Griechenland – Griechenland hat sich im internationalen Global Retirement Index für 2026 den weltweiten Spitzenplatz als attraktivstes Ziel für deutsche Ruheständler gesichert. Vor dem Hintergrund von fast 245.000 deutschen Renten, die derzeit auf Auslandskonten überwiesen werden, verstärkt sich die Abwanderung in den europäischen Süden spürbar.
Die Kombination aus hoher Lebensqualität und deutlich reduzierten Ausgaben macht das Land zu einer gefragten Alternative für das Leben nach dem Berufsleben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Griechenland belegt im Global Retirement Index für 2026 weltweit den ersten Rang.
- Rund 245.000 Rentenzahlungen der Deutschen Rentenversicherung gehen ins Ausland.
- Spanien führt bei den Senioren über 65 Jahren weiterhin mit 35.334 Bundesbürgern.
Griechenland an der Spitze des weltweiten Index
Die Suche nach besseren Rahmenbedingungen für den Lebensabend führt Jahr für Jahr tausende Bundesbürger über die Landesgrenzen hinweg. In der aktuellen Auswertung des Global Retirement Index für 2026 verweist Griechenland etablierte Fernreiseziele wie Panama und Costa Rica auf die hinteren Plätze der Rangliste.
Ausschlaggebend für die Bewertung der Experten waren mehrere strukturelle Rahmenbedingungen. Neben vorteilhaften Aufenthaltsbestimmungen und einer funktionierenden Infrastruktur punktet das Land mit einer soliden medizinischen Versorgung sowie spürbar niedrigeren Lebenshaltungskosten. Zusammen mit stabilen politischen Verhältnissen und einem milden Klima bietet das Land verlässliche Rahmenbedingungen für Senioren.
Spanien und die Nachbarländer im Vergleich der Bestandszahlen
Ungeachtet des Spitzenplatzes von Griechenland bei den Zukunftsprognosen zeigen die realen Wanderungsbewegungen der Vergangenheit ein anderes Bild. Nach Erhebungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat leben in Spanien aktuell 35.334 deutsche Staatsbürger, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Es folgen Österreich mit 31.854 und die Schweiz mit 23.963 registrierten Senioren.
Ein differenziertes Bild liefern die Datensätze der Deutschen Rentenversicherung, die die tatsächlichen monatlichen Überweisungen ins Ausland erfassen. Hier liegt Österreich mit 30.482 laufenden Rentenzahlungen an erster Stelle, gefolgt von der Schweiz mit 27.084 und Spanien mit 23.656 direkten Überweisungen an Anspruchsberechtigte.
Niedrigere Ausgaben und administrative Vorgaben im Ausland
In den Staaten Südeuropas liegen die alltäglichen Kosten nach aktuellen Berechnungen rund 20 bis 30 Prozent unter dem deutschen Niveau. Dennoch bringt ein dauerhafter Umzug finanzielle und organisatorische Verpflichtungen mit sich. So unterliegen deutsche Altersbezüge in den meisten Zielländern der regulären Steuerpflicht, während gleichzeitig bezahlbare Unterkünfte in Ballungsräumen und gefragten Küstenabschnitten wie der Costa del Sol knapper werden.
Die Attraktivität von Reisezielen in Mitteleuropa stützt sich dagegen auf andere Schwerpunkte. Während in Österreich vor allem die wegfallende Sprachbarriere und das bewährte Gesundheitssystem geschätzt werden, bietet die Schweiz rechtliche Besonderheiten. Über bilaterale Freizügigkeitsabkommen behalten Ruheständler ihren deutschen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz uneingeschränkt bei, was die dortigen hohen Lebenshaltungskosten teilweise abfedert.