Athen – Griechenland steht vor einem extremen Hitzetag mit Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius und einer massiven Waldbrandbedrohung. Der griechische Wetterdienst (EMY) hat eine orangefarbene Warnung herausgegeben. Gleichzeitig versetzte das Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz weite Teile des Landes, darunter die Hauptstadtregion Attika sowie stark frequentierte Urlaubsziele, in die höchste Alarmstufe 5.
Die Kombination aus anhaltender Dürre, extremer Hitze und starken Fallwinden aus westlicher und nordwestlicher Richtung sorgt für eine hochexplosive Wetterlage. Die Behörden warnen eindringlich, dass selbst kleinste Funken innerhalb von Minuten zu unkontrollierbaren Großfeuern anwachsen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Spitzentemperaturen von bis zu 43 Grad Celsius werden in Thessalien, der östlichen Peloponnes und Zentralgriechenland erwartet.
- Für Attika, Argolis, Korinthia und weitere Regionen hat der Zivilschutz die höchste Waldbrand-Alarmstufe 5 ausgerufen.
- Touristenhochburgen wie Rhodos und weite Teile der Peloponnes befinden sich in der sehr hohen Gefahrenkategorie 4.
Extreme Temperaturen und Alarmstufe 5
Den neuesten Prognosen des nationalen Wetterdienstes zufolge steigen die Temperaturen am Mittwoch auf kritische Werte. Für Thessalien, die östliche Peloponnes und die östliche Hauptlandsregion (Sterea) werden 41 bis 42 Grad Celsius vorhergesagt. In Thessalien kann das Thermometer lokal sogar die Marke von 43 Grad erreichen. Für den Großraum Attika rechnet die EMY mit Werten zwischen 40 und 41 Grad Celsius.
Aufgrund dieser extremen meteorologischen Rahmenbedingungen hat der Zivilschutz nach einer Dringlichkeitssitzung die Gefahrenkarte für Waldbrände aktualisiert. In den Regionen Phthiotis, Lamia, Almyros, der östlichen Hauptlandsregion, Attika, Argolis und Korinthia gilt die absolute Alarmstufe 5. Eine sehr hohe Gefährdung (Kategorie 4) besteht zudem für Zentralmakedonien, weite Teile Thessaliens, Euböa (Evia), die nördliche, östliche und südliche Peloponnes sowie für die beliebte Ferieninsel Rhodos.
Zivilschutz zieht Parallelen zur Mati-Katastrophe
Der Minister für Klimakrise und Zivilschutz, Evangelos Tournas, richtete sich mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung und verglich die bevorstehende Wetterlage mit einem der dunkelsten Kapitel der jüngeren griechischen Geschichte. Die starken westlichen und nordwestlichen Winde, die im Osten des Landes als trockene Fallwinde agieren, würden stark an das Wetterphänomen während der tödlichen Brandkatastrophe von Mati erinnern, erklärte der Minister.
Der gesamte staatliche Zivilschutzmechanismus, die Feuerwehr, die Streitkräfte sowie kommunale und freiwillige Einheiten seien auf maximale Einsatzbereitschaft hochgefahren worden. Tournas forderte alle Bürger und Besucher auf, den Anweisungen der Behörden strikt Folge zu leisten und jegliche Arbeiten im Freien zu unterlassen, die einen Brand auslösen könnten. Jedes Ereignis werde unter diesen Bedingungen im ersten Moment extrem schwer zu bekämpfen sein.
Hitzewelle bereits am Dienstag spürbar
Bereits am Dienstag hatte das Land unter massiver Hitze zu leiden. Das Netzwerk der automatischen Wetterstationen des Nationalen Observatoriums Athen (meteo.gr) verzeichnete flächendeckend hohe Werte. Die landesweite Höchsttemperatur wurde mit 41,4 Grad Celsius in Oleni in der westgriechischen Region Ilia gemessen.
Die Auswertungen des Observatoriums bis zum späten Dienstagnachmittag zeigten das Ausmaß der Hitzewelle: An 17 Wetterstationen wurde die 40-Grad-Marke überschritten, was etwa drei Prozent aller Messpunkte im Land entspricht. Fast ein Drittel aller Stationen meldete zudem Temperaturen von über 27 Grad Celsius, was auf eine außergewöhnlich hohe landesweite Wärmebelastung hindeutet.