, der traditionell stark bargeldaffin ist, erreicht die Kartennutzung im Griechenlandurlaub beachtliche 56 Prozent. Zwar gehen vier von zehn Touristen davon aus, für kleinere Einkäufe im Alltag mehr Bargeld als in ihrer Heimat zu benötigen, doch bei größeren Beträgen bleiben digitale Zahlungsmittel die unangefochtene erste Wahl. Dies bestätigt den umfassenden strukturellen Wandel im europäischen Zahlungsverkehr.
“In einigen der beliebtesten Reiseziele Europas sehen wir Reisende mit klaren Erwartungen: schöne Erfahrungen und Zahlungen, die reibungslos funktionieren”, erklärte Bea Larregle, Senior Vice President für Südeuropa bei Visa. Digitale Zahlungen seien zu einem wesentlichen Bestandteil des Reisens geworden. Auch Sevi Vassileva, General Manager für Griechenland bei Visa, betonte die Resilienz des griechischen Marktes. Die anhaltende Nachfrage spiegelte die Qualität der touristischen Erfahrung wider, während moderne Zahlungslösungen dabei helfen würden, ein reibungsloses Urlaubserlebnis zu gewährleisten und das lokale Ökosystem zu stärken.