Griechenland – Autofahrer an griechischen Zapfsäulen zahlen weiterhin europaweite Spitzenpreise für Treibstoff. Bei bleifreiem Benzin belegt das Land aktuell den siebten Platz unter den teuersten Staaten in ganz Europa, während Experten vor weiteren Preisschüben warnen, sollten die globalen Rohölnotierungen weiter anziehen und die USA Exportverbote für Treibstoffe verhängen.
Nach Erhebungen der spezialisierten Plattform GlobalPetrolPrices lag der Durchschnittspreis für einen Liter bleifreies Benzin in Griechenland am 28. September bei 2,205 Euro. Noch höhere Ausgaben verzeichneten im europäischen Vergleich lediglich Norwegen (2,748 Euro), Dänemark (2,518 Euro), die Niederlande (2,448 Euro), Finnland (2,324 Euro) sowie Deutschland (2,271 Euro) und die Schweiz (2,261 Euro). Beim Dieselkraftstoff rangiert Griechenland mit durchschnittlich 2,216 Euro pro Liter europaweit auf dem 14. Platz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Griechenland belegt mit 2,205 Euro pro Liter bleifreiem Benzin Platz sieben unter den teuersten Ländern Europas.
- Ein Mehrwertsteuersatz von 24 Prozent und die hohe Verbrauchssteuer von 700 Euro pro 1.000 Liter Benzin treiben die Endpreise.
- Die Preisdifferenz zwischen Diesel und Rohöl stieg in Europa infolge geopolitischer Krisen drastisch auf 82 US-Dollar pro Barrel.
Geopolitische Spannungen belasten globale Lieferketten
Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine beeinflussen die Versorgung mit flüssigen Kraftstoffen massiv. Daten der Finanzagentur Bloomberg verdeutlichen die Verwerfungen auf dem Raffineriemarkt: Die Preisdifferenz zwischen Diesel und Rohöl liegt in Europa derzeit bei 82 US-Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Ende Februar lag dieser Spread noch bei rund 28 US-Dollar pro Barrel, bevor neue militärische Eskalationen einsetzten und Angriffe auf russische Raffineriekapazitäten zunahmen.
Gleichzeitig bleibt das internationale Angebot verknappt. Russland verlängerte seine bestehenden Exportbeschränkungen für Dieselkraftstoff bis in den Oktober hinein. In den Vereinigten Staaten steht die Regierung unter wachsendem Druck wegen der einheimischen Treibstoffkosten. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, er prüfe sehr ernsthaft die Einführung eines Exportverbots speziell für Diesel, nachdem er Preissteigerungen zuvor primär dem Ukraine-Konflikt zugeschrieben hatte.
Verbraucher blicken auf den Verkaufsstart für Heizöl
Vor diesem Hintergrund warten private Haushalte in Griechenland auf den offiziellen Verkaufsstart für Heizöl, der für Mitte des Monats angesetzt ist. Die Regierung kündigte für diesen Bereich bereits gezielte Interventionen an, um die Belastungen der Bürger abzufedern.
Am anderen Ende der europäischen Preisskala stehen Länder wie Russland (0,785 Euro pro Liter) und Belarus (0,792 Euro). Innerhalb der Europäischen Union und im regionalen Umfeld verzeichnen unter anderem Malta (1,340 Euro), Schweden (1,519 Euro), Nordmazedonien (1,626 Euro), Bulgarien (1,653 Euro) und Zypern (1,696 Euro) deutlich niedrigere Kraftstoffpreise.
Hohe staatliche Abgaben treiben Endverbraucherpreise
Ein wesentlicher Faktor für das hohe Preisniveau in Griechenland ist die staatliche Steuerstruktur. Angaben der Preisbeobachtungsstelle des Entwicklungsministeriums belegen, dass die Mehrwertsteuer seit dem 1. Juni 2016 bei 24 Prozent liegt. Hinzu kommt die Sonderverbrauchssteuer (EFK), die seit dem 1. Januar 2017 für Benzin 700 Euro je 1.000 Liter und für Diesel 410 Euro je 1.000 Liter beträgt.
Für Heizöl gilt im Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 30. April des jeweiligen Folgejahres ein reduzierter Verbrauchssteuersatz von 280 Euro je 1.000 Liter. Dennoch bleibt die Steuerlast auf Kraftstoffe eine der Hauptursachen dafür, dass Preissteigerungen an den internationalen Rohstoffbörsen direkt und spürbar an die Endverbraucher weitergegeben werden.