Plaka – Nach der Gasexplosion mit sechs Todesopfern haben Ermittler der griechischen Feuerwehr drei Personen identifiziert und festgenommen. Den bisherigen Untersuchungsergebnissen zufolge sollen sie wenige Stunden vor der Katastrophe ein Kupferrohr aus der Gasinstallation des Gebäudes entfernt haben. Dabei sei eine undichte Stelle entstanden, durch die Gas in das Haus strömte.
Die Festnahmen erfolgten nach 34 Tagen Ermittlungsarbeit durch die für Brandstiftungsdelikte zuständige Abteilung der Feuerwehr. Die Untersuchung stand unter staatsanwaltschaftlicher Aufsicht. Beteiligt war außerdem ein Labor der Nationalen Technischen Universität Athen. Dessen Gutachten lokalisierte das Leck im Inneren des Gebäudes, unmittelbar neben dem Gaszähler im Erdgeschoss.
Überwachungskameras zeigen die mutmaßliche Entwendung
Nachdem die Ermittler die Schadstelle eingegrenzt hatten, werteten sie Aufnahmen von Überwachungskameras aus der Umgebung erneut aus. Darauf sind nach ihren Erkenntnissen gegen 2:00 Uhr nachts drei Personen zu sehen, die sich dem Gebäude nähern – etwa fünfeinhalb Stunden vor der Explosion.
Zwei von ihnen sollen das Treppenhaus betreten und wenige Minuten später mit einem Stück Kupferrohr wieder verlassen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass beim Herauslösen des Rohrs ein Riss in der Gasinstallation entstand.
Das ausströmende Gas sammelte sich den Untersuchungen zufolge im zweiten Stock. Dort wohnte ein älteres Ehepaar. Als im Badezimmer ein Schalter betätigt wurde, kam es nach den Ermittlungsergebnissen zur Explosion.
Die drei Festgenommenen stehen im Verdacht, an der Entwendung des Rohrs beteiligt gewesen zu sein. Ob und in welchem Umfang sie für die Folgen strafrechtlich verantwortlich sind, bleibt Gegenstand des Justizverfahrens.
Schultransporter mit zwölf Kindern von Trümmern getroffen
Wie knapp weitere Menschen einer Verletzung entgingen, zeigen ebenfalls Aufnahmen einer Überwachungskamera. Ein Schultransporter mit zwölf minderjährigen Schülern fuhr unmittelbar vor der Explosion am Gebäude vorbei. Trümmer und Splitter trafen das Fahrzeug; verletzt wurde unter den Insassen niemand. Die Schüler und ihre Begleitpersonen erlitten jedoch einen schweren Schock.
Ein in der Nähe abgestelltes Auto wurde von herabfallenden Trümmern verschüttet. Sein Fahrer erlitt leichte Verletzungen, das Fahrzeug wurde erheblich beschädigt.
Mit Informationen von: Griechische Feuerwehr, Nationale Technische Universität Athen.