Griechenland – Nahezu die halbe Bevölkerung des Landes hat im vergangenen Jahr die Notaufnahmen des Nationalen Gesundheitssystems (ESY) aufgesucht. Die öffentlichen Krankenhäuser erwiesen sich im Jahr 2025 erneut als das absolute Rückgrat der medizinischen Versorgung in der gesamten Republik. Wie aus den offiziellen Erhebungen hervorgeht, suchten innerhalb von zwölf Monaten insgesamt 4,96 Millionen Patienten nach medizinischer oder pharmazeutischer Hilfe in den sekundären und tertiären Pflegeeinrichtungen. Parallel dazu verzeichneten die staatlichen Einrichtungen mehr als 2,53 Millionen stationäre Aufnahmen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fast fünf Millionen Patienten besuchten 2025 die Notaufnahmen in Griechenland.
- Jeder zweite Patient in der Notaufnahme benötigte keine Krankenhausbehandlung.
- Das Universitätsklinikum Larisa verzeichnete mit über 126.000 Fällen den größten Ansturm.
- Mehr als 4,1 Millionen Bürger suchten Gesundheitszentren primär für die Verschreibung von Medikamenten auf.
Der Ansturm auf die Notaufnahmen und Gesundheitszentren
Die weitreichenden Statistiken stammen direkt aus der Datenbankplattform “BI – Health” des Griechischen Gesundheitsministeriums. Die Auswertung dieser offiziellen Daten für das Jahr 2025 liefert ein klares Bild über die Auslastung und das Verhalten der Patienten. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung belegt, dass jeder zweite Patient, der ein diensthabendes Krankenhaus in der Notaufnahme aufsucht, aus rein medizinischer Sicht gar keiner klinischen Behandlung bedarf. Diese enorme Inanspruchnahme der Notfallstrukturen für leichtere Beschwerden stellt die Dienstpläne und Kapazitäten der Einrichtungen vor massive Herausforderungen.
Trotz der extremen Belastung der großen Krankenhäuser zeigt die Datenlage auch die wichtige Rolle der primären Gesundheitsversorgung. Die staatlichen Gesundheitszentren (Kentra Ygeias), die landesweit als erste Anlaufstelle dienen sollen, wurden in hohem Maße frequentiert. Dennoch verdeutlichen die Zahlen ein strukturelles Gefälle in der Nutzung: Die überwiegende Mehrheit der Bürger nutzte diese Zentren in erster Linie für administrative medizinische Zwecke. Konkret wandten sich 4,18 Millionen Menschen an die Zentren, um sich Medikamente verschreiben zu lassen, während lediglich 3,35 Millionen Patienten diese Einrichtungen für die Behandlung von akuten, aber nicht lebensbedrohlichen medizinischen Problemen aufsuchten.
Die am stärksten belasteten Krankenhäuser des Landes
Eine detaillierte Aufschlüsselung der Patientenströme verdeutlicht die regionalen Schwerpunkte der medizinischen Versorgung. Die absoluten Spitzenwerte bei den Notaufnahmen verzeichnete nicht die Hauptstadt, sondern die Region Thessalien. Das Universitätskrankenhaus Larisa war die Einrichtung mit der höchsten Belastung während der Bereitschaftsdienste. Insgesamt wurden dort im Laufe des Jahres 126.593 Patienten in der zentralen Notaufnahme vorstellig. Diese Zahl unterstreicht die enorme Bedeutung des Klinikums für die gesamte zentralgriechische Region.
Auf den weiteren Plätzen folgten ebenfalls große regionale Versorgungszentren. Das Krankenhaus Hippokratio in Thessaloniki registrierte 108.056 Hilfesuchende in seinen Notaufnahmen. Dicht dahinter rangierte das Allgemeine Krankenhaus Kalamata auf der Peloponnes mit 107.273 behandelten Notfällen. Im Großraum Attika, der dichtestbesiedelten Region des Landes, lagen die Zahlen auf einem ähnlich hohen Niveau. Hier nahmen das Krankenhaus Nikaia mit 102.761 Vorfällen und das Krankenhaus “G. Gennimatas” in Athen mit 100.045 Einsätzen die vordersten Plätze ein.
Stationäre Behandlungen und die Rolle der Universitätskliniken
Betrachtet man hingegen die Anzahl der tatsächlichen stationären Aufnahmen, ändert sich das Bild der Belastung deutlich. Bei den echten Krankenhausaufenthalten tragen die Universitätskliniken den weitaus größten Teil der Verantwortung, insbesondere außerhalb des Großraums Athen. Diese Einrichtungen sind für schwere und komplexe Krankheitsbilder ausgelegt und fungieren als letzte Instanz in ihren jeweiligen geografischen Sektoren. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Universitätskrankenhaus Heraklion auf Kreta mit 88.872 stationär behandelten Patienten die höchste Anzahl an Einweisungen in der Provinz.
Ebenso essenziell für das System waren das Universitätsklinikum Patras mit 81.696 aufgenommenen Patienten sowie das Universitätskrankenhaus Ioannina mit 74.954 Fällen. In der Hauptstadtregion Athen konzentrierten sich die schweren medizinischen Fälle auf vier große Säulen des Systems. Den höchsten Wert bei den stationären Behandlungen im Attika-Becken meldete das Universitätsklinikum “Attikon” mit 76.666 Aufnahmen. Es folgten die traditionell stark frequentierten Innenstadtkliniken: Das Krankenhaus “Evangelismos” verzeichnete 72.623 stationäre Patienten, das “Laiko” kam auf 72.249 Fälle und das “G. Gennimatas” verbuchte 71.860 stationäre Behandlungen.
Pädiatrische Kliniken und spezialisierte Einrichtungen im Fokus
Im Bereich der Kindermedizin zeichneten sich klare Zentren für die Versorgung ab. Die meisten stationären pädiatrischen Behandlungen bündelten sich im Athener Kinderkrankenhaus “Agia Sofia”, das insgesamt 45.840 Aufnahmen meldete. Das benachbarte Kinderkrankenhaus “P. & A. Kyriakou” registrierte im gleichen Zeitraum 19.629 stationäre Patienten, während das Kinderkrankenhaus im Athener Vorort Penteli 8.322 Kinder stationär aufnahm. Bei den Notfalleinsätzen in den Bereitschaftsdiensten verteilte sich die Last der besorgten Eltern jedoch deutlich gleichmäßiger auf die drei Häuser: In den Notaufnahmen wurden 70.926 (Agia Sofia), 63.880 (Kyriakou) beziehungsweise 43.646 (Penteli) pädiatrische Notfälle medizinisch begutachtet.
Ein weiterer aufschlussreicher Aspekt der offiziellen Gesundheitsdaten für das Jahr 2025 betrifft den Bereich der hochspezialisierten Krankenhäuser. In diesen Fachkliniken wurde das landesweit größte Volumen an regulären, vorab gebuchten Terminen in den ambulanten Abteilungen (TaKtiká Exoteriká Iatreía) abgewickelt. So suchten 145.600 Patienten das auf dermatologische Erkrankungen spezialisierte Krankenhaus “Andreas Syngros” in Athen für geplante Untersuchungen auf. Ähnlich hoch war der Andrang im landesweit größten Unfall- und Orthopädiezentrum KAT, wo innerhalb eines Jahres 111.179 reguläre ambulante Patiententermine durchgeführt wurden.