Athen – Die griechische Metropole verzeichnet einen massiven Anstieg der Besucherzahlen und gehört nun offiziell zu den Städten mit der weltweit höchsten touristischen Dichte. Eine neue Analyse vergleicht die Zahl der internationalen Gäste mit der permanenten Wohnbevölkerung. Demnach belegt Athen im globalen Ranking den zehnten Platz. Die Daten dokumentieren den enormen Druck auf die städtische Infrastruktur im Verhältnis zur lokalen Bevölkerung.
Die Untersuchung wurde von dem Mobilitätsportal DiscoverCars.com durchgeführt und stützt sich auf die finalen Besucherzahlen des Jahres 2025. Neben der reinen Touristenquote analysierten die Experten auch begleitende Faktoren wie die durchschnittlichen Kosten für einen Mietwagen, um ein ganzheitliches Bild der Reiseströme in populären urbanen Destinationen zu zeichnen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Athen verzeichnete im Jahr 2025 genau 10,2 Millionen internationale Besucher.
- Auf 100 ständige Einwohner der griechischen Hauptstadt kommen statistisch 1.594 Touristen.
- Im globalen Ranking der touristischen Überlastung belegt Athen den zehnten Platz.
- Dubrovnik führt die internationale Liste mit 16.250 Besuchern pro 100 Einwohner an.
- Ein Mietwagen kostet in Athen Mitte April durchschnittlich 31 Euro pro Woche.
Die extremen Zahlen hinter dem Touristenansturm auf Athen
Die detaillierte Auswertung basiert auf den offiziellen Ankünften des vergangenen Jahres. Laut der Studie besuchten insgesamt 10,2 Millionen Touristen die griechische Metropole. Dem steht eine offizielle Einwohnerzahl von lediglich 640.000 Menschen gegenüber. Diese Diskrepanz bedeutet, dass auf 100 Einheimische rechnerisch 1.594 Gäste kommen. Die Hauptstadt ordnet sich mit diesen Werten auf dem zehnten Platz der weltweiten Auswertung ein.
Das Portal hebt in seinem Bericht die historischen und kulturellen Anziehungspunkte der Stadt hervor. Athen gilt mit einer Geschichte von über 3.400 Jahren als die älteste Hauptstadt Europas. Die Autoren verweisen auf die klassischen architektonischen Bauwerke, die Reisende aus aller Welt anziehen. Die Akropolis, ein Komplex aus antiken Tempeln und Theatern, steht dabei im absoluten Zentrum des Interesses.
Unmittelbar unterhalb der antiken Stätten liegt das Viertel Plaka. Dieses Wohn- und Geschäftsquartier ist weitgehend verkehrsberuhigt und nimmt mit seinen Geschäften, Restaurants und Museen einen Großteil der täglichen Fußgängerströme auf, was die hohe Konzentration von Besuchern im Stadtzentrum noch verstärkt.
Dubrovnik und Venedig führen die globale Belastungsliste an
Während die Situation in Griechenland bereits angespannt ist, verzeichnen andere europäische Ziele noch extremere Quoten. An der Spitze der globalen Rangliste steht das kroatische Dubrovnik. Die Hafenstadt empfing im vergangenen Jahr 6,5 Millionen Besucher bei einer ständigen Bevölkerung von nur 40.000 Menschen. Dies entspricht einer Rekordquote von 16.250 Touristen pro 100 Einwohner.
Auf dem zweiten Platz folgt die isländische Hauptstadt Reykjavik. Dort trafen 7,4 Millionen Gäste auf eine lokale Bevölkerung von 140.000 Personen, was zu einer Quote von 5.286 Touristen auf 100 Einheimische führt. Venedig belegt den dritten Rang. Die italienische Lagunenstadt registrierte 10,6 Millionen Touristen bei 250.000 Einwohnern. Dies ergibt einen Wert von 4.240 Gästen pro 100 Bürger.
Die weiteren Plätze in den Top 10 verdeutlichen, dass das Phänomen der Überlastung vor allem den europäischen Kontinent betrifft. Auf dem vierten Platz liegt das schweizerische Genf mit 7,8 Millionen Besuchern und einer Quote von 3.900 Touristen. Porto in Portugal folgt auf dem fünften Rang mit 7 Millionen Gästen und einem Verhältnis von 2.800 Touristen auf 100 Anwohner. Die Liste der zehn am stärksten frequentierten Städte wird durch Phuket in Thailand, Florenz, Lissabon, Edinburgh und schließlich Athen komplettiert.
Mietwagenkosten und die entspanntesten Metropolen der Welt
Neben der reinen Besucherzahl analysierten die Verfasser der Studie auch die durchschnittlichen Mobilitätskosten vor Ort. Im Fokus stand dabei die wöchentliche Anmietung eines Fahrzeugs für den Zeitraum vom 13. bis 19. April. Hier positioniert sich Athen als äußerst wirtschaftlicher Standort. Ein Mietwagen kostet in diesem Zeitraum in der griechischen Metropole lediglich 31 Euro. Nur in Porto sind die Preise mit 32 Euro auf einem ähnlich niedrigen Niveau.
Die Spitzenreiter der touristischen Überlastung rufen teilweise deutlich höhere Preise auf. In Dubrovnik zahlen Reisende für die entsprechende Woche 43 Euro, während in Venedig bereits 99 Euro fällig werden. Die absolut höchsten Kosten unter den untersuchten touristischen Hotspots weisen Reykjavik mit 233 Euro und Genf mit 235 Euro auf.
Die Erhebung identifiziert gleichzeitig die globalen Metropolen mit der geringsten touristischen Dichte. Auf dem letzten Platz der Auswertung rangiert Kairo. Die ägyptische Hauptstadt zählte zwar 2,5 Millionen Besucher, die sich jedoch auf eine Bevölkerung von 23,7 Millionen Menschen verteilen. Dies entspricht lediglich 11 Touristen pro 100 Einwohner. Identische Quoten weist die indonesische Hauptstadt Jakarta mit 4,7 Millionen Gästen auf. Die lateinamerikanischen Millionenstädte São Paulo und Mexiko-Stadt folgen knapp dahinter, wo jeweils 14 Touristen auf 100 Bewohner kommen. Tokio schließt diese Gruppe mit einer Quote von 47 Besuchern pro 100 Einheimischen ab.