Tinos – Das Ro-Ro-Frachtschiff “Blue Carrier 2”, das am Freitagmorgen nördlich von Mykonos in Brand geraten war, wird derzeit westlich von Tinos von Schleppern gesichert. Alle 29 Personen an Bord, darunter 28 Besatzungsmitglieder und ein Lastwagenfahrer, konnten von der griechischen Küstenwache unverletzt und sicher nach Tinos evakuiert werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Schiff transportierte 195 Fahrzeuge, davon 166 Lkw, als das Feuer im Garagendeck 4 ausbrach.
- An den Löscharbeiten beteiligen sich Spezialschiffe, darunter das Löschschiff “Aigaion Pelagos”.
- Das AIS-Signal des Schiffes ist seit den frühen Morgenstunden am Samstag vollständig ausgefallen.
Großbrand bricht im Garagendeck aus
Das unter griechischer Flagge fahrende Schiff befand sich auf dem Weg von Piräus nach Samos, mit geplanten Zwischenstopps in Kos und Rhodos, als das Feuer am Freitag um 08:57 Uhr ausbrach. Nach Angaben der Reederei Attica Group begann der Brand bei einem Lastwagen im Garagendeck Nummer 4 und breitete sich rasch aus. Berichten zufolge waren aus dem Inneren des 162,5 Meter langen Schiffes Explosionen zu hören. Die sofort eingeleitete Evakuierung verlief erfolgreich und sämtliche Sicherheitsverfahren griffen unverzüglich.
Löscharbeiten und Verlust des AIS-Signals
In der Nacht zum Samstag passierte das brennende Schiff, gezogen von drei Schleppern, das Seegebiet westlich von Tinos auf Höhe von Agios Fokas. Um eine gefährliche Schräglage des Havaristen zu verhindern, konzentrieren sich die Löschboote auf die kontrollierte Kühlung der Außenwände. Allein das Löschschiff “Aigaion Pelagos” pumpt stündlich bis zu 2.500 Kubikmeter Wasser auf den Rumpf.
Fragen wirft der plötzliche Ausfall des automatischen Identifikationssystems (AIS) am Samstagmorgen auf. See-Experten gehen laut Berichten davon aus, dass der Signalverlust entweder auf ein generelles technisches Problem, eine Ausbreitung des Feuers bis zur Kommandobrücke oder eine bewusste Systemabschaltung zurückzuführen sei. Eine offizielle Bestätigung für den Grund des Ausfalls steht noch aus.
Zielhafen bleibt noch unklar
Das im Jahr 1997 erbaute Frachtschiff führt 166 Lastkraftwagen und 29 Personenwagen mit sich. Der endgültige Zielhafen steht bisher nicht fest. Zur Auswahl stehen ein Anlegeplatz in Attika oder Werftanlagen auf der Insel Syros. Die Entscheidung hängt maßgeblich von der technischen Stabilität des Schiffes nach Abschluss der aktiven Brandbekämpfung ab. Neben Löschfahrzeugen und Booten der Küstenwache befindet sich präventiv auch ein Schiff zur Bekämpfung möglicher Meeresverschmutzungen am Einsatzort.