Der Präsident des griechischen Basketballverbands EOK, Vangelis Liolios, ist im Zuge von Ermittlungen zu mutmaßlich manipulierten Basketballspielen festgenommen worden. Auch vier Schiedsrichter wurden auf Grundlage von Haftbefehlen in Gewahrsam genommen. Nach einem weiteren Beschuldigten, einem engen Mitarbeiter des Verbandspräsidenten, wird gesucht.
Insgesamt wurden sechs Haftbefehle ausgestellt. Neben Liolios betreffen sie die Schiedsrichter Vasiliki Tsaroucha, Petros Papapetrou, Ilias Koromilas und Anastasios Piloidis sowie Giorgos Mavraganis, einen Mitarbeiter des EOK-Präsidenten. Mavraganis ist nach den vorliegenden Angaben der einzige der sechs Gesuchten, der noch nicht festgenommen wurde. Tsaroucha wurde demnach am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos nach ihrer Rückkehr aus Istanbul festgenommen.
Ermittlungen betreffen mehrere Basketballligen
Ausgangspunkt des Verfahrens waren Anzeigen wegen möglicher Straftaten im griechischen Basketball. Ein für Sport zuständiger Staatsanwalt nahm Ermittlungen auf. Die Vorwürfe betreffen nach den Angaben des Berichts unter anderem Bestechung und Bestechlichkeit im Sport. Gegenstand der Untersuchung sind mutmaßliche Spielmanipulationen sowohl in der höchsten griechischen Spielklasse als auch in weiteren Ligen. Der untersuchte Zeitraum soll sich über mindestens fünf Jahre erstrecken.
In den Ermittlungsakten sollen sich Nachrichten zwischen Funktionären sowie Zeugenaussagen und Beschwerden befinden. Den Angaben zufolge waren die sechs Beschuldigten zuvor zur Abgabe von Erklärungen aufgefordert worden, sollen dieser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen sein. Daraufhin wurden strafrechtliche Schritte eingeleitet und die Haftbefehle ausgestellt.
820.000 Euro bei einem beschuldigten Schiedsrichter gefunden
Besonderes Gewicht erhält der Fall durch einen Bargeldfund: Im Haus eines der beschuldigten Schiedsrichter in Katerini sollen bei Durchsuchungen 820.000 Euro entdeckt worden sein. Der Bericht bezeichnet den Betrag als nicht plausibel erklärt. Allein der Geldfund beweist allerdings weder eine Beteiligung an Spielmanipulationen noch die Herkunft des Geldes.
Die Akte wurde nach Einleitung der Strafverfolgung einem Ermittlungsrichter übergeben. Die Beschuldigten sollen am 22. Oktober 2026 vor dem Richter erscheinen und zu den Anschuldigungen Stellung nehmen. Für sämtliche Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.
Reaktion aus dem Umfeld von Panathinaikos
Der Eigentümer des Basketballklubs Panathinaikos, Dimitris Giannakopoulos, reagierte nach Bekanntwerden der Haftbefehle mit scharfen Äußerungen auf Instagram. Bereits am 16. Oktober hatte er größere Entwicklungen im griechischen Basketball angekündigt und erklärt, sein Klub habe sich für den Rechtsweg entschieden. Seine Äußerungen sind politische beziehungsweise sportliche Stellungnahmen und kein Nachweis für die strafrechtlichen Vorwürfe.