Griechenland – Der Griechische Wetterdienst (EMY) hat ein außerordentliches Notfalldokument zur Verschlechterung der Wetterlage herausgegeben. Ab den späten Abendstunden des Freitags wird das Land von Nordwesten her von einer starken Schlechtwetterfront erfasst, die intensive Regenfälle, schwere Gewitter und örtlich auch Hagel mit sich bringt. Die Behörden rufen Bevölkerung und Besucher zu erhöhter Vorsicht auf.
Die Wetterverschlechterung zieht im Laufe des Wochenendes schrittweise über verschiedene Teile des Landes, wobei neben dem Festland auch beliebte Urlaubsregionen im Ionischen Meer und auf der Peloponnes betroffen sein werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Freitag: Beginn der Unwetter im Nordwesten (Korfu, Epirus, westliches Mittelgriechenland).
- Samstag: Ausbreitung der Gewitterfront auf die restlichen Ionischen Inseln und die Peloponnes.
- Sonntag: Anhaltende Gefahr von Starkregen, insbesondere auf der Insel Euböa.
Der zeitliche Ablauf der Schlechtwetterfront
Wie der nationale Wetterdienst präzisiert, werden die stärksten Phänomene in mehreren Etappen auftreten. Am Freitag liegt der Schwerpunkt ab den Abendstunden bis tief in die Nacht im Nordwesten des Landes, insbesondere auf Korfu, in der Region Epirus sowie im westlichen Mittelgriechenland (Sterea).
Am Samstag verlagert sich das System weiter. Von den frühen Morgenstunden bis zum Mittag werden die restlichen Ionischen Inseln von den Unwettern getroffen. Ab den Mittagsstunden bis in den Abend hinein erfasst die Front dann die Peloponnes sowie die Insel Kythira. Hierbei gelten vor allem die Gebiete Messenien, Lakonien und das östliche Arkadien als regionale Schwerpunkte. Am Sonntag zieht das Schlechtwetter weiter in Richtung Osten, wobei von den frühen Morgenstunden bis zum Mittag vor allem Euböa von starken Niederschlägen betroffen sein soll.
Zivilschutz und Feuerwehr in Alarmbereitschaft
Angesichts der prognostizierten Intensität der Wetterphänomene hat das Generalsekretariat für Zivilschutz (Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz) alle zuständigen staatlichen Stellen, Regionen und Gemeinden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um mögliche Auswirkungen der Unwetter sofort bewältigen zu können. Laut einer Mitteilung der Griechischen Feuerwehr wurde der operative Notfallplan zur Bewältigung von Überschwemmungen aktiviert. Die Feuerwehren in den betroffenen Gebieten sind angewiesen, bei Bedarf sofort einzugreifen.
Offizielle Verhaltensregeln bei Starkregen und Hagel
Der Zivilschutz hat konkrete Anweisungen an die Bürger herausgegeben. So sollen Gegenstände, die von starken Winden oder Wassermassen mitgerissen werden könnten, zwingend gesichert werden. Hausbesitzer werden aufgefordert, Dachrinnen und Abflüsse auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Eine der wichtigsten Warnungen betrifft den Straßenverkehr: Bürger sollen es strikt vermeiden, während der Regenfälle und auch Stunden danach Bäche oder überflutete Straßen zu Fuß oder mit dem Fahrzeug zu durchqueren. Besondere Vorsicht ist an Stellen geboten, an denen Straßen ohne Brücken über Wasserläufe führen.
Darüber hinaus wird geraten, Arbeiten im Freien sowie Aktivitäten in Küstengebieten wegen der erhöhten Blitzschlaggefahr einzustellen. Bei Hagel sollen Personen sofort Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen suchen und diesen erst verlassen, wenn das Unwetter vorüber ist. Auch vor dem Aufenthalt unter großen Bäumen oder Werbetafeln wird gewarnt, da sich leichte Gegenstände lösen und herabfallen könnten.
Schutzmaßnahmen bei massiver Blitzgefahr
Für Gebiete mit intensiver Gewitter- und Blitzaktivität gelten spezielle Vorgaben. In Gebäuden sollen elektronische Geräte vom Netz getrennt und das Telefonieren über Festnetz vermieden werden. Das Berühren von Wasserleitungen in Küchen und Bädern ist laut Zivilschutz ebenfalls zu unterlassen, da diese den Strom leiten können.
Autofahrer werden angewiesen, ihre Fahrzeuge am Straßenrand und abseits von sturzgefährdeten Bäumen abzustellen. Mit eingeschalteter Warnblinkanlage und geschlossenen Fenstern sollen Insassen im Wagen verbleiben, ohne metallische Teile im Innenraum zu berühren. Wer im Freien von einem Gewitter überrascht wird und kein Gebäude oder Fahrzeug erreichen kann, soll sich keinesfalls flach auf den Boden legen. Empfohlen wird stattdessen, in offener Landschaft tief in die Hocke zu gehen, den Kopf zwischen die Beine zu nehmen und metallische Gegenstände abzulegen.