Griechenland – Wenn sich die Wälder im Herbst goldgelb, rot und braun färben, zeigt Griechenland eine andere Seite als seine bekannten Küstenlandschaften. Sechs Waldgebiete von der Pindos-Gebirgskette über den Peloponnes bis nach Euböa bieten eindrucksvolle Naturkulissen – von stillen Bergtälern bis zu Kiefernwäldern unmittelbar am Meer.
Zwischen alten Eichen, hohen Nadelbäumen und herabgefallenem Laub lässt sich der Jahreszeitenwechsel besonders gut erleben. Die einzelnen Regionen unterscheiden sich deutlich: Manche sind von schroffen Bergen und Bächen geprägt, andere von ebenen Waldflächen oder Küstenlagunen.
Valia Kalda: Abgeschiedenheit im Pindosgebirge
Valia Kalda liegt im Herzen eines Nationalparks im Pindosgebirge. Steile Schluchten, kaltes Wasser des Aoos und dichte Bestände aus Schwarzkiefern und alten Bosnischen Kiefern prägen die Landschaft. Auf etwa 1.200 Metern Höhe zieht im Herbst häufig Nebel zwischen den Bäumen auf; entlang des Arkoudorema-Bachs führen Wege durch das Waldgebiet.
Der Name Valia Kalda bedeutet in der Sprache der Vlachen „warmes Tal“. Tatsächlich zählt die Gegend zu den kälteren Regionen Griechenlands. Die Winter können bis ins Frühjahr hineinreichen. Gerade die abgeschiedene, raue Berglandschaft macht den Reiz eines Herbstbesuchs aus.
Foloi: Ein Eichenwald mit mythologischer Vergangenheit
In Elis, am Fuß des Erymanthos auf dem Peloponnes, erstreckt sich der Eichenwald von Foloi. Die griechische Mythologie verbindet ihn mit dem Kentauren Pholos, einem Gefährten des Herakles, und den Waldnymphen.
Das Waldgebiet umfasst rund 4.200 Hektar und zeichnet sich durch große, vergleichsweise gleichförmige Eichenbestände aus. Auf dem flachen Hochplateau stehen Tausende Bäume, deren Kronen einen nahezu durchgehenden Baldachin bilden. Im Herbst bedeckt rotbraunes Laub den Boden, während das Licht zwischen den Stämmen hindurchfällt.
Strofylia: Zwischen Kiefernwald und Ionischem Meer
Im Nordwesten des Peloponnes verläuft der Küstenwald von Strofylia über ungefähr 22 Kilometer entlang des Ionischen Meeres. Schirmpinien, Wasserflächen und Kanäle bilden eine Landschaft zwischen Wald und Küste. Zusammen mit der Kotychi-Lagune und dem Prokopou-See gehört die Gegend zu einem bedeutenden griechischen Feuchtgebiet im europäischen Natura-2000-Netz.
Zwischen den Pinien führen Wege in Richtung Strand; die Wasser- und Waldflächen bieten zahlreichen Vögeln Lebensraum. Die Gegend eignet sich besonders für Spaziergänge und Fahrradtouren, bei denen sich Wald- und Meerlandschaft verbinden lassen.
Elatia: Hochgewachsene Fichten und Bäche in den Rhodopen
Nahe der griechisch-bulgarischen Grenze liegt der Wald von Elatia, auch Kara Dere genannt – „Schwarzer Bach“. Rund 60 Kilometer von Drama entfernt erstreckt sich eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Griechenlands. Tannen, Buchen, Eichen, Birken und weitere Nadelbäume bilden ein vielfältiges Waldbild.
Besonders auffällig sind die Fichten, die eine Höhe von mehr als 50 Metern erreichen können. Diese Baumart ist vor allem aus nördlicheren Regionen Europas bekannt. Im Herbst färben sich die Hänge, auf dem Waldboden wachsen Pilze, und Bäche sowie kleine Wasserfälle durchziehen die Landschaft der Rhodopen.
Frakto: Ursprüngliche Waldlandschaft nördlich von Drama
Ebenfalls in den Rhodopen, nahe der Grenze zu Bulgarien, befindet sich der Urwald von Frakto. Das Gebiet zählt zu den letzten weitgehend unberührten Waldlandschaften Europas. Fichten, Buchen, Eichen und Birken wachsen hier dicht beieinander; kleine Bäche und Wasserfälle durchziehen das Gelände.
Mit einem geeigneten Fahrzeug lässt sich das Forstdorf Frakto erreichen. Von dort aus bilden Wege durch die umliegende Waldlandschaft einen Ausgangspunkt für Erkundungen zu Fuß.
Steni auf Euböa: Kastanienbäume am Fuß des Dirfys
Am Fuß des Dirfys-Gebirges auf Euböa liegt der Landschaftswald von Steni. Er ist kleiner als die großen Waldgebiete im Norden Griechenlands, bietet aber eine abwechslungsreiche Umgebung mit Platanen an den Bächen, Kastanienbäumen und Wegen zu Lichtungen mit Blick auf die Berge.
Der nahegelegene Ort Steni ist ein Ziel für Familienausflüge und Waldspaziergänge; in den örtlichen Gaststätten gehört der Duft von Gegrilltem zur Atmosphäre. Von hier aus beginnen außerdem Touren auf den Dirfys, den höchsten Berg Euböas.