Athen – Eine gewaltige Explosion hat am Freitagmorgen kurz nach 07:30 Uhr ein dreistöckiges Gebäude im historischen Athener Stadtteil Plaka weitgehend zerstört. Sechs Personen, darunter eine vierköpfige Urlauber-Familie, gelten derzeit als vermisst, während Einsatzkräfte der Feuerwehr unter Hochdruck in den Trümmern suchen.
Das Unglück ereignete sich in der belebten Lysikratous-Straße im Herzen der griechischen Hauptstadt. Inmitten des massiven Trümmerfelds wurde bereits die Tasche einer Touristin gefunden, was die Sorge um die Verschütteten weiter verstärkt. Der gesamte Bereich wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine schwere Explosion zerstörte am Freitagmorgen ein Gebäude im Athener Altstadtviertel Plaka.
- Sechs Personen gelten als vermisst, darunter Touristen aus Großbritannien und den USA.
- Spezialeinheiten der Feuerwehr suchen mit Spürhunden und Wärmebildkameras nach Überlebenden.
Urlauber und älteres Ehepaar unter den Vermissten
Nach aktuellen Informationen der Behörden befanden sich zum Zeitpunkt der Detonation sechs Personen in dem Gebäude. Im ersten Stock hatte eine vierköpfige Familie ein Apartment gemietet: Ein Brite, seine amerikanisch-albanische Ehefrau sowie deren Sohn mit seiner Freundin. Die in den Trümmern sichergestellte Handtasche konnte dieser Reisegruppe zugeordnet werden.
Besondere Sorge gilt zudem einem älteren Ehepaar, das den zweiten Stock des Gebäudes bewohnte. Wie Anwohner und Verwandte berichten, leidet der ältere Herr unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen und sei in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass er das Gebäude rechtzeitig verlassen konnte. Angehörige meldeten den Behörden, dass sie seit dem Vorfall keinen Kontakt mehr zu dem Paar herstellen konnten.
Großeinsatz von Spezialeinheiten im Zentrum Athens
Die Griechische Feuerwehr und die Spezialeinheit EMAK sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Spezialisierte Rettungshunde und Wärmebildkameras kommen in den Ruinen zum Einsatz, während schweres Baugerät herangeschafft wurde, um Schutt abzutragen und den Zugang zu möglichen Hohlräumen freizulegen.
Der Athener Bürgermeister Haris Doukas begab sich unmittelbar zum Unglücksort und beschrieb die Lage als äußerst komplex. Die Suche nach den Vermissten laufe auf Hochtouren. Die Zerstörung sei massiv, und Spezialkräfte würden das Innere des eingestürzten Gebäudes akribisch untersuchen. Parallel dazu nutzen die Einsatzkräfte Drohnen, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Ingenieure der Stadt prüfen zudem die statische Tragfähigkeit der angrenzenden Gebäude, um weitere Einstürze zu verhindern.
Augenzeugen schildern dramatische Momente
Bilder vom Unglücksort zeigen das verheerende Ausmaß der Verwüstung. Die Straße ist von Trümmern übersät, unzählige Fahrzeugalarmanlagen wurden durch die Druckwelle ausgelöst. Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass ein kompletter Fensterladen meterweit weggeschleudert wurde und nun in Stromleitungen über der Straße hängt.
Besonders dramatisch erlebte ein Autofahrer den Vorfall, der genau im Moment der Explosion an dem Gebäude vorbeifuhr. Wie er gegenüber lokalen Reportern schilderte, sei sein Wagen durch die massive Druckwelle buchstäblich in die Luft gehoben worden. Da das elektronische Schließsystem des Autos nach dem Aufprall ausfiel, musste er sich durch ein zerstörtes Autofenster befreien. Auch benachbarte Geschäfte erlitten schwere Schäden an Fassaden und Inneneinrichtungen. Angestellte eines nahegelegenen Hotels sprachen von einem ohrenbetäubenden Knall, der zunächst die Befürchtung eines Bombenanschlags auslöste.