Athen – Die griechische Hauptstadt verwandelt sich vom 25. bis zum 27. Februar in ein Zentrum des investigativen und gesellschaftskritischen Kinos. Das Internationale Dokumentarfilmfestival Peloponnes verlässt temporär seine angestammte Region und präsentiert in Kooperation mit der Hellenisch-Amerikanischen Union (Hellenic American Union) ein ausgewähltes Programm im Herzen von Athen.
An drei Tagen haben Zuschauer die Möglichkeit, im Theater der Kulturinstitution in der Massalias-Straße 22 an kostenlosen Filmvorführungen teilzunehmen, wobei die Platzvergabe streng nach dem Prinzip der zeitlichen Reihenfolge erfolgt. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf zehn herausragenden Dokumentationen, die bereits auf internationalen Bühnen sowie bei den vorherigen Ausgaben des Festivals auf der Halbinsel Peloponnes ausgezeichnet wurden.
Bemerkenswert ist dabei, dass neun dieser Werke ihre offizielle Athen-Premiere feiern. Die inhaltlichen Schwerpunkte kreisen um die drängenden globalen Leitmotive Gleichberechtigung, Solidarität und Umwelt. Durch vielfältige geografische und narrative Perspektiven beleuchtet das kuratierte Abendprogramm hochaktuelle soziale, politische und ökologische Fragestellungen der Gegenwart.
Internationale Regisseure präsentieren ihre Werke in Athen
Ein zentraler Bestandteil des Festivalprogramms ist die direkte Interaktion zwischen dem Publikum und den Filmschaffenden. Drei internationale Regisseure sind in Athen persönlich anwesend, um ihre Werke vorzustellen und anschließend in strukturierte Dialoge mit den Zuschauern zu treten. Die Filmemacherin Eylem Kaftan präsentiert ihre Dokumentation “A Day, 365 Hours”, die sich durch eine feine Verflechtung von persönlicher Erzählebene und tiefgehender sozialer Recherche auszeichnet.
Der Regisseur Abdullah Harun Ilhan bringt mit “Free Words: A Poet from Gaza” ein eindringliches Porträt des palästinensischen Dichters Mosab Abu Toha auf die Leinwand. Sein Werk rückt die Kraft der Poesie als elementare Form des zivilen Widerstands in den Mittelpunkt. Ergänzt wird das internationale Aufgebot durch den belgischen Filmemacher Ruud De Keyser, der in seinem Film “Sheep” die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur durch einen unkonventionellen narrativen Ansatz untersucht.
Bildungsprogramm und musikalische Live-Begleitung
Neben dem Abendprogramm etabliert das Festival eine dezidierte Bildungszone, die den bildungspolitischen Auftrag der Organisatoren unterstreicht. Mit elf speziell ausgewählten Vorführungen für Schulen zielt die Initiative darauf ab, die audiovisuelle Bildung und das kritische Denkvermögen junger Menschen gezielt zu fördern. Ein besonderer Höhepunkt dieses pädagogischen Ansatzes ist das Projekt zur musikalischen Filmuntermalung.
Der Dokumentarfilm “Daniel” des Regisseurs Pavlos Vissarios wird im Rahmen des Festivals mit einer live gespielten Eigenkomposition präsentiert. Die musikalische Leitung und Orchestrierung dieses ambitionierten Vorhabens obliegt Giorgos Panagiotopoulos. Für die akustische Umsetzung stehen zehn Musiker auf der Bühne, von denen neun reguläre Schüler der regionalen Musikschule aus Tripolis auf der Peloponnes sind. Diese direkte Einbindung regionaler Talente in der Hauptstadt verdeutlicht die enge kulturelle Verbindung zwischen der Peloponnes und Athen durch das Medium des Dokumentarfilms.