Griechenland – Urlauber können aufatmen: Das Schwimmen an den Stränden des Landes ist sicherer denn je. Laut dem aktuellen Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) und der EU-Kommission für das Jahr 2025 gehört Griechenland europaweit zu den absoluten Spitzenreitern bei der Wasserqualität. Für Millionen Touristen aus dem deutschsprachigen Raum, die ihren Sommerurlaub am Mittelmeer verbringen, ist diese offizielle Auswertung eine essenzielle Nachricht vor Reiseantritt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Über 95 Prozent der untersuchten griechischen Badestellen weisen eine exzellente Wasserqualität auf.
- In Griechenland wurden 2025 insgesamt 1.734 Strände und Gewässer von den Behörden kontrolliert.
- Im europaweiten Vergleich schneiden Meeresküsten deutlich besser ab als Flüsse und Seen.
Griechenland als Vorreiter im EU-Vergleich
Im Rahmen der jährlichen Überprüfung analysierten die Experten europaweit die hygienischen Bedingungen. Griechenland erzielt dabei Bestnoten: Gemeinsam mit Zypern, Österreich und Bulgarien verzeichnet das Land einen Anteil von über 95 Prozent an Badegewässern mit „exzellenter Qualität“. Von den 1.734 im Jahr 2025 getesteten griechischen Badestellen erfüllten 99,6 Prozent mindestens die von der EU vorgeschriebenen Basisstandards. Zudem hielten die lokalen Behörden die strengen Vorgaben für die Probenentnahme und Überwachung fast lückenlos ein, was eine hohe Verlässlichkeit der Daten garantiert.
Meere deutlich sauberer als Flüsse und Seen
Der Report verdeutlicht einen anhaltenden Trend über die Landesgrenzen hinaus. Küstengewässer sind in der Regel signifikant unbelasteter als Binnengewässer. Während 88 Prozent der europäischen Strände am Meer Bestnoten erhielten, kamen Seen und Flüsse lediglich auf 78 Prozent. Besonders Fließgewässer bereiten den Prüfern Sorgen. Von rund 1.200 erfassten Flussbadestellen in Europa erreichte nicht einmal die Hälfte (47 Prozent) das höchste Qualitätsniveau. Kleine Flüsse und Binnenseen reagieren stark auf kurzfristige Verschmutzungen, die häufig nach Starkregen oder in Dürreperioden auftreten – Wetterextreme, die sich durch die klimatischen Veränderungen häufen.
Schlusslichter und Ursachen für Verunreinigungen
Nicht überall in Europa ist ungetrübter Badespaß garantiert. Länder wie Belgien, Ungarn, Polen, Estland und Albanien rutschten bei den exzellenten Gewässern unter die Marke von 70 Prozent. Die höchsten Quoten an „mangelhaften“ Badestellen registrierten die Kontrolleure in Estland, den Niederlanden und Frankreich. Ursache sind oft überlastete Abwassersysteme bei starken Regenfällen, wodurch unbehandeltes Schmutzwasser in die Badezonen gelangt. Geprüft wird primär auf Darmbakterien wie E. coli und Enterokokken, die auf fäkale Verunreinigungen hinweisen. Diese können Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen an Augen und Ohren auslösen. Chemische Schadstoffe oder Mikroplastik fließen nicht in diese spezifische Bewertung ein, sondern werden durch andere Richtlinien überwacht.
Zwei Jahrzehnte Gewässerschutz zahlen sich aus
Die aktuelle Veröffentlichung markiert das zwanzigjährige Bestehen der überarbeiteten EU-Badegewässerrichtlinie. Der langfristige Vergleich zeigt Erfolge: Galt 2006 noch an 2,4 Prozent der Gewässer eine schlechte Qualität, sank dieser Wert bis heute auf 1,5 Prozent, während der Anteil an exzellenten Badestellen von 81 auf 85 Prozent stieg. Die EU-Kommissarin für Umwelt, Jessica Roswall, sieht in den Zahlen einen klaren Beleg für die Wirksamkeit der europäischen Politik. Jahrzehntelange Investitionen in das Wassermanagement und die Abwasserbehandlung würden sich nun auszahlen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Wasserressourcen angesichts von Umweltverschmutzung und Biodiversitätsverlust auch künftig konsequent geschützt werden müssen.