Griechenland – Für Freitag, den 30. Oktober 2026, haben drei griechische Seeleutegewerkschaften einen 24-stündigen Streik angekündigt. In sieben Häfen wird deshalb damit gerechnet, dass Schiffe nicht auslaufen. Zusätzlich wollen die der Föderation OMYLE angeschlossenen Hafenbeschäftigten von 10:00 bis 13:00 Uhr die Arbeit niederlegen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die angekündigte 24-stündige Arbeitsniederlegung betrifft Piräus, Rafina, Lavrio, Patras, Igoumenitsa, Elefsina und die Verbindung Rio–Antirrio.
- Die Hafenbeschäftigten der Gewerkschaft OMYLE planen am Freitag eine dreistündige Arbeitsniederlegung von 10:00 bis 13:00 Uhr.
- Für 10:00 Uhr ist eine zentrale Streikversammlung am Platz des Stadttheaters in Piräus vorgesehen.
In diesen sieben Häfen werden Ausfälle erwartet
Die 24-stündige Streikankündigung stammt von der panhellenischen Vereinigung der Schiffsingenieure der Handelsmarine PEMEN, der Gewerkschaft der unteren Maschinenbesatzungen „Stefenson“ und der panhellenischen Vereinigung der Seeleute PENEN. Nach den vorliegenden Ankündigungen sollen Schiffe in den Häfen Piräus, Rafina, Lavrio, Patras, Igoumenitsa, Elefsina und Rio–Antirrio festliegen. Für die Dauer der Aktion werden dort keine Abfahrten erwartet.
Für Reisende und andere Nutzer des Schiffsverkehrs ist entscheidend, dass es sich um eine angekündigte Arbeitskampfmaßnahme handelt. Welche einzelnen Verbindungen tatsächlich ausfallen, wird in den Gewerkschaftsmitteilungen nicht gesondert aufgelistet.
Hafenbeschäftigte legen drei Stunden die Arbeit nieder
Die Föderation der fest angestellten Hafenbediensteten Griechenlands OMYLE hat für Freitag zusätzlich einen dreistündigen Ausstand von 10:00 bis 13:00 Uhr beschlossen. Die Entscheidung fiel nach Verbandsangaben am 23. Oktober einstimmig im Vorstand und betrifft die ihr angeschlossenen Beschäftigten. Sie ist Teil einer europaweit koordinierten Aktion von Hafenarbeitnehmern.
Die Föderation verweist auf drei zentrale Sorgen: die Nutzung von Hafenanlagen im Zusammenhang mit Militäroperationen, die möglichen Folgen der Automatisierung für Arbeitsplätze und den Schutz gewerkschaftlicher Rechte. Darüber hinaus fordert sie Tarifverträge in allen griechischen Häfen, um Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Ein konkreter Konflikt betrifft die Hafenorganisation von Piräus, den OLP. Der bisherige betriebliche Tarifvertrag lief am 31. Juli 2026 aus. OMYLE verlangt schnellere Verhandlungen und einen zügigen Abschluss einer neuen Vereinbarung. Arbeitnehmervertreter sollen außerdem an Planungen und Entscheidungen zur Funktionsweise des Hafens beteiligt werden.
Seeleutegewerkschaften fordern mehr Lohn und Schutz
Die Gewerkschaften PEMEN und „Stefenson“ begründen ihren Streik auch mit der Sicherheit von Besatzungen in Seegebieten, in denen Kriegshandlungen stattfinden.
Zu ihren Forderungen gehören die Anerkennung gefährlicher Seegebiete als Kriegszonen, die Erneuerung von Tarifverträgen mit zwölf Prozent Lohnerhöhung, eine bessere personelle Besetzung der Schiffe und zusätzliche Maßnahmen für Gesundheit und Arbeitssicherheit. Außerdem verlangen sie den Siebenstundentag, eine Fünftagewoche mit 35 Stunden sowie eine verpflichtende ärztliche Betreuung an Bord.
Die Seeleutegewerkschaft PENEN warnt ebenfalls vor wachsenden Gefahren durch bewaffnete Konflikte. In ihrer Erklärung nennt sie für die ersten 21 Tage des Oktobers 28 Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf. Für das Schwarze Meer führt sie 570 bestätigte Angriffe, 40 getötete Seeleute und Hunderte Verletzte an.
PENEN kritisiert außerdem Kaufkraftverluste: Bei einem abgeschlossenen zweijährigen Tarifvertrag seien die ohnehin geringen Lohnerhöhungen nach Darstellung der Gewerkschaft schon im ersten Jahr aufgezehrt worden.
Auch Piräus ruft zu einem ganztägigen Streik auf
Das Arbeiterzentrum Piräus hat für denselben Freitag einen eigenen 24-stündigen Streik in der Hafenstadt ausgerufen. Er fällt mit dem internationalen Aktionstag der Hafenarbeiter und Hafenbeschäftigten zusammen. Nach Angaben des Arbeiterzentrums koordinieren Gewerkschaftsorganisationen aus mehr als 100 Häfen in zahlreichen Ländern ihre Aktionen.
Als gemeinsame Ziele nennt das Arbeiterzentrum den Schutz der Beschäftigten, höhere Einkommen und die Vermeidung einer Einbindung ziviler Hafenanlagen in Kriegseinsätze.
Für 10:00 Uhr am Freitag, 30. Oktober, ist eine Kundgebung auf dem Platz des Stadttheaters in Piräus angekündigt. Dort wollen sich zur gleichen Zeit auch die Seeleutegewerkschaften versammeln. PENEN plant bereits um 9:15 Uhr ein Vortreffen an der Kirche Agia Triada gegenüber dem griechischen Seefahrerversicherungsfonds NAT.
Mit Informationen von: OMYLE, PEMEN, „Stefenson“, PENEN, Arbeiterzentrum Piräus.