Griechenland – Drei Jahre nach dem historischen Führungswechsel an der Spitze des österreichischen Kristallkonzerns spiegeln sich die Auswirkungen der neuen Konzernstrategie deutlich in den Bilanzen der griechischen Tochtergesellschaft wider. Swarovski Hellas schloss das Jahr 2025 mit einem Umsatzwachstum und verbesserten Margen ab, wobei eine deutliche Verschiebung vom Großhandel zum konzerneigenen Einzelhandel den neuen globalen Ansatz markiert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Umsatz von Swarovski Hellas stieg 2025 auf 16,49 Millionen Euro.
- Die Einzelhandelsumsätze wuchsen um 15,2 Prozent auf 7,88 Millionen Euro.
- Trotz Gewinnverbesserung wird für 2025 keine Dividende ausgeschüttet.
Der historische Bruch mit der Familientradition
Mehr als ein Jahrhundert lang lag die Führung des Unternehmens ausschließlich in den Händen der Gründerfamilie, zu der auch die griechische Designerin Marina Raphael als Mitglied der sechsten Generation gehört. Nach internen Spannungen vollzog der Konzern im Juli 2022 einen radikalen Schnitt: Mit Alexis Nasard wurde erstmals ein familienfremder CEO berufen. Dieser Wechsel markierte den Übergang von einem familiengeführten zu einem reinen Familienunternehmen. Nasards Hauptaufgabe bestand darin, den historischen Luxusgüterhersteller durch das Strategieprogramm LuXIgnite neu zu positionieren.
Die finanzielle Entwicklung in Griechenland
Die Umsetzung dieser Strategie zeigt auf dem griechischen Markt konkrete Ergebnisse. Für das 36. Geschäftsjahr meldete Swarovski Hellas einen Umsatz von 16,49 Millionen Euro, verglichen mit 15,83 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn nach Steuern erhöhte sich um 5,1 Prozent auf 178.983 Euro, während das Eigenkapital 5,2 Millionen Euro erreichte. Diese Zahlen bestätigen die Fortsetzung des profitablen Kurses der Niederlassung.
Verschiebung zugunsten des Einzelhandels
Die bemerkenswerteste Veränderung im Geschäftsmodell betrifft die Zusammensetzung der Verkäufe. Die Einzelhandelsumsätze verzeichneten einen Anstieg von 15,2 Prozent auf 7,88 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu stagnierte das Großhandelsgeschäft mit einem minimalen Plus von 0,07 Prozent. Dadurch erhöhte sich der Anteil des Einzelhandels am Gesamtumsatz von 37 auf 40,3 Prozent. In Griechenland betreibt das Unternehmen derzeit fünf eigene Filialen in Athen und Umgebung, konkret in der Ermou-Straße, in Glyfada, Marousi, Kifissia sowie im Designer Outlet in Spata.
Verbesserte Margen und Investitionen
Die Fokussierung auf den Einzelhandel wirkte sich positiv auf die Profitabilität aus. Der Bruttogewinn stieg auf 4,87 Millionen Euro, was einer Verbesserung der Bruttomarge auf 29,5 Prozent entspricht. Das EBITDA wuchs von 625.657 Euro im Jahr 2024 auf 705.896 Euro. Gleichzeitig investierte das Unternehmen in sein Netzwerk: Die Belegschaft wurde von 50 auf 55 Mitarbeiter aufgestockt, was die Personalkosten um 9,8 Prozent ansteigen ließ. Die Werbeausgaben wurden hingegen um 10,6 Prozent auf 1,16 Millionen Euro reduziert.
Finanzielle Verflechtungen und Steuern
Die Bilanz verdeutlicht die enge Einbindung der griechischen Tochter in den globalen Konzernverbund. Die Barmittel stiegen deutlich auf 2,18 Millionen Euro, was teilweise auf die Rückzahlung von Darlehen der Crystalon Finanz AG zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wuchsen auf 2,82 Millionen Euro, wovon 86 Prozent gegenüber der Swarovski Aktiengesellschaft bestehen. Auf steuerlicher Ebene wies das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 326.148 Euro aus, auf den 147.165 Euro Steuern entfielen. Dies entspricht einem effektiven Steuersatz von rund 45 Prozent und liegt damit deutlich über dem nominalen Satz von 22 Prozent. Wie bereits im Vorjahr beschloss der Verwaltungsrat, die Gewinne einzubehalten und keine Dividende auszuschütten.
Das globale Bild des Swarovski-Konzerns
Auf Konzernebene spiegeln sich die griechischen Resultate im globalen Trend wider. Der gesamte Swarovski-Konzern schloss das Jahr 2025 mit einem Umsatz von 1,97 Milliarden Euro ab. Dies entspricht einem organischen Wachstum von sechs Prozent, während das operative Ergebnis (EBITDA) gleichzeitig um zwölf Prozent gesteigert werden konnte.