Spetses – Nach einer außerplanmäßigen Hubschrauberlandung an einem Badestrand auf der griechischen Insel Spetses hat die Justiz umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Im Zentrum des Vorfalls stehen ein 39-jähriger griechischer Geschäftsmann sowie zwei deutsche Piloten, nachdem am Landeort eine geringe Menge Kokain sichergestellt wurde.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Hubschrauber landete am belebten Zogeria-Strand auf Spetses.
- Die Polizei stellte 0,5 Gramm Kokain sicher; der Hauptverdächtige wurde vorläufig festgenommen, ist aber wieder frei.
- Der deutsche Pilot begründet die Strandlandung mit einem blockierten offiziellen Hubschrauberlandeplatz.
Ermittlungen nach Drogenfund und Flucht einer Passagierin
Der 39-jährige griechische Passagier, der am Samstag, den 22. August, für erhebliches Aufsehen sorgte, wurde nach seiner Festnahme auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Den Behörden zufolge habe der Mann während des Landeanflugs auf den Zogeria-Strand eine Tasche aus dem Helikopter geworfen. Dies sei von anwesenden Badegästen als Augenzeugen beobachtet worden. Bei der anschließenden Durchsuchung des Gebiets stellten örtliche Polizisten die Tasche sicher. Entgegen ersten Gerüchten über eine Menge von 50 Gramm enthielt das Behältnis laut amtlichen Angaben exakt 0,5 Gramm Kokain. Daraufhin wurde der 39-Jährige auf der Insel ausfindig gemacht, auf das Polizeirevier gebracht und verhaftet, bevor die Freilassung angeordnet wurde. Parallel fahnden die Ermittler nach einer noch unbekannten ausländischen Frau, die sich ebenfalls als Passagierin an Bord des Hubschraubers befunden haben soll.
Aussage des deutschen Piloten und juristische Prüfung
Die beiden deutschen Piloten des Hubschraubers wurden nicht im Rahmen eines Schnellverfahrens inhaftiert, gaben jedoch bereits ihre Aussagen bei den örtlichen Ermittlungsbehörden zu Protokoll. Der verantwortliche Pilot habe gegenüber der Polizei angegeben, dass eine reguläre Landung auf dem offiziellen Helipad von Spetses nicht möglich gewesen sei, da der Platz durch ein geparktes Motorrad blockiert gewesen sei. Aufgrund dieses Hindernisses habe er sich für eine Ausweichlandung am Strand von Zogeria entschieden.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Piräus hat sich in den Fall eingeschaltet und sammelt derzeit vorläufiges Beweismaterial. Die Behörden prüfen die Einlassungen der Piloten minutiös, um festzustellen, ob das Aufsetzen am Badestrand eine strafbare Verletzung luftfahrtrechtlicher Bestimmungen darstellt und ob sich daraus weitere rechtliche Konsequenzen ergeben. Ziel der fortlaufenden Ermittlungen ist es, sowohl die flugtechnischen Umstände der Landung als auch die Ereignisse nach der Ankunft des Hubschraubers am Strand lückenlos aufzuklären.