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Schlammiges Hochwasser überflutet eine Dorfstraße in einer grünen griechischen Küstenlandschaft
Aktuelles

Griechenland: Schwere Überschwemmungen auf Skiathos und am Pilion – 112-Alarm

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
28.10.2026 20:12
Antonia Feldberg
Griechenland
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KI-generiertes Symbolbild | GRland
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Thessalien – Schwere Überschwemmungen haben im Süden der griechischen Halbinsel Pilion und auf der Insel Skiathos Straßen überflutet, Erdrutsche ausgelöst und Ortschaften zeitweise abgeschnitten. Besonders kritisch ist die Lage in Platanias am Pilion: Dort rief der Zivilschutz die Menschen über die Notrufnummer 112 dazu auf, sich wegen der Flutgefahr in höhere Stockwerke zu begeben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Platanias am südlichen Pilion trat ein Bach über die Ufer. Teile des Ortes sind nicht mehr erreichbar.
  • Auf Skiathos ist die Straße in Richtung Koukounaries seit dem 28. Oktober um 13:30 Uhr abschnittsweise gesperrt.
  • Der Meteorologe Giorgos Tsatrafyllias warnt für mehrere griechische Regionen vor weiteren starken Regenfällen und Gewittern.

Platanias am Pilion: Überflutete Häuser und abgeschnittener Ortsteil

In Platanias schwoll ein Bach nach heftigen Regenfällen so stark an, dass die Wassermassen über die Ufer traten und alles mitrissen, was ihnen im Weg stand. Ein Teil des Ortes ist vollständig abgeschnitten; eine alternative Zufahrt gibt es nach Angaben des Bürgermeisters nicht. Auch der Bürgermeister von Süd-Pilion, Michalis Mitzikos, konnte das Dorf zeitweise nicht verlassen. Er schilderte die Situation als noch schlimmer als am Tag des Unwetters „Daniel“, das die Gegend bereits zuvor getroffen hatte.

Die Wassermassen seien aus drei Richtungen in den Ort geströmt, erklärte Mitzikos. Er forderte Bewohner von zwei- und dreistöckigen Häusern auf, in die oberen Etagen auszuweichen. Nach seinen Angaben sind Erdgeschosse überflutet und zwei Wasserbrunnen beziehungsweise Bohrungen beschädigt worden. Erst nach einem Rückgang des Wasserstands könne die abgeschnittene Seite wieder erreicht werden.

Der griechische Zivilschutz verschickte für Platanias in der Region Magnesia eine entsprechende 112-Notfallwarnung. Betroffene sollten höhere Etagen aufsuchen und den Anweisungen der Behörden folgen. Bereits am Vortag war in der Region per 112 dazu aufgerufen worden, Fahrten möglichst einzuschränken.

Das Wasser drang zudem in Geschäfte und Höfe ein. Beschäftigte brachten Tische und Stühle in Sicherheit und versuchten, eingedrungenes Wasser aus den Räumen zu entfernen. Ein Anwohner berichtete, dass in seinem überfluteten Lager Behälter umgekippt seien und rund 200 Kilogramm Olivenöl ausgelaufen seien. Ähnliche Schäden habe er bereits beim Unwetter Daniel erlebt.

Rettung mit Spezialboot und weitere Hilfe im Dorf

Am Nachmittag retteten Einsatzkräfte einen Hotelbesitzer aus einem überfluteten Bereich von Platanias. Der Mann hatte sich am Fuß verletzt und konnte die andere Seite des Wasserlaufs nicht selbst erreichen. Eine auf schnell fließendes Wasser spezialisierte Einheit der 8. EMAK, einer griechischen Katastrophenschutzeinheit, brachte ihn mit einem Spezialboot in Sicherheit.

Nach Angaben des Leiters der Feuerwehrdienste in Magnesia, Konstantinos Balantinas, erfolgte der Transport gegen 18:05 Uhr; anschließend sollte der Mann in einem Gesundheitszentrum versorgt werden. Die Retter hätten durchgehend Kontakt zu ihm gehalten. Auch eine Frau wurde in Platanias an einen sicheren Ort gebracht. Zum Zeitpunkt seiner Auskunft gebe es keine eingeschlossenen Personen mehr, sagte Balantinas.

Nachdem der Regen am Einsatzort zwischenzeitlich aufgehört hatte, sollten die Einsatzkräfte mit dem Abpumpen von Wasser beginnen, unter anderem aus Kellerräumen. Schäden durch die Wucht der Fluten seien bereits erkennbar.

Regionalverwaltung sieht weiteren Schutzbedarf

Die stellvertretende Regionalverantwortliche für Magnesia, Anna-Maria Papadimitriou, verwies auf die außergewöhnlich großen Regenmengen. Sie hält zusätzliche Maßnahmen zur Ableitung des Wassers aus den Bergen für notwendig. Der betroffene Bach sei kürzlich geräumt und mit Drahtsteinkörben gesichert worden; seine offizielle Abgrenzung stehe kurz vor dem Abschluss. Daraus solle sich ergeben, welche weiteren Arbeiten erforderlich sind.

Als ungelöstes Problem bezeichnete Papadimitriou auch eine noch ausstehende Brückenlösung im Bereich Platanias. Die Gemeinde habe dort vorläufig eine Straße mit Durchlässen eingerichtet. Nach ihrer Einschätzung beeinträchtigt dies den Abfluss der Wassermassen zum Meer. Die Brückenarbeiten müssten deshalb rasch vorankommen, um die gefährdete Ortschaft besser zu schützen.

Auch Chorto, Milina und Makrinitsa betroffen

Weitere Probleme werden aus mehreren Orten auf dem Pilion gemeldet. In Chorto verwandelten schlammige Fluten Straßen in reißende Wasserläufe. In Milina strömten mit Schlamm vermischte Wassermassen bis an den Strand. Auch in Makrinitsa liefen Straßen voll; das Wasser riss Geröll und anderes angeschwemmtes Material mit.

Skiathos: Wichtige Verbindung nach Koukounaries gesperrt

Auf Skiathos haben die anhaltenden starken Niederschläge ebenfalls Straßen überflutet. Die Polizei untersagte am 28. Oktober ab 13:30 Uhr die Durchfahrt auf der Verbindung von Skiathos nach Koukounaries, beginnend im Bereich Akropolis bis nach Koukounaries. Betroffen sind auch die Abschnitte bei Vasilias, Achladies, Agia Paraskevi und Troulos sowie die einmündenden Nebenstraßen.

Die Sperrung soll bestehen bleiben, bis das gefährliche Wetter nachgelassen hat und die Strecke wieder sicher befahrbar ist. Auch weitere Abschnitte des regionalen Straßennetzes sind geschlossen. Die Behörden rufen die Bewohner dazu auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und überflutete Stellen keinesfalls zu durchqueren.

In Platanias auf Skiathos – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort am südlichen Pilion – stieg der Pegel des örtlichen Bachs nach Berichten des Lokalportals skiathoslife.gr deutlich an. Die Zufahrtsstraße wurde wegen der gefährlichen Verhältnisse geschlossen. Auf dem Weg nach Koukounaries kam es zudem zu Erdrutschen; weitere Abgänge bei anhaltendem Unwetter werden befürchtet.

Wie groß die Schäden auf der Insel insgesamt sind, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Anhaltender Regen erschwert die Erfassung; eine vollständige Bestandsaufnahme ist erst nach einer Wetterberuhigung und bei sicherem Zugang zu den betroffenen Stellen möglich.

Wetterprognose: Starker Regen bis in die späten Abendstunden

Eine rasche Entwarnung gibt es nach der Prognose des Meteorologen Giorgos Tsatrafyllias nicht. Für den 28. Oktober bis spät am Abend sagte er weitere kräftige Regenfälle, Gewitter und große Niederschlagsmengen voraus. Besonders betroffen seien Magnesia mit den Pilion-Dörfern, die Sporaden, Nord-Euböa und die Dodekanes.

Für die auf diese Prognose folgenden zehn bis zwölf Stunden mahnte der Meteorologe in den genannten Regionen zu besonderer Vorsicht.

Mit Informationen von: Griechischer Zivilschutz, Polizei, Feuerwehrdienste Magnesia, Regionalverwaltung Magnesia.

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