Griechenland – Der landesweite Schülerwettbewerb “CanSat in Greece 2026” bringt vom 16. bis 18. April erneut Weltraumtechnologie an griechische Schulen. Bei dieser innovativen Bildungsinitiative konstruieren Schülerteams eigene Miniatur-Satelliten, die mithilfe von Raketen in die Atmosphäre geschossen werden. Die Veranstaltung bietet jungen Talenten die Möglichkeit, eine vollständige Raumfahrtmission unter realistischen Bedingungen zu simulieren und praktische Erfahrungen im Ingenieurwesen zu sammeln.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der CanSat-Wettbewerb findet vom 16. bis 18. April 2026 in Attika statt.
- Neun ausgewählte Schülerteams aus ganz Griechenland nehmen an den Raketenstarts teil.
- Die Satelliten werden auf eine Höhe von rund einem Kilometer befördert.
- Dem Siegerteam winkt eine Reise zum Technologiezentrum der europäischen Raumfahrtbehörde ESA.
- Zuschauer können die Starts auf dem Truppenübungsplatz in Megara live verfolgen.
Was hinter dem CanSat-Projekt der europäischen Raumfahrtbehörde steckt
Das CanSat-Projekt ist eine offizielle Initiative der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Die Aufgabe der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa besteht darin, einen funktionsfähigen Satelliten in der Größe einer Getränkedose zu entwickeln. Dieser wird in eine Rakete integriert und auf eine Höhe von etwa einem Kilometer befördert. Nach der Freisetzung sinkt der Mini-Satellit an einem Fallschirm zu Boden und muss während des gesamten Landeanflugs spezifische wissenschaftliche und technologische Missionen ausführen, wie etwa die Messung von Luftdruck und Temperatur.
In Griechenland wird der Wettbewerb maßgeblich vom ESERO Greece (European Space Education Resource Office) organisiert. Diese Institution wurde im Jahr 2021 von der ESA gegründet und hat ihren Hauptsitz an der Aristoteles-Universität Thessaloniki (AUTh). Die Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der studentischen Luft- und Raumfahrtgruppe ASAT (Aristotle Space & Aeronautics Team) der Universität. Durch das Programm vertiefen die Jugendlichen ihre Kenntnisse in den sogenannten STEM-Fächern (Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik) und arbeiten direkt mit Fachleuten der Branche zusammen, was ihnen wichtige Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert vermittelt.
Raketenstarts in Megara und begleitende Technologie-Workshops
Für die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs qualifizierten sich neun Schülerteams aus verschiedenen Regionen Griechenlands. Die Raketenstarts zur Beförderung der selbstgebauten Satelliten finden auf dem Truppenübungsplatz in Megara in der Region Attika statt. Das Gelände wurde eigens für dieses Ereignis vom griechischen Ministerium für Nationale Verteidigung (YETHA) zur Verfügung gestellt. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben zudem durch das Hellenische Zentrum für Verteidigungsinnovation (ELKAK).
Neben den eigentlichen Starts umfasst das Programm spezialisierte pädagogische Workshops, die den Teilnehmern die direkte Verbindung zwischen theoretischem Wissen und praktischer Anwendung aufzeigen. Die studentische Gruppe ASAT präsentiert dabei unter anderem ihre Rakete “Eclipse”, die bei einem europäischen Wettbewerb den dritten Platz belegte. Weitere Schulungen behandeln das Design von Flüssigtreibstoff-Raketentriebwerken sowie die aerodynamische Gestaltung von unbemannten Fluggeräten (Drohnen). Zudem demonstriert das Team von Beyond Orbit ein Rover-Fahrzeug, mit dem die Schüler praktische Steuerungsübungen durchführen können.
Das Programm und die Reise zum europäischen Raumfahrtzentrum
Der zeitliche Ablauf des Wettbewerbs erstreckt sich über drei Tage. Am Donnerstag, den 16. April, sowie am Freitag, den 17. April, finden jeweils die Raketenstarts auf dem Gelände in Megara statt. Der Abschluss der Veranstaltung folgt am Samstag, den 18. April, im Konferenzzentrum des Campus Alsos Egaleo der Universität West-Attika (PADA), wo die feierliche Abschlusszeremonie und die Preisverleihung abgehalten werden.
Im Rahmen der Zeremonie erhalten alle Teams Auszeichnungen und Medaillen für ihre Leistungen. Eine Fachjury wählt schließlich das landesweite Siegerteam aus. Dieses gewinnt eine exklusive Reise zum Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) in den Niederlanden, dem wichtigsten Zentrum der ESA für technologische Entwicklung und Raumfahrttests. Dort treffen die griechischen Gewinner im Rahmen einer dreitägigen Veranstaltung auf die nationalen Siegerteams aus 25 weiteren Ländern. Interessierte Bürger können die Raketenstarts in Megara nach vorheriger Anmeldung bei ESERO Greece persönlich vor Ort miterleben oder die Höhepunkte über die sozialen Netzwerke verfolgen.