Skyros – Der Flughafen der griechischen Insel könnte künftig auch als Anreisepunkt für Ost-Euböa dienen. Eine neue kommunale Initiative will internationale Linienflüge gewinnen und diese mit der Fähre nach Kymi verbinden. Es handelt sich bislang um einen Plan: Welche Strecken tatsächlich zustande kommen, hängt unter anderem von der Nachfrage und den Betriebskosten ab.
Der Gemeinderat von Skyros hat die Beteiligung der Kommune an einem Memorandum zur Zusammenarbeit für das Vorhaben „Flugtor Skyros – Ost-Euböa“ gebilligt. Vorgesehen ist eine Partnerschaft der Gemeinden Skyros, Kymi-Aliveri und Eretria mit dem Verein Manikia Project und der Skyros-Schifffahrtsgesellschaft. Gemeinsam wollen sie die Insel und mehrere Ziele im Osten Euböas touristisch vermarkten.
Vom Flughafen Skyros mit der Fähre nach Kymi
Das geplante Reisekonzept verbindet drei Verkehrsschritte: Ankunft am Flughafen Skyros, Weiterfahrt zum Hafen Linaria und Überfahrt nach Kymi. Von dort sollen Reisende unter anderem Kymi, Aliveri, Manikia und Eretria erreichen können. Damit würden nicht nur Unterkünfte auf Skyros, sondern auch Hotels in Eretria, Aliveri und im Großraum Kymi von möglichen neuen Flugverbindungen profitieren.
Die Initiatoren setzen darauf, dass die gebündelte Nachfrage aus beiden Gebieten genügend Passagiere für regelmäßige internationale Flüge hervorbringen könnte. Dafür müssten Flugzeiten, Fährabfahrten und anschließende Fahrten an Land möglichst gut aufeinander abgestimmt werden. Der Skyros-Schifffahrtsgesellschaft ist in der geplanten Kooperation eine Rolle bei dieser Verknüpfung, bei kombinierten Reiseangeboten und bei der gemeinsamen Werbung zugedacht.
Zwei bis drei Flugverbindungen pro Woche werden geprüft
Unter dem Namen „Skyros Air Alliance“ sollen mögliche Linienverbindungen mit ausgewählten Auslandsmärkten sowie Kooperationen mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Tourismusorganisationen untersucht werden. Das Memorandum sieht verschiedene Szenarien mit zwei oder drei Hin- und Rückflügen pro Woche vor. Eine Festlegung auf bestimmte Strecken oder einen Flugplan ist damit nicht verbunden.
Ob ein solches Angebot wirtschaftlich tragfähig wäre, soll anhand der erwarteten Passagierzahlen, der erforderlichen Auslastung der Flugzeuge und der Betriebskosten bewertet werden. Nach Angaben in der Beschlussvorlage hat der Bürgermeister von Skyros, Kyriakos Antonopoulos, bereits erste Sondierungsgespräche mit Fluggesellschaften geführt. Dabei wurde er vom Beratungsunternehmen Zela Aviation unterstützt. Anschließend fanden Gespräche mit potenziellen Partnern der regionalen Kooperation statt.
Das Konzept regelmäßiger Linienflüge berücksichtigt auch die Beherbergungsstruktur von Skyros. Dort prägen kleine und mittlere familiengeführte Betriebe das Angebot. Reisende sollen deshalb ihre Unterkunft, die Aufenthaltsdauer und die Kombination der Reiseziele möglichst frei wählen können, statt an ein einheitliches Reisepaket gebunden zu sein.
Wandern, Klettern und Kultur als gemeinsame Reiseangebote
Die Zusammenarbeit soll über den Transport hinausgehen. Geplant sind thematische Routen, die die Inselkultur von Skyros mit der Seefahrtstradition von Kymi, dem kulturellen Erbe von Eretria und den Aktivitäten in und um Manikia verbinden. Der Ausbau solcher Angebote könnte zugleich dazu beitragen, die touristische Saison zu verlängern.
Schrittweise sollen Wander- und Radwege, Klettergebiete und Naturziele in ein gemeinsames Angebot einbezogen werden. Hinzu kommen Möglichkeiten für Aktivitäten auf und unter dem Wasser. Gastronomie, lokale Erzeugnisse und Kulturveranstaltungen sind als weitere Bestandteile vorgesehen.
Ein gemeinsames touristisches Produkt soll damit unterschiedliche Interessen ansprechen: einen Aufenthalt auf Skyros ebenso wie Ausflüge und Übernachtungen auf Euböa. Ob diese Verbindung über zusätzliche internationale Linienflüge erreicht werden kann, bleibt Gegenstand der geplanten Gespräche und Wirtschaftlichkeitsprüfungen.
Mit Informationen von: Gemeinde Skyros.