Kreta – Auf der griechischen Insel liegt die Zimmerauslastung im Oktober in vielen Hotels bei mehr als 80 Prozent. Zahlreiche Betriebe melden Werte zwischen 80 und 90 Prozent, einzelne liegen noch darüber. Einige Häuser wollen bis Mitte November geöffnet bleiben. Besonders die Nachfrage aus Deutschland und Großbritannien trägt dazu bei, dass die Saison später endet.
Nach den veröffentlichten Einschätzungen von Giorgos Pelekanakis, Präsident der Panhellenischen Vereinigung der Hoteldirektoren, bleibt die Buchungslage bis Ende Oktober stark. Die hohen Belegungszahlen gelten allerdings nicht für alle Hotels gleichermaßen. Auch die geplante Verlängerung der Öffnungszeiten unterscheidet sich je nach Betrieb und Region.
Für Herbsturlauber bietet Kreta andere Möglichkeiten als in der sommerlichen Hochsaison. Beliebte Orte sind weniger stark besucht, und Ausflüge ins Inselinnere lassen sich mit Gastronomie, Kultur und Aktivitäten im Freien verbinden. Bei geeigneter Witterung ist auch ein Aufenthalt am Meer möglich. Gerade für Reisende, die große Besucherströme vermeiden möchten, gewinnt diese Zeit damit an Attraktivität.
Flugverbindungen bestimmen, wie lange Hotels geöffnet bleiben
Eine längere Hotelsaison stößt jedoch an Grenzen, wenn die An- und Abreise schwieriger wird. Der Großteil der internationalen Flugverbindungen endet Ende Oktober. Für einzelne Hotels, die noch im November Gäste empfangen möchten, ist das Flugangebot deshalb ein entscheidender Faktor.
Über den Flughafen Heraklion bestehen im Winter weiterhin Verbindungen nach Zypern und Albanien, in die Türkei sowie nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande. Damit bleibt die Insel auch außerhalb der Hauptsaison international erreichbar. Eine breitere Verlängerung des Tourismusgeschäfts wäre aber auf zusätzliche beziehungsweise länger verfügbare Verbindungen angewiesen.
Was die zusätzlichen Wochen für Kretas Wirtschaft bedeuten
Von einem späteren Saisonende können nicht nur die Hotels profitieren. Auch Autovermietungen, Verkehrsunternehmen, Restaurants, Geschäfte und Hotelzulieferer haben die Möglichkeit, länger Umsatz mit Reisenden zu erzielen. Für Beschäftigte im saisonalen Tourismus kann dies eine längere Arbeitsperiode und eine kürzere Unterbrechung bis zum nächsten Frühjahr bedeuten.
Eine hohe Zimmerbelegung ist allerdings nicht mit einem entsprechend hohen Gewinn gleichzusetzen. Für die wirtschaftliche Bilanz zählen ebenso die Übernachtungspreise, die Betriebskosten und die Ausgaben der Urlauber außerhalb des Hotels. Entscheidend ist daher, ob die zusätzliche Nachfrage tragfähige Einnahmen schafft und auch bei anderen örtlichen Betrieben ankommt.
Damit Gäste im Spätherbst ein vollständiges Urlaubsangebot vorfinden, müssen neben den Unterkünften auch Verkehrsmittel, Ausflugsziele, Gastronomie und Freizeitangebote verfügbar sein. Hinzu kommt die Aufgabe, die Servicequalität bis zum tatsächlichen Saisonende aufrechtzuerhalten. Das erfordert eine Abstimmung zwischen den beteiligten Unternehmen und Einrichtungen.
Heraklion zeigt bereits Potenzial für Tourismus über das gesamte Jahr. Für eine stärkere Ausweitung auf Kreta insgesamt kommt es darauf an, Flugverbindungen, geöffnete Betriebe und Dienstleistungen auch außerhalb der Sommermonate aufeinander abzustimmen.