Peloponnes – Die demografische Krise in der griechischen Provinz hat in der Gemeinde Gortynia einen beispiellosen Tiefpunkt erreicht. Offiziellen statistischen Erhebungen zufolge wurden in der schwer zugänglichen Bergregion Arkadiens im gesamten Jahr 2025 exakt 350 Todesfälle registriert, denen keine einzige Geburt gegenüberstand. Diese drastische Bilanz unterstreicht das Ausmaß der strukturellen Entvölkerung, die weite Teile der Halbinsel erfasst hat.
Den Behördendaten zufolge ist die ständige Wohnbevölkerung in der gesamten Präfektur Arkadien bereits im Zeitraum zwischen 2011 und 2022 um 10,5 Prozent geschrumpft. Um dem vollständigen Aussterben der ländlichen Gemeinden entgegenzuwirken, suchen die regionalen Verwaltungen nun unter Hochdruck nach handfesten wirtschaftlichen Anreizen. Ziel ist es, den demografischen Zusammenbruch zu stoppen und jungen Paaren eine Lebensgrundlage fernab der großen städtischen Ballungszentren zu bieten.
Warnruf der Verwaltung und Suche nach Lösungen
Die regionalen Behörden betrachten die Abwanderung mittlerweile als existenzielle Bedrohung für die gesamte Infrastruktur. Der Vize-Gouverneur von Arkadien, Konstantinos Mandronis, verdeutlichte in einer Stellungnahme gegenüber regionalen Medien die Dramatik der Lage. Er erklärte, dass der unaufhaltsame Bevölkerungsverlust das zentrale und ständige Diskussionsthema mit den fünf amtierenden Bürgermeistern der Präfektur sei.
Mandronis wies nachdrücklich auf die ökonomische Symbiose zwischen Stadt und Land hin. Er warnte davor, dass auch die städtischen Zentren ihre Lebensfähigkeit verlören, sollten die umliegenden Dörfer komplett veröden. Der Vize-Gouverneur räumte ein, dass das Vorhaben, junge Menschen zur Rückkehr in die Bergdörfer zu bewegen, mit enormen administrativen Hürden verbunden sei, weshalb ein radikales Umsteuern auf wirtschaftlicher Ebene unausweichlich werde.
Industrielle Investitionen und europäische Fördergelder
Um eine demografische Trendwende einzuleiten, konzentriert sich die Region Peloponnes auf zwei zentrale wirtschaftliche Entwicklungsinstrumente, die neue Arbeitsplätze generieren sollen. Ein Schlüsselelement bildet das Programm für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund). Im Zuge der Schließung der Braunkohlekraftwerke in Megalopoli wurden spezielle europäische und nationale Fördergelder freigegeben. Diese Finanzmittel dienen als direkte Anreize für Unternehmen und Privatpersonen, sich in den betroffenen Gemeinden Megalopoli, Gortynia und Tripolis niederzulassen und dort wirtschaftlich aktiv zu werden.
Parallel dazu setzen die Behörden auf den industriellen Ausbau in der Präfekturhauptstadt Tripolis. Dort ist die Ansiedlung von drei neuen Pharmaunternehmen geplant, die der Region eine massive wirtschaftliche Entlastung bringen sollen.
Sobald diese Produktionsstätten in naher Zukunft ihren vollen Betrieb aufnehmen, kalkuliert die Regionalverwaltung mit der Schaffung von rund tausend neuen Arbeitsplätzen. Diese industriellen Großprojekte gelten als wichtigster Hebel der Lokalpolitik, um der jungen Generation eine verlässliche Bleibeperspektive in der Zentralpeloponnes zu bieten und den demografischen Verfall noch rechtzeitig aufzuhalten.