Thessaloniki – Dramatische Szenen haben sich am Freitagmorgen auf einem Flug der Ryanair vom Flughafen Makedonia nach München abgespielt. Ein Kabinenfenster der Maschine barst in der Luft, was zu einem plötzlichen Druckabfall führte und einen 61-jährigen Passagier beinahe aus dem Flugzeug saugte. Nur durch das schnelle Eingreifen seiner Ehefrau und weiterer Mitreisender konnte Schlimmeres verhindert werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Ryanair-Flug nach München musste wegen eines zerstörten Fensters nach Thessaloniki umkehren.
- Ein 61-jähriger serbischer Passagier wurde durch den starken Sog fast aus der Kabine gerissen.
- Der Mann wird mit Reibungsverbrennungen im Krankenhaus AHEPA in Thessaloniki behandelt.
Dramatischer Druckabfall über den Wolken
Kurz nach dem Start in Nordgriechenland kam es zu dem schweren Zwischenfall. Wie griechische Medien übereinstimmend berichten, gab es plötzlich einen lauten Knall und ein Fenster der Passagierkabine riss. Der dadurch ausgelöste enorme Druckunterschied erzeugte einen starken Sog. Dieser wirkte unmittelbar auf einen 61-jährigen serbischen Staatsbürger ein, der direkt an dem beschädigten Fenster saß. Gleichzeitig fielen planmäßig die Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke.
Laut Augenzeugenberichten hing der Kopf des Mannes bereits teilweise aus dem Flugzeug. Seine Ehefrau, die neben ihm saß, habe ihn etwa fünf Minuten lang an den Beinen festgehalten, um zu verhindern, dass er vollständig nach draußen gesaugt wird. Mit der Unterstützung weiterer Fluggäste und dank der Tatsache, dass der Mann seinen Sicherheitsgurt noch angelegt hatte, gelang es schließlich, ihn wieder sicher in die Kabine zu ziehen.
Notlandung und medizinische Versorgung in Griechenland
Der Pilot der Maschine leitete umgehend den Sinkflug ein und kehrte für eine Notlandung zum Startflughafen zurück. Am Boden warteten bereits Rettungskräfte des Notdienstes EKAB. Wie der Präsident der Gewerkschaft der Krankenhausmitarbeiter (POEDIN), Michalis Giannakos, bestätigte, erlitt der 61-Jährige bei dem Vorfall starke Reibungsverbrennungen und ein Trauma an der Halswirbelsäule. Er war bei vollem Bewusstsein und wurde umgehend in das Universitätsklinikum AHEPA eingeliefert.
Zusätzlich wurde eine schwangere Passagierin der betroffenen Maschine vorsorglich in das Ippokratio-Krankenhaus gebracht. Nach einer Ultraschalluntersuchung konnte sie die Klinik jedoch wieder verlassen, da bei ihr und dem ungeborenen Kind keine Auffälligkeiten festgestellt wurden.
Panik in der Passagierkabine
Der unerwartete Vorfall sorgte unter den Fluggästen auf dem Weg nach Bayern für massives Entsetzen. Eine Passagierin schilderte in einem lokalen Radiosender die extrem angespannte Lage an Bord. Es habe einen lauten Knall gegeben, der an einen geplatzten Reifen erinnerte. Daraufhin sei sofort Panik mit lauten Schreien ausgebrochen, da das Flugzeug aufgrund des Druckabfalls extrem schnell an Höhe verlor.
Einige Reisende hätten im ersten Moment befürchtet, jemand habe versehentlich eine Notausgangstür geöffnet. Die Situation habe sich für alle Beteiligten wie eine Ewigkeit angefühlt, bis das Personal und zufällig anwesende Ärzte unter den Passagieren die Lage erfassen und dem verletzten Serben zu Hilfe eilen konnten.
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