Griechenland – Auf dem griechischen Arbeitsmarkt zeichnet sich eine signifikante Fluktuation ab. Eine aktuelle Erhebung der Karriereplattform Kariera in Zusammenarbeit mit dem Karrierenetzwerk LinkedIn zeigt, dass 69 Prozent der Belegschaft ernsthaft in Erwägung ziehen, ihren derzeitigen Arbeitsplatz zu verlassen. Die Daten verdeutlichen eine tiefe Kluft zwischen den Erwartungen der Angestellten und den tatsächlichen Unternehmenspraktiken in einer Phase, in der die Bindung von Fachkräften eine der größten Herausforderungen für die Wirtschaft darstellt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 69 Prozent der Arbeitnehmer prüfen aktiv oder passiv einen Jobwechsel.
- Schlechtes Management ist für 29 Prozent der Hauptgrund für eine mögliche Kündigung.
- 48 Prozent der Arbeitnehmer geben an, dass ihre Unternehmen keine Maßnahmen zur Personalbindung ergreifen.
- Nur 1 Prozent der Beschäftigten zeigt absolute Loyalität gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber.
Ursachen für die hohe Wechselbereitschaft
Die Detailanalyse der Beweggründe widerlegt die verbreitete Annahme, dass das finanzielle Einkommen den einzigen ausschlaggebenden Faktor für einen Jobwechsel bildet. Für 29 Prozent der Befragten stellt ein mangelhaftes Management den primären Kündigungsgrund dar. Dicht darauf folgt mit 25 Prozent die fehlende Perspektive auf eine berufliche Weiterentwicklung innerhalb der bestehenden Strukturen.
Darüber hinaus berichten 24 Prozent der Arbeitnehmer, dass ein hohes Maß an Arbeitsbelastung und ein drohendes Burnout sie zu einem Wechsel zwingen. Eine fehlende Anerkennung für erbrachte Leistungen sowie das Ausbleiben von Gehaltserhöhungen sind für weitere 22 Prozent der Belegschaft das entscheidende Kriterium, um den Arbeitgeber verlassen zu wollen. Die kontinuierliche Beobachtung von Stellenanzeigen erfolgt oftmals nicht grundlos. Laut der Auswertung sind 43 Prozent der Angestellten bereit zu kündigen, sobald sich eine bessere berufliche Gelegenheit bietet. Gleichzeitig befinden sich bereits 26 Prozent im aktiven Suchprozess nach einer neuen Position. Lediglich 31 Prozent der Befragten verfolgen die Marktentwicklungen ohne eine konkrete Absicht, ihren Arbeitsplatz zeitnah aufzugeben.
Mangelnde Maßnahmen der Unternehmen
Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist die mangelnde Strategie vieler Unternehmen im Umgang mit ihren Mitarbeitern. Laut der Erhebung geben 48 Prozent der Teilnehmer an, dass in ihren Betrieben keinerlei substanzielle Bemühungen unternommen werden, um Fachkräfte langfristig zu binden. Weitere 28 Prozent der Arbeitnehmer kritisieren, dass entsprechende Zusagen der Führungsebene lediglich theoretischer Natur bleiben und in der Praxis keine Umsetzung finden.
Nur ein Bruchteil von 8 Prozent der Beschäftigten berichtet von einem klaren, strukturierten Plan ihres Arbeitgebers zur Mitarbeiterbindung. Ein weiterer Anteil von 16 Prozent erkennt zwar an, dass in ihrem Unternehmen ein gewisser Plan existiert, dieser jedoch nicht konsequent und zielgerichtet verfolgt wird.
Reaktion auf Gegenangebote
Die Herausforderung für Arbeitgeber wird besonders dann deutlich, wenn sie versuchen, wechselwillige Mitarbeiter durch Gegenangebote zu halten. Wenn ein Angestellter eine lukrativere Offerte eines Konkurrenzunternehmens erhält, gibt die Mehrheit von 56 Prozent an, die gesamte Situation umfassend bewerten zu wollen. Dabei fließen explizit Faktoren in die Entscheidung ein, die über reine finanzielle Aspekte hinausgehen.
Für 29 Prozent der Arbeitnehmer ist die Entscheidung zur Kündigung zu diesem Zeitpunkt bereits endgültig gefallen, unabhängig von möglichen Nachbesserungen des aktuellen Arbeitgebers. Nur 14 Prozent der Befragten sind bereit, überhaupt über einen Verbleib im Unternehmen nachzudenken, sofern das vorgelegte Gegenangebot äußerst attraktiv ausfällt. Die absolute Loyalität gegenüber dem bestehenden Arbeitgeber, unabhängig von externen Anreizen, ist in der aktuellen Arbeitsmarktsituation auf ein Minimum geschrumpft und wird nur noch von 1 Prozent der Beschäftigten geäußert.