Heraklion – Auf Kreta laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit: Der große Weihnachtsbaum im Zentrum von Heraklion soll am 27. November 2026 feierlich beleuchtet werden. Wo die Holzhäuschen für den Weihnachtsmarkt mit ehrenamtlichen Initiativen und Kunsthandwerkern stehen sollen, ist dagegen noch umstritten. Die Stadtverwaltung bevorzugt inzwischen die Dikaiosynis-Straße und angrenzende Bereiche.
Der Weihnachtsbaum bleibt an seinem gewohnten Standort gegenüber dem Gebäude der Regionalverwaltung Kretas. Einzelheiten zum Programm der Einschaltfeier wurden bislang nicht bekannt gegeben. Für die Marktstände wird nach einer Lösung zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten gesucht: Der Georgiadis-Park stößt ebenso auf Vorbehalte wie der Eleftherias-Platz.
Weihnachtsbeleuchtung vom Georgiadis-Park bis Chaniaporta
Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte der für technische Projekte zuständige stellvertretende Bürgermeister Dimitris Spyridakis die Pläne für die festliche Dekoration vor. Der beleuchtete Bereich soll sich vom Georgiadis-Park bis nach Chaniaporta erstrecken. Er umfasst unter anderem den Eleftherias-Platz sowie die Straßen Dikaiosynis, Idis und Kalokairinou. Weitere Beleuchtung ist in der Averof-Straße, der Evans-Straße und benachbarten Straßen geplant.
In der Daidalou-Straße soll wie gewohnt ein Lichterhimmel mit blauen Lämpchen entstehen. Vor der venezianischen Loggia sind erneut große Dekorationen in Form einer Weihnachtskugel, eines Baumes und eines Sterns vorgesehen, die als Fotomotive dienen sollen.
Für die Verkaufs- und Informationshäuschen gilt als wichtige Bedingung, dass die Schaufenster der ansässigen Geschäfte nicht verdeckt werden. Die Dikaiosynis-Straße und ihre Umgebung gelten deshalb derzeit als bevorzugter Standort, nicht als bereits endgültig beschlossene Lösung.
Warum die Stände nicht im Georgiadis-Park stehen sollen
Spyridakis erklärte bei der Gemeinderatssitzung am 19. Oktober, dass Kunsthandwerker und ehrenamtliche Organisationen zumindest in diesem Jahr nicht im Georgiadis-Park untergebracht werden könnten. Die Zeit reiche nicht aus, um die bestehende Nutzungsordnung des Parks entsprechend anzupassen. Gleichzeitig betonte er gegenüber den Vertretern der Gruppen, dass die Stadt eine gemeinsame Lösung anstrebe und die Beteiligten nicht gegeneinander ausspielen wolle.
Bürgermeister Alexis Kalokairinos erklärte, die Stadt wolle eine neue und möglichst wirksamere Gestaltung der Weihnachtsveranstaltungen erreichen. Die Vorbereitungen müssten jedoch innerhalb eines engen Zeitplans abgeschlossen werden.
Freiwilligengruppen warnen vor weniger Besuchern
Die Diskussion über den Weihnachtsmarkt war auf Initiative des Oppositionsführers im Gemeinderat, Michalis Karamalakis, und der unabhängigen Gemeinderätin Antigoni Andreaki auf die Tagesordnung gekommen. Karamalakis kritisierte, ein Weihnachtsmarkt könne kaum als solcher funktionieren, wenn er bereits bei Sonnenuntergang schließe. Andreaki forderte einen Standort und Rahmenbedingungen, die Kunsthandwerker und ehrenamtliche Gruppen wirksam unterstützten.
Maria Antonakaki, Vorsitzende des Verbands für Gastronomie und Unterhaltung im Regionalbezirk Heraklion und zugleich Gemeinderätin, warnte vor einer Schwächung der Besucherfrequenz und des Handels in der Innenstadt. Der Weihnachtsmarkt müsse mit dem zentralen Platz und dem Stadtzentrum verbunden bleiben; über den Standort solle erneut beraten werden.
Besonders deutlich äußerte sich Rodanthi Dialyna von der Freiwilligengruppe „Apostoli Agapis“. Ihre Organisation arbeite für bedürftige Familien, erhalte keine staatliche Unterstützung und müsse 500 Kinder unterstützen. Aus ihrer Sicht ist ein gut besuchter Standort daher entscheidend.
Eirini Karantemiri sprach sich ausdrücklich für die Aufstellung der Häuschen auf dem Eleftherias-Platz aus. Mary Tzoulaki, Vertreterin der Kinderhilfsorganisation „Das Lächeln des Kindes“, plädierte für einen zentralen und für alle leicht zugänglichen Markt. Ein abgelegener Standort könne dazu führen, dass weniger Kinder Hilfe erhielten, argumentierte sie.
Pavlos Simantirakis von der Initiative „Dikaioma sti Zoi“ forderte, Kunsthandwerker und ehrenamtliche Organisationen nicht räumlich oder organisatorisch zu trennen. Die Standplätze sollten seiner Ansicht nach über eine gemeinsame Auslosung vergeben werden.
Der Gemeinderat Kostas Vardavas von der Gruppierung „Heraklion für dich“ rief zu Besonnenheit bei der Entscheidung auf. Lina Androulaki von der „Laiki Syspirosi“ unterstützte die Forderungen gemeinnütziger Organisationen sowie kleiner Unternehmen und Selbstständiger, für die die Einnahmen aus solchen Veranstaltungen eine wirtschaftliche Bedeutung haben. Eine abschließende Einigung über die Marktstände wurde in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
Mit Informationen von: Stadt Heraklion, Gemeinderat Heraklion und den beteiligten ehrenamtlichen Organisationen.