Athen – Nach einer schweren Explosion und dem anschließenden Einsturz eines zweistöckigen Gebäudes im historischen Athener Stadtteil Plaka ist in den frühen Morgenstunden die Leiche einer Frau aus den Trümmern geborgen worden. Fünf weitere Personen, darunter drei US-amerikanische Touristen sowie ein älteres Ehepaar, werden weiterhin vermisst. Die Rettungsarbeiten in der Lysikratous-Straße dauern unter extremen Bedingungen an.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Explosion ereignete sich am Freitagmorgen um 07:30 Uhr und führte zum weitreichenden Einsturz des Gebäudes.
- Spezialeinheiten der EMAK suchen mit Geophonen, Kameras und Spürhunden nach fünf Verschütteten.
- Erste Ermittlungen der Behörden deuten auf ein mögliches Gasleck als Ursache für die Detonation hin.
Vermisste US-Touristen und britischer Staatsbürger
Bei der tot geborgenen Frau handelt es sich nach bisherigen Informationen um eine US-Amerikanerin, die zusammen mit ihrem Partner und einem weiteren Paar im ersten Stock des Gebäudes untergebracht war. Die vier Amerikaner im Alter zwischen 30 und 40 Jahren hatten das Apartment über eine Kurzzeitvermietungsplattform gebucht. Bei der Durchsuchung des Trümmerfelds stießen die Einsatzkräfte auf eine Damentasche, die neben dem Mietvertrag auch die US-Pässe von zwei der Mieter enthielt. Nach Angaben der Behörden hatten die Touristen für den Nachmittag einen Rückflug mit der Fluggesellschaft Delta in die USA gebucht, den sie nicht antraten.
Im zweiten Stock des eingestürzten Gebäudes wohnte ein älteres Ehepaar, eine 78-jährige, in Athen geborene Frau und ein 77-jähriger Brite. Die Polizei versuchte mehrmals vergeblich, das Paar telefonisch zu erreichen. Der Eigentümer des Erdgeschosses befand sich zum Zeitpunkt der Detonation nicht im Gebäude.
Rettungsarbeiten unter extremer Gefahr
An der großangelegten Suchaktion beteiligen sich 30 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen, darunter zwei spezielle Rettungsfahrzeuge der Spezialeinheit EMAK, sowie drei Rettungshunde. Die Einsatzkräfte setzen Geophone zur Geräuscherkennung und Spezialkameras ein, um Hohlräume in den Trümmern abzusuchen. Die Stadt Athen unterstützt die Arbeiten mit schwerem Gerät zur Beseitigung der Schuttmassen. Bereits am Freitag konnten die Einsatzkräfte zwei Frauen aus einem Nachbargebäude befreien, die vom Rettungsdienst EKAB in das Krankenhaus Georgios Gennimatas gebracht wurden. Eine weitere Person erlitt leichte Verletzungen durch umherfliegende Trümmerteile.
Die Sprecherin der griechischen Polizei, Konstantia Dimoglidou, erklärte gegenüber dem Sender ERTnews, dass die Bedingungen für die Rettungskräfte äußerst schwierig seien. Ein Großteil des Gebäudes sei eingestürzt und es bestehe akute Gefahr für benachbarte Strukturen, die aus Sicherheitsgründen evakuiert worden seien. Der zuständige Vizebürgermeister von Athen, Paris Charlautis, betonte, dass der einsetzende Regen die Sucharbeiten zusätzlich erschwere, da sich der Staub in Schlamm verwandle. Dennoch würden die Bemühungen nicht unterbrochen, solange auch nur die geringste Chance bestehe, Überlebende zu finden.
Ermittlungen zur Explosionsursache
Die genauen Umstände der Katastrophe sind Gegenstand laufender Ermittlungen. Vor Ort befindet sich ein Team der Abteilung für Brandstiftungsdelikte. Laut Angaben der Polizei hatten Anwohner in ihren ersten Berichten den Geruch eines Gases erwähnt, was die Theorie eines Gaslecks stützt. Die Ermittler konzentrieren sich derzeit jedoch primär auf die Bergung der Vermissten, bevor die exakte Ursache der Explosion abschließend geklärt wird.